Heinz Buschkowsky prognostiziert: „Die AfD wird 25 Prozent bekommen“

Der frühere Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky. Foto: Screenshot Youtube

Das sozialdemokratische Umfeld Heinz Buschkowskys (SPD) ist „in beachtlichem Umfang“ zur AfD übergelaufen. Es handle sich um „Kassiererinnen im Supermarkt, Facharbeiter und Rentner“, so der frühere Neuköllner Bürgermeister. Und weiter über die AfD: „Selbst Akademiker empfinden sie als erfrischend. Denken Sie nur an Oberstaatsanwalt Reusch. Ein profunder Jurist, den die SPD in Berlin weggemobbt hat.“ Reusch, der früher vor allem Berliner Intensivtäter anklagte, sitzt inzwischen für die AfD im Bundestag.

Buschkowsky ist davon überzeugt, dass der große Erfolg der Partei noch bevorsteht: „Hat die AfD erst eine ministrable Galionsfigur und macht sie klare Kante zur Neonazi-Szene, dann traue ich ihr 25 Prozent zu.“ Die AfD sei keine vorübergehende Erscheinung, „sondern die erste Partei rechts von der CDU, die im Bundestag bereits zur größten Oppositionsgruppe avancierte“. Viele AfD-Wähler seien „verprellte SPD-Anhänger“. All das sagte er der Welt am Sonntag.

Buschkowsky zur Flüchtlingspolitik: „Dreht den Hahn endlich zu.“ 

Zur Flüchtlingspolitik meint Buschkowsky: „Auf gut Deutsch in einer Berliner Eckkneipe: Dreht den Hahn endlich zu.“ Vieles liege in der Islam-Politik im Argen. Über seine Nachfolgerin in Neukölln, Franziska Giffey, die nun Bundesfamilienministerin ist, sagte der 69-Jährige: Sie verstehe einfach nicht, dass es „um ein gesellschaftliches Ringen diametraler Werteordnungen“ gehe: „Kopftuch, Burka, Niqab und auch Burkini sind Kampfinstrumente des politischen Islam.“ Giffey habe schon in Neukölln Probleme gehabt, „deutliche Distanz zum politischen Islam“ zu zeigen. „Wenn sie sagt, Muslimbrüder und Salafisten seien ihre Dialogpartner der Zukunft, frage ich: Wie bitte? Hat dir jemand etwas in den Tee getan?“

Außerdem kämpfe die SPD „für gesellschaftliche Randgruppen und entfernt sich immer weiter von der arbeitenden Bevölkerung“. Die Partei spendiere Geld „an Menschen, die weder ihren Eltern noch der Lehrerin zugehört haben. Sie haben keinen Beruf, liegen morgens zu Schichtbeginn noch im Bett, und die Kinder schwänzen die Schule. Sie sind halt benachteiligt und diskriminiert. Das versteht kein Normalbürger.“

Über die Berliner SPD: „Da sind viele Kranke unterwegs.“

Insbesondere in der Berliner SPD sei weltfremde Resolutionsrhetorik stärker zu Hause als anderswo: „Da sind viele Kranke unterwegs.“ Sie gelte nicht umsonst als „unterirdischster Landesverband der deutschen Sozialdemokratie“. Es gebe Wetten, dass der Linke Klaus Lederer der nächste Regierende Bürgermeister werde: „Olle Walter (Ulbricht) lässt im Erdmöbel schon mal den Champagner kaltstellen. Wir präsentieren den SED-Fritzen die Stadt auf dem silbernen Tablett“, beklagte er.

Auf Martin Schulz, Olaf Scholz und Ralf Stegner angesprochen, sagt Buschkowsky: „Nun kommen Sie ja gleich mit dem Bösesten, was Ihre Schublade zu bieten hat.“ Gerade Stegner sei dem „Sozi-Herzblut nur sehr schwer vermittelbar. Ihm fehlt nahezu alles dazu, eine politische Führungspersönlichkeit zu sein, hinter der man sich versammeln möchte.“ Die Partei sei auf dem Weg zum „Einheitsbrei“ – zurück zu „Klassenkampf und Volkshochschulpolitik. Avantgarde des Proletariats. Eine Klugscheißerpartei.“

Der Ex-Bürgermeister untermauert das mit einem Beispiel: „Wenn ich in den 70er-Jahren hier in Berlin-Neukölln in eine Ortsvereinsversammlung der SPD gegangen bin, dann saßen da etwa 50 Leute, die in der Gegend zu Hause waren: Polizeibeamte, Müllfahrer, Rentner – ein Querschnitt der Stadtbevölkerung.“ Wenn er heute in eine Versammlung desselben Ortsverbandes gehe, „dann sitzen da vielleicht acht Figuren, von denen mindestens ein Drittel erst vor sechs Monaten nach Berlin gezogen ist.“ Und der Hälfte seien „ihre eigenen Befindlichkeiten und Vorlieben, möglichst noch im Unterleib, das A und O ihres Wirkens“. Man habe sich in der SPD in weiten Teilen von der Lebenswirklichkeit, den Sorgen und Nöten der Menschen völlig entfernt: „Über die konturenlose Haltung der SPD zur inneren Sicherheit – einer Kernaufgabe der Politik – will ich erst gar nicht reden. Wenn die Bürger sich nicht geschützt, sondern bedroht fühlen, werden sie krötig.“

„Zurückdrängung des Normal-Michels“

Die Akademisierung der SPD habe „zur Zurückdrängung des Normal-Michels“ geführt: „Ewiges Palavern bis Mitternacht in den Ortsverbänden, um den Spätkapitalismus und Kernkraftwerke. Wer kann das aushalten, wenn er morgens zur Frühschicht muss?“ Auch Kanzlerkandidat Schulz sei „kläglich gescheitert, weil er völlig an den realen Sorgen der Menschen vorbeiredete. Schulz hat einfach viel zu lange im Elfenbeinturm in Straßburg und Brüssel zugebracht. Das hat ihn versaut und für den Stammtisch unbrauchbar gemacht. Was wusste er denn noch von den Emotionen und Aufgeregtheiten vor Ort?“

Der Partei seien auch die Wähler abhanden gekommen, weil Angela Merkel „die beste sozialdemokratische Kanzlerin, die Deutschland je hatte“ sei: „Die CDU von heute hat mit der CDU von Adenauer oder Kohl gar nichts mehr zu tun.“ Über Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet sagte er: „Der gibt doch einen wunderbaren rechten Sozialdemokraten ab. Wenn ich mit ihm bei Diskussionen war, haben die Leute gefragt, wer von den beiden ist eigentlich der bessere Sozi? Der Volkspartei SPD ist das Volk abhandengekommen, und sie hat es nicht bemerkt.“

Sein Prognose für die Partei lautet: „Die Linke links zu überholen mag für Ideologen ein Leckerli sein, endet aber unausweichlich im Zug der Lemminge mit einstelligen Wahlergebnissen und dem Hang zum Sektierertum.“ (WS)

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