„Integration“: Zum Mord an Sarah (7) in Düsseldorf

Max Erdinger

Symbolfoto: Von ESB Professional/Shutterstock

Gestern berichteten wir vom Mord an der kleinen Sarah (7) in Düsseldorf-Rath. Ihr Vater, Ahmed F., ist der mutmaßliche Täter. Er soll seine Tochter während oder unmittelbar nach einem zum Streit eskalierten Videochat mit der Mutter des Kindes, Katharina (44),  erwürgt haben. Gedanken zu einem ungelösten und kaum thematisierten Problem.

Von Max Erdinger

Es ist immer schrecklich, wenn jemand durch einen Mord ums Leben kommt. Sind Kinder die Opfer, kommt es uns besonders schrecklich vor und schier unaushaltbar im Kopf wird es, wenn ein Kind von seinen eigenen Eltern ermordet wird. Das hängt mit der Gewißheit zusammen, in der die meisten Leute als Kinder leben: Niemand liebt mich so bedingungslos wie mein Vater und meine Mutter. Ihr Leben würden sie geben, um meines zu retten. Dieses Urvertrauen von Kindern ist essentiell für die Entwicklung einer positiven Lebenseinstellung. Doch immer wieder kommt es vor, daß Eltern zu Mördern ihrer eigenen Kinder werden, häufig im Rahmen eines erweiterten Selbstmordes.

Im Fall der 7-jährigen Sarah aus Düsseldorf gibt es jedoch eine familiäre Konstellation, die aufmerken läßt. Die Herkunft der Mutter ist nicht bekannt. Sie heißt Katharina, könnte also ebenso gut Russin sein wie Deutsche. Sie ist zwölf Jahre älter als der mutmaßliche Mörder von Sarah. Bei ihm handelt es sich den Presseberichten zufolge um einen gut integrierten Ägypter.

Seit jeher frage ich mich, woher gewisse bundesdeutsche Gewißheiten zur Integration kommen. Erstens frage ich mich, wie man zu der Behauptung kommen kann, Integration sei eine Aufgabe für die aufnehmende Gesellschaft mindestens so sehr, wie sie eine für den zu Integrierenden ist. Zweitens frage ich mich, woher die Arroganz kommt, mit der unterstellt wird, unsere Kultur und unsere Lebensgewohnheiten seien derartig knorke, daß sich auch jeder unbedingt in sie hineinintegrieren wollen muß. Und drittens frage ich mich, ob man einen Kulturfremden, der lediglich nicht straffällig geworden ist, allein deswegen schon als integriert bezeichnen kann, oder ob es so etwas wie eine rein oberflächliche Integration, resp.eine „Teilintegration“ gibt. Daß es sie geben könnte, dafür gibt es Indizien. Die Zahl derjenigen Kulturfremden, die als Leistungsempfänger gut in die Sozialsysteme unseres Landes integriert sind, ansonsten aber nicht viel mehr als Verachtung für uns, den „dekadenten, gottlosen Hedonistenpöbel mit seiner von oben verordneten und aufgesetzten Kollektivmoral“ empfinden, scheint nicht gerade gering zu sein. Und alle diese Leute stammen aus dem islamischen Kulturkreis.

„Der Islam gehört nicht zu Europa“: Stellung von Frauen und Kindern in der muslimischen Familie, der Ehrbegriff, der Stellenwert der Religion und etliches anderes mehr an Einstellungen und Lebensgewohnheiten, die eine unüberschaubare Zahl von Moslems im Land ostentativ zur Schau stellen und niemals ändern, erklären von selbst, woher die Ansicht unserer Gutmenschen kommt, die Integration der Kulturfremden sei zu gleichen Teilen auch unsere eigene Aufgabe und daß wir uns an veränderte Lebensbedingungen im eigenen Lande zu gewöhnen hätten. Sie sehen nämlich durchaus, daß es eine vollumfängliche Integration, wie wir sie bspw. im Falle der vietnamesischen Boatpeople im Jahre 1978 erlebt haben, mit sehr vielen Moslems nicht geben wird.

