Heinz Buschkowskys Nachruf auf die Sozialistische Internationale: „Klugscheißer aller Länder, vereinigt Euch in Erdmöbeln!“

Hans S. Mundi

Foto: Collage

Das Grab wird gerade ausgehoben, der Leichnam beginnt langsam zu stinken. In etlichen europäischen Ländern haben die einst stolzen Parteien der „Sozialistischen Internationale“ schon so gut wie ausgedient. Der Bruch in den jeweiligen Gesellschaften vollzog sich über Jahrzehnte und hatte viele Ursachen. Wenn jetzt ein letzter Aufrechter der deutschen Sozialdemokratie, der ehemalige SPD-Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, seine einstigen Genossen frontal angeht und allesamt als abgehobene „Klugscheißer“ beschimpft, dann wird ein dramatisches Finale auf den Spielplan der Berliner Republik gesetzt. Die Nahles & Scholz & Maas-SPD, ein teils nur noch bizarrer Haufen politischer Leichtgewichte, deren Theorieschwäche durch Arroganz übertüncht wird, hat fertig. Von Erneuerung keine Spur, von ideologischer Überalterung aber schwer gezeichnet.

Von Hans S. Mundi

Die SPD kämpft für gesellschaftliche Randgruppen und entfernt sich immer weiter von der arbeitenden Bevölkerung“, sagte Buschkowsky. Stattdessen gelte: „Die SPD spendiert Geld ans Milieu.“ Sie unterstütze „Menschen, die weder ihren Eltern noch der Lehrerin zugehört haben“, die keinen Beruf hätten, morgens zu Schichtbeginn noch im Bett lägen und deren Kinder die Schule schwänzten.“ 

Die Äußerungen Buschkowskys unterliegen lagerübergreifend der Gefahr, dass man sie nur tagespolitisch interpretiert, sie umhüllt mit sozialdemokratischen Aufstiegs- und Abstiegsperspektiven, und der zu erwartende Wortkrawall beleidigter Schaumschläger wie Stegner oder Bätschi-in-die-Fresse-Nahles alles am Ende dann übertüncht. Vorwärts, Genossen, auf zum nächsten Thema. Dabei aber rührt Buschkowsky auch an den uralten Streit zwischen fanatischen Kommunisten, extremistischen Linkssektierern und den der Demokratie zugewandten Sozialisten und Sozialdemokraten. Da wird es spannend, das hat weitaus mehr als nur tagesaktuelle Bedeutung. Denn die SPD steht vor einer Zerreissprobe. Blick nach Berlin….

„Die Berliner SPD gelte „nicht umsonst als unterirdischster Landesverband der deutschen Sozialdemokratie. Da sind viele Kranke unterwegs“, sagte Buschkowsky. Längst werde gewettet, „dass der Linke Klaus Lederer der nächste Regierende Bürgermeister von Berlin wird. Olle Walter (Ulbricht) lässt im Erdmöbel schon mal den Champagner kaltstellen. Wir präsentieren den SED-Fritzen die Stadt auf dem silbernen Tablett.“ Buschkowsky verneinte die Frage, ob Berlins Regierender Bürgermeister Müller mit seinen desaströsen Zustimmungswerten noch einmal SPD-Spitzenkandidat werden könne: „Eher fällt Schnee in der Wüste. Im Ernst, ich halte das für ausgeschlossen.““ 

Die SPD präsentiert die Hauptstadt den linken Kadern der Neo-SED auf dem silbernen Tablett…! Seit den Tagen eines noch glaubwürdigen Helden namens Willy Brandt hat die einst authentische Arbeiterpartei viele gesellschaftliche Umbrüche teils gestaltet, teils überlebt, aber auch so manche Dauerschäden davongetragen. Letztlich versank die Sozialdemokratie nach der Wende 1989 ff. in einem neuen Berliner Sumpf, in welchem sich fragwürdige Eliten herausbildeten und eine neue deutsche Arroganz von links massiv aufgeladen und munitioniert wurde. Der aufrechte Gang mit dicken Diäten, Fahrbereitschaft mit Chauffeur und Champagnerglas bei den Berliner Fress-Empfänger der Spree-Schickeria, erwies sich als nicht mehr machbar. Große Klappe aber nicht mal nen Flughafen bauen können – Berlin, Berlin wat biste krank jeworden…!

Die SPD rennt schon seit Jahren Trends und Abspaltungen hinterher, durchaus vergleichbar zu den Zeiten der Weimarer Republik, als das linke Lager in KPD, USPD und SPD aufgespalten war. In der Neuzeit brachen die Grünen aus der SPD heraus, dann zog mit der Wiedervereinigung das Elend der SED-PDS-Linkspartei in deutsche Parlamente ein und verschob die Achse der Republik bis heute gefährlich nach linksaußen. Außerdem: In dubiosen Think-tanks wurden von zwielichtigen Hintermännern wie George Soros & Co. folgenschwere Gehirnwasch-Programme á la Gender Mainstream und Political Corrrectness ausgebrütet und über „NGOs“ in die linken und liberalen Szenen des Westens gepumpt. Auch die SPD ließ nun andere für sich denken, und plapperte nach, was angebliche Geschlechter- und Minderheitengerechtigkeit sein soll. Darüber wurde dann auch die Islamkritik beendet, die Muslime in ihren Ländern wurden die neuen Bündnispartner, Erdogan ein Mannesfreund für Gerhard Schröder oder Sigmar Gabriel. Die Arbeiter sind weg, irgendwen müssen die Genossen doch befreien und retten…!

