Auch er darf bleiben: Pirat Ahmed kaperte Schiff, misshandelte Besatzung, kassierte Lösegeld

Foto: Durch Venera Salman/Shutterstock
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Hannover – Und die Justiz verhindert wieder die Abschiebung eines Schwerkriminellen. Dabei hatte Ahmed M. auf hoher See einen deutschen Tanker gekapert, die Besatzung acht Monate als Geiseln genommen und misshandelt.

Mit dem Segen des Verwaltungsgerichts Hannover darf er bleiben, berichtet Bild. Grund: Zur Tatzeit im Mai 2010 galt der Pirat nach deutschem Recht als minderjährig und damit strafunmündig.

Vor drei Jahren, 2015, war der Somalier eingereist. Die bayerische Polizei griff ihn mit einem gefälschten italienischen Pass auf – er kam in U-Haft. Fingerabdrücke und Auswertung seines Smartphones bewiesen, dass er an Bord des entführten Frachters „Marida Marguerita“ war. Acht Monate hielten er und seine rund 100 bewaffneten Komplizen die 22 Mann an Bord in Geiselhaft. Ahmed M. und die anderen Piraten kassierten 5,5 Millionen Dollar Lösegeld. Dann ließen sie die Geiseln frei.

Laut „Bild“ sagten Besatzungsmitglieder aus, dass sie auch von Ahmed M. misshandelt wurden. „Aber: Ein rechtsmedizinisches Alters-Gutachten stellte fest, dass der Pirat zur Tatzeit jünger als 14 Jahre alt war. Ahmed M. wurde nicht belangt.“

Wegen des Verbrechens hatte die Ausländerbehörde seinen Asylantrag abgelehnt. Er sollte abgeschoben werden. Dagegen klagte der Somalier und bekam nun „Recht“. (WS)

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