Wahlforscher packen aus: AfD gewinnt 17 Direktmandate

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Die Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland haben Grund zur Freude. Foto: Imago

Der Siegeszug der AfD erfasst nun auch die Direktmandate. Wie aus einer Analyse hervorgeht, würde die Partei auch dort weit ins Milieu der Etablierten einbrechen. Wäre jetzt Bundestagswahl, dann würde die AfD 17 Wahlkreise gewinnen und damit ebenso viele Direktkandidaten ins Parlament entsenden.

Hochburg wäre erneut Sachsen: Dort würde die AfD in elf der 16 Wahlkreise das Direktmandat holen und die Dominanz der seit der Wiedervereinigung regierenden CDU brechen. Das zeigt die aktuelle Prognose des Hamburger Informationsdienstes election.de, die auf den aktuellen bundesweiten Umfragen basiert und über die kaum berichtet wird. Schon bei der vorigen Wahl obsiegte die Partei in dem südöstlichen Freistaat in den Wahlkreisen Görlitz, Bautzen und der Sächsischen Schweiz.

Jetzt würden neben ländlichen Kreisen auch die sächsische Hauptstadt Dresden sowie Chemnitz von einem AfD-Politiker im Bundestag vertreten. Ein Jahr vor der Landtagswahl in Sachsen sind das gute Nachrichten für die AfD. Sie könnte die CDU erneut als stärkste Kraft ablösen. Das war ihr in Sachsen bereits bei der Bundestagswahl gelungen.

Aber auch in anderen Ländern holt die AfD laut der Prognose Direktmandate. In Thüringen wären es Gotha, Saalfeld und Gera/Greiz, in Brandenburg Elbe-Elster, Cottbus und Frankfurt/Oder. Das ergibt zusammen 17 AfD-Direktmandate. Laut election.de liegt die Wahrscheinlichkeit für diese Wahlkreissiege bei 65 bis 100 Prozent. Allerdings hat die Partei ihr Potenzial damit noch nicht ausgeschöpft.

Es könnten nämlich sogar noch weitere Direktmandate hinzukommen: In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt sie mit ihren Kandidaten auf den zweiten Plätzen, hat also durchaus Chancen, sich auch hier durchzusetzen. Ein für die Partei positives Fazit: In nur acht Wahlkreisen der fünf neuen Länder wäre die AfD nicht stärkste oder zweitstärkste Kraft, darunter die Städte Potsdam, Magdeburg, Rostock und Leipzig-Süd.

Auch in Bayern belegt sie in 13 Wahlkreisen bereits den zweiten Platz: darunter im Allgäu und in Ober- und Niederbayern (auch in Ingolstadt, Horst Seehofers Wahlkreis). Und im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg ist die AfD bereits in vier Wahlkreisen auf den zweiten Rang vorgerückt, in Hessen einmal (Fulda).

Politologen definieren eine Volkspartei über die Fähigkeit, Direktmandate zu gewinnen. Nach dieser Definition ist die AfD auf dem besten Weg dorthin. Dafür muss ein Kandidat die relative Mehrheit in seinem Wahlkreis gewinnen. (WS)

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