„Gemetzel“ in Lübeck: 9 Verletzte bei Bus-Anschlag – Auch Kampfmittelräumdienst am Tatort

Fotolia-animalfora
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In Lübeck hat ein Mann iranischer Herkunft heute Nachmittag in einem Bus neun Menschen verletzt – zwei davon schwer. Er war mit einem Messer auf Fahrgäste losgegangen. Zunächst war von 14 Opfern die Rede. Eine Zeugin sprach von einem „Gemetzel“. Dazu musste der Kampfmittelräumdienst gegen einen vom Täter abgestellten Rucksack vorgehen. Darin wurde laut „Bild“ Brandbeschleuniger gefunden.

Die Gewalttat hat sich im Stadtteil Kücknitz ereignet. Ob es sich um einen Terroranschlag handelt, lässt die Staatsanwaltschaft noch offen. Die Polizei hat den Täter festgenommen. Dieser habe – so hieß es zunächst – angegeben, Iraner zu sein. Inzwischen sagt die Staatsanwaltschaft, der Mann sei iranischstämmig, habe aber die Deutsche Staatsbürgerschaft. Laut Augenzeugen soll der 34-Jährige das Attentat mit einem Küchenmesser begangen haben. Außerdem habe er einen rauchenden Rucksack fallengelassen. Der Kampfmittelräumdienst untersuchte später am Tatort diese Tasche und fand Brandbeschleuniger.

Über die genauen Hintergründe der Tat tappt die Staatsanwaltschaft noch im Dunkeln. Entgegen erster Meldungen hat nicht die zufälliger Weise in der Nähe sich aufhaltende Besatzung eines Streifenwagens den Attentäter überwältigt, sondern einige der Bus-Passagiere. Die Beamten nahmen den Täter dann fest.

Ein weiblicher Fahrgast berichtet: „Eines der Opfer hatte gerade seinen Platz einer älteren Frau angeboten, da stach der Täter ihm in die Brust. Es war ein Gemetzel!“ Die Augenzeugin werde von der Polizei betreut. Wegen der unklaren Lage hatten die Behörden auch den Bahnverkehr unterbrochen.

Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) sagte, als er über den Anschlag in Lübeck informiert wurde, die Eröffnung der Travemünder Woche (TW) ab. Aufgrund des Anschlags sehe er seinen Platz heute woanders, so das Innenministerium gegenüber den TW-Organisatoren. Auch Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau begab sich zum Ort des Geschehens.

Laut Augenzeugen sei der Bus voll besetzt Richtung Travemünde unterwegs gewesen. Dann habe der südländisch aussehende Mann plötzlich den Rucksack fallen gelassen. Der Fahrer stoppte sofort den Bus und sprach den Mann an. Daraufhin sei der Fahrer mit Faustschlägen angegriffen worden. Danach habe der Täter das Messer gezogen und die anderen Passagiere attackiert. Geistesgegenwärtig hatte der Fahrer noch die Türen geöffnet, so dass die Fahrgäste fliehen konnten.

Ein Anwohner berichtet: „Die Passagiere sprangen aus dem Bus und schrien. Es war furchtbar. Dann wurden die Verletzte abtransportiert. Der Täter hatte ein Küchenmesser.“ (WS)

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