Das Elend der SPD hat in Berlin eine klar erkennbare Überschrift: Rot-Rot-Grün. Dieses elendige Bündnis zerstört bei der SPD jede bürgerliche Poltik, jede sinnvolle Strategie einer Arbeit für die arbeitende Bevölkerung in Berlin und führt die Genossen im Rahmen einer links-asozialen Freakshow als politische Volldeppen vor. Minderheiten vor Mehrheiten, „Samstags gehört Vati mir“ ist heute als Kampagne der SPD undenkbar. Die SPD verliert den Boden unter den Füßen weil sie sich ihrer Tradition entledigt hat und der ökolinksextremen Agenda ihrer zwei Regierungspartner ohne Kraft hinterherhechelt.

Genau darauf spielt Buschkowsky an, der Sozialismus in seinem wohl wirklich letzten Lauf, erlebt hier und da immer noch bizarre Schübe und betreibt mit letzten Zuckungen altes Geschäft – wenn auch mit neuem Anstrich und noch absurderen Gleichmacher-Theorien. Buschkowskys Hinweis auf „Erdmöbel“ sei dank, es ist ein klarer Hinweis auf den Vormarsch hirnloser Ideo-Logik, auf ein letztes bisschen DDR hierzulande. Es ist zugleich seine Warnung, dass die SPD sich ins linke Koma fallen läßt und den Idiotien der Gender-Fanatiker und PC-Gleichschalter, den Familien- und PKW-Abschaffern, den Brüssel-Huldigern und Deutschlandhassern, immer bedingungsloser folgt und diesen Verfassungsfeinden, bis hin zu islamischen Extremisten, Tür und Tor im Lande öffnet. Danke, SPD!

Erdmöbel bezeichnet das Behältnis, welches den Verblichenen als Dauerwohnstätte im tiefstmöglichen sozialistischen Siedlungsraum dienen soll. Auf dem XXXIV Parteitag der SED 1965 wurde beschlossen, dass die Werktätigen in Zukunft Anspruch auf ein klassenloses Ableben haben sollen. Die Sozialistische Bestattungskultur soll auch in der Namensgebung zum Ausdruck kommen. Das kapitalistisch/imperialistische Wort Sarg beschränkt den Verstorbenen auf eine einzige Silbe. Um den Westen zu übertreffen, wurde ein dreisilbiges Wort beschlossen. Nachdem das Planungskomitee zugestimmt hatte, da zur Zeit kein Mangel an dreisilbigen Wörtern bestand, wurde der Beschluss dem Ministerrat vorgelegt, welcher eine entsprechende Gesetzesvorlage ausarbeitete.“

Es ist erst wenige Jahre her, da verließ plötzlich die SPD die einst ruhmreiche und eng international vernetzte „Sozialistische Internationale“. Bei dieser Trennung wurde deutlich, dass der Verbund nicht mehr zeitgemäß war, weil sich die dahinter stehenden Bewegungen allesamt extrem abgenutzt hatten – das sagte natürlich keiner. Es fehlte Seele und Inhalt, der gute Geist, der noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs alles einte. Doch nach der Wende wurden nicht nur neue fatale Bündnisse mit alten Kadern aus linksradikalen Zeiten gschmiedet, es wurden auch ganz andere Bündnisse sichtbar, die zum peinlichen Ende der „Sozialistischen Internationale“ führten.

„ZEIT ONLINE: Herr Klecha, SPD-Chef Sigmar Gabriel hat seine Partei dazu animiert, die traditionsreiche Sozialistische Internationale (SI) zu verlassen. Davor hatte er den Verband wiederholt heftig kritisiert, als unzeitgemäß, undemokratisch und von Despoten durchsetzt bezeichnet. Hat er recht?

Klecha: Die Erfahrungen aus dem Arabischen Frühling sind ein tragendes Motiv für diese Kritik. Da haben manche Mitglieder überrascht festgestellt, was für Parteien in der SI waren. Mittlerweile sind sie ausgeschlossen.

ZEIT ONLINE: Wie konnten überhaupt Schwesterparteien wie die von Mubarak in Ägypten und Ben Ali in Tunesien so lange Mitglieder der SI sein?

Klecha: Ben Ali galt im Westen eben lange als Fortschrittsapologet. Und er wurde als wichtiger Bündnispartner für den Westen betrachtet. Einiges in der SI-Struktur resultiert eben auch noch aus der Logik der Zeit des Kalten Krieges.“ 

Man erkennt, dass die Genossen aller Länder irgendwie komplett den Überblick verloren. Sie wussten und wissen nun nicht mehr, wer sie sind und wer zu ihnen gehört. Wenn heute der parteiliche SPD-Bundespräsident Steinmeier Abgesandte aus Teheran empfängt und mit ihnen kooperiert und konspiriert, wenn Islam-Strategen der Ditib oder Anhänger der iranischen Ayatollahs hierzulande Millionen aus Steuermitteln erhalten, dann ist meistens irgendwo ein SPD-Genosse dabei – ob in einer Landesregierung oder im Bund. Man hat also aus dem peinlichen SI-Desaster nichts gelernt, viele SI-Parteien in der EU haben sich inzwischen sogar zerlegt, wie etwa in Italien oder in Frankreich, in Polen oder Ungarn haben alte Genossen nichts mehr zu melden – und in Deutschland dümpelt sich die SPD den letzten 10 Prozent Wählern langsam aber sicher entgegen. Weil die SPD das TOTALE NICHTS geworden ist und dem TOTALEN OPPORTUNISMUS mitsamt einer fragwürdigen TOLERANZ FÜR INTOLERANTE huldigt. Ab ins Ermöbel, Genossen, Euch braucht wirklich keiner mehr…

 

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