Heute Nacht entschieden: Deutschland nimmt zahlreiche syrische Kämpfer auf

Szene aus dem nun zu Ende gehenden Bürgerkrieg in Syrien. Foto: Shutterstock

Deutschland holt zahlreiche syrische Kämpfer und deren Familien jetzt nach Deutschland. Das hat die Bundesregierung spontan zugesagt, nachdem die israelische Armee heute Nacht 800 in militärische Bedrängnis geratene Weißhelm-Soldaten evakuiert und nach Jordanien gebracht hatte. Doch die Rolle der „White Helmets“ ist umstritten. Nach offizieller westlicher Lesart sind sie humanitäre Freiheitskämpfer gegen Präsident Baschar al-Assad. Doch es werden immer wieder Stimmen laut, die sie als Dschihadisten und IS-nahe Terroristen bezeichnen – Jouwatch berichtete.

Als es um darum ging, die Anti-Assad-Soldaten aufzunehmen, hat die Bundesregierung sofort den Finger gehoben. Innerhalb der nächsten drei Monate sollen sie hier sein. Auch Großbritannien und Kanada holen einen Teil der kampferprobten Syrer und deren Familien zu sich. Die Weißhelme, die in Syrien eindeutig Kriegspartei sind, werden in westlichen Medien meist als „Hilfsorganisation“ bezeichnet – die „Bild“-Zeitung nennt sie heute „Helden, die Opfer aus Kriegstrümmern graben“. Und die US-Regierung, die Assad stürzen möchte, behauptet, die Weißhelme hätten 100.000 Menschen im Bürgerkrieg gerettet. Erst im Juni überwies sie 6,6 Millionen Dollar an die Truppe.

Dem schloss sich jetzt Außenminister Heiko Maas an: „Die Weißhelme haben seit Beginn des Syrien-Konflikts mehr als 100.000 Menschen gerettet“, sagte Maas der „Bild“ (Montag-Ausgabe). „Mehr als 250 von ihnen haben ihren Mut und ihre Mitmenschlichkeit mit dem Leben, viele mehr mit ihrer Gesundheit bezahlt. Ihr Einsatz verdient Bewunderung und jeden Respekt, und wir haben ihn aus Überzeugung unterstützt.“ Mit dem Vormarsch des Regimes drohe vielen Weißhelmen nun Gefahr für Leib und Leben. Es sei daher ein Gebot der Menschlichkeit, dass „viele dieser mutigen Ersthelfer nun Schutz und Zuflucht finden, einige davon auch in Deutschland“, so Maas. Er spricht davon, dass 50 von ihnen nach Deutschland kämen.

Der Rockstar und frühere Pink-Floyd-Sänger Roger Waters kritisierte dagegen kürzlich die Verglorifizierung der Weißhelme scharf. Er nannte sie eine „Fake-Organisation“, deren Angehörige in Wirklichkeit „Terroristen und Djihadisten“ seien. Gegenüber „Jouwatch“ sagte der bekannte syrische Blogger und Musiker Treka Zn heute Ähnliches: „Die Weißhelme sind eine terroristische Gruppe, die vor der Kamera so tun, als seien sie Humanisten. Aber in Wirklichkeit sind es Terroristen, die an der Seite des IS und von El Nusra kämpfen.“ Beides sind islamische Terrororganisationen. Zumindest einige sogenannte Hilfsaktionen sind eindeutig inszeniert, wie dieses Video belegt (ab Minute 0:51)

Die Lage ist also unübersichtlich. Niemand weiß genau, was die Weißhelme im Schilde führen. Eines ist sicher: Die Männer sind kampferprobt und durch ihre Erlebnisse im syrischen Bürgerkrieg geprägt. Und mit „traumatisierten“ Männern hat Deutschland inzwischen nicht nur positive Erfahrungen gemacht, um es vorsichtig auszudrücken.

Nun kommen also hunderte von ihnen hierher und verstärken eine teils radikalisierte syrische Community. Bleibt die Frage, warum sie nicht in Jordanien oder gar Israel bleiben können. Die Netanjahu-Regierung möchte diese Männer offenbar keinesfalls im Land haben. Sie stellt sich zwar auf die Seite der Weißhelme, weil diese, so Treka Zn zu „Jouwatch“, gegen Assad kämpften. Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Doch das Risiko, diese Freunde selbst aufzunehmen, schätzt der jüdische Staat aber offenbar als zu groß ein.

Die Bundesregierung sieht das anders und gewährt den Weißhelmen und ihren Angehörigen „Schutz“. Doch wer schützt die Deutschen vor ihnen? (WS)

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