Christen siegten in der größten Schlacht der Rückeroberung

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Welt.de vermeldet: „In der größten Schlacht des spanischen Mittelalters schlagen die verbündeten Heere der christlichen Staaten am 16. Juli 1212 bei Navas de Tolosa im Norden Andalusiens die Truppen des Almohaden-Kalifen Muhammad an-Nasir.“

 Von Thomas Schlawig

 Nachdem immer wieder behauptet wird, die Christen hätten mit den Kreuzzügen begonnen, ein kleiner Exkurs in die Geschichte. Die islamische Expansion fand bereits seit dem 7. Jahrhundert statt. Dabei wurden christliche Gebiete unterworfen (Islam = Unterwerfung) und durch arabisch-moslemische Eroberer besiedelt. Das geschah in Nordafrika, dem Nahen Osten, Italien, sowie Spanien und Portugal. Seit 638 stand Jerusalem unter Moslem-Herrschaft.

Die Eroberung des Heiligen Landes und Zurückdrängung der Araber wurde von der Kirche unterstützt und als Verteidigung des Christentums betrachtet. Es sollte der ungehinderte Zugang zu den Heiligen Stätten durch christliche Pilger wiederhergestellt werden, der durch Übergriffe der Moslems in den Häfen der Levante gegenüber ankommenden Pilgern unmöglich gemacht wurde.

Der erste christliche Kreuzzug war die Folge eines Hilferufes des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos in dem er um militärische Unterstützung gegen die Türken bat. Papst Urban II. forderte am 27. November 1095 auf der Synode von Clermont zum Kreuzzug in das Heilige Land auf. Damit sollten die dort ansäßigen Moslems vertrieben und die Heiligen Stätten der Christen in Jerusalem in Besitz genommen werden. Seit der