Wie der Koran schöngefärbt wird

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Der Koran unterscheidet nicht zwischen Islam und Islamismus (Foto: Durch Billion Photos/Shutterstock)

Es vergeht keine Woche, in der nicht irgendwo versucht wird, dem Koran Friedfertigkeit anzudichten. Meist geschieht dies mit der Sure 5:32, die man schon auswendig kennt:

„Wenn jemand einen Menschen tötet,

so ist es, als habe er die ganze Menschheit getötet!“

Ist dies ein korrektes Zitat? Nein, ist es nicht. Die Sure 5 Vers 32 lautet in allen Übersetzungen „…den Kindern Israels verordnet“ oder „den Kindern Israels vorgeschrieben…“ Dann erst kommt das oben genannte Zitat in gleich klingenden Worten.

Von Albrecht Künstle

Hier wird deutlich, dass dies der Thora der Juden entnommen ist. Dieses Gebot galt den Juden und findet sich in abgewandelter Form auch im Neuen (zweiten) Testament. Aber so wie Jesus oft zitiert wird, „es steht geschrieben …“ heißt es dann weiter, „Ich aber sage euch …“ als Abweichung von der Überlieferung.

So verhält es sich auch hier. Muhammad nahm eine Anleihe aus dem Alten Testament, weil er auch in Medina noch versuchte, die Juden zum Islam zu „bekehren“. Aber die, die sich nicht bekehren ließen, verfolgte er grausam. Er löschte in seiner zweiten Heimat Medina zwei jüdische Stämme aus, und nahm sich dann die Christen vor. An 27 Stellen des Korans ist die Tötung Ungläubiger nicht nur erlaubt, sondern wird von Muhammad geboten! Wer das verschweigt, lügt wie der Teufel.

Ich hatte mich vor einem Jahr schon einmal mit dieser – für Muslime eigentlich verbotenen – Verfälschung des Korans beschäftigt:

«Wer einen Menschen tötet, tötet die Menschheit,
wer einen Menschen rettet, rettet die Menschheit.»

Dieser Vers wird oft zitiert, um die angebliche „Friedfertigkeit des Islams“ zu illustrieren. Und um islamistische Anschläge mit Todesfolge als Terror ohne islam-religiösen Zusammenhang darzustellen. Leider ist dieses Zitat UNVOLLSTÄNDIG und ohne den darauf folgenden Vers 33 zu erwähnen VERFÄLSCHT und BEDEUTUNGSLOS.

In seiner Vollständigkeit richtet sich Vers 32 explizit an die Juden, nicht an die Muslime. Es ist eine «Verordnung» für die «Kinder Israels», was umso paradoxer erscheint, da die Kernaussage des Verses (Tod und Lebensrettung) ursprünglich aus dem jüdischen Talmud stammt, der einiges älter ist als der Koran:

«Aus diesem Grund (Kains Mord an Abel) haben wir den Kindern Israels verordnet, dass wer eine Seele ermordet, ohne dass dieser einen Mord oder eine Gewalttat im Lande begangen hat, soll sein wie einer, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer einen am Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. Und es kamen zu ihnen (Juden) unsere Gesandten mit deutlichen Zeichen, viele von ihnen gebärden sich dennoch maßlos auf Erden.»

مِنْ أَجْلِ ذَلِكَ كَتَبْنَا عَلَى بَنِي إِسْرَائِيلَ أَنَّهُ مَن قَتَلَ نَفْسًا بِغَيْرِ نَفْسٍ أَوْ فَسَادٍ فِي الأَرْضِ فَكَأَنَّمَا قَتَلَ النَّاسَ جَمِيعًا وَمَنْ أَحْيَاهَا فَكَأَنَّمَا أَحْيَا النَّاسَ جَمِيعًا وَلَقَدْ جَاء تْهُمْ رُسُلُنَا بِالبَيِّنَاتِ ثُمَّ إِنَّ كَثِيرًا مِّنْهُم بَعْدَ ذَلِكَ فِي الأَرْضِ لَمُسْرِفُونَ

Im Vers 33 wird dieses Tötungsverbot für strenggläubige Muslime genau ins Gegenteil verkehrt:

«Diejenigen, die gegen Allah und seinen Gesandten kämpfen und auf Erden Unheil stiften, sollen getötet oder gekreuzigt werden, oder es soll ihnen wechselweise Hand und Fuß abgeschlagen werden, oder sie sollen aus dem Lande vertrieben werden. Das ist für sie eine schmachvolle Erniedrigung im Diesseits und im Jenseits haben sie überdies eine gewaltige Strafe zu erwarten.»

إِنَّمَا جَزَاءُ الَّذِينَ يُحَارِبُونَ اللَّهَ وَرَسُولَهُ وَيَسْعَوْنَ فِي الْأَرْضِ فَسَادًا أَنْ يُقَتَّلُوا أَوْ يُصَلَّبُوا أَوْ تُقَطَّعَ أَيْدِيهِمْ وَأَرْجُلُهُمْ مِنْ خِلَافٍ أَوْ يُنْفَوْا مِنَ الْأَرْضِ ۚ ذَٰلِكَ لَهُمْ خِزْيٌ فِي الدُّنْيَا ۖ وَلَهُمْ فِي الْآخِرَةِ عَذَابٌ عَظِيمٌ ﴿٣٣﴾

Anmerkung: Über den Islam aufzuklären, wie es hier geschieht, wird von Strenggläubigen ebenfalls als Kampf gegen Allah gesehen. In manchem islamischen Land würde man das nicht überleben.

Was uns diese beiden Verse (32 und 33 aus Sure 5) zu sagen haben, ist in allen Koranexegesen, Tafsīr (arabisch تفسير) wie folgt dokumentiert:
Der erste Vers (5:32) ist Warnung an die Juden, nicht zu töten und im zweiten (5:33) ist die Aufforderung an die Muslime, die Ungläubigen zu töten, kreuzigen bzw. Hände und Füße wechselweise abzuschlagen.

Aus Platzgründen wird auf die Wiedergabe des arabischen Originals von Tafsirs (Exegese) von Ibn-Katheer verzichtet, mit dem andere Koranexegese übereinstimmen.

Zur Sinnentstellung der Koran-Sure 5:32 siehe auch folgenden Link:

https://freiheitoderscharia.wordpress.com/2017/06/17/wenn-jemand-einen-menschen-toetet-so-ist-es-als-habe-er-die-ganze-menschheit-getoetet-islamkritische-bemerkungen-zu-einem-koranzitat-der-oesterreichischen-imame/

Fazit. Semantiker beschreiben die „Friedfertigkeit“ des Islam so: Der Islam ist mit Frieden schnell fertig.

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