Zu welcher Kollision könnte es in Düsseldorf gekommen sein?

Die wenigsten Deutschen dürften sich je intensiver mit dem deutschen Scheidungsrecht, dem Sorge- und Unterhaltsrecht oder dem Aufenthaltsbestimmungsrecht für die gemeinsamen Kinder nach einer Ehescheidung beschäftigt haben. Man muß nicht übertreiben, um festzustellen, daß die diesbezüglichen Gesetze voll und ganz auf die Interessen der Frauen und Mütter zugeschnitten worden sind – und daß dieser Zuschnitt jahrzehntelangem, linksfeministischem Lobbyismus geschuldet ist. Die Fälle, in denen Väter gegen den erklärten Willen der Kindsmutter nach einer Scheidung das alleinige Sorgerecht für ihre Kinder zugesprochen bekommen haben, kann man beinahe an einer Hand abzählen. Gerade Väter, die sich zuvor auf ein feministisch definiertes Familienmodell eingelassen hatten und möglichst hälftig die sog. „Familienarbeit“ übernahmen, vorher schon „Erziehungsurlaub“ genommen – und ganz eindeutig das alte „Patriarchatsmodell“ abgelehnt hatten, stellen nach einer bösen Scheidung völlig konsterniert fest, daß ihnen das, obwohl sie vorher über den grünen Klee dafür gelobt worden sind,  auf einmal nicht im geringsten etwas nützt. Allerdings sind sie so sozialisiert, daß sie sich notfalls auf langwierige Gerichtsstreitigkeiten einlassen oder einfach mit gebrochenen Herzen resignieren. Ein Umgangrecht mit den eigenen Kindern, das sich auf ein mehrstündiges Treffen alle zwei Wochen an einem neutralen Ort beschränkt, ist der blanke Hohn für Väter, die sich zuvor jahrelang „wie eine Mutter“ um ihre Kinder gekümmert haben.

Anders dürfte sich die Sache verhalten bei Vätern, die in Deutschland nur oberflächlich integriert oder eben nur teilintegriert sind. Ich meine Väter aus dem orientalischen Kulturkreis, die zuvor lediglich „die Füße stillgehalten“ haben, ohne je voller Überzeugung hinter den feministischen Dogmen gestanden zu sein, welche die Rechtswirklichkeit in deutschen Familienrechtsfragen prägen. Es würde zu weit führen, im Rahmen dieses Artikels die Unzumutbarkeiten alle auszubreiten, welche das deutsche Familienrecht für Väter vorsieht. Dem Interessierten sei deshalb dieses Lexikon anempfohlen. Dort findet er alles dazu – und noch viel mehr.

Worum ging es bei dem Streit zwischen Ahmed F. und Katharina genau?

Man kann es natürlich nicht wissen. Aber meine Vermutung geht dahin, daß es sich um einen Streit gehandelt haben muß, bei dem die später ermordete Sarah eine Rolle spielte. Möglicherweise war Ahmed F. von Katharina angekündigt worden, daß sie sich scheiden lassen – und  dafür sorgen wolle, daß er seine Tochter so gut wie nicht mehr sieht. Zwar kann man nicht sagen, daß jeder Orientale in einem solchen Fall so reagieren würde wie Ahmed F., aber mit Sicherheit kann man sagen, daß die Wahrscheinlichkeit einer solchen Reaktion bei ihm deutlich höher ist als bspw. bei einem ideologisch durchfeminisierten, autochthonen Ortsverbandsvorsitzenden der Grünen.

So viel steht nämlich fest: Wenn man dringend ein Beispiel für kulturelle Inkompatibilität bräuchte, – das Thema „Orient und deutsches Familienrecht“ wäre das beste. An dieser Inkompatibilität nämlich wird keine Integration jemals etwas ändern. Man darf sich also fragen, welche Zeitbomben für kleine Kinder aus solchen Mischehen da noch schlummern.

 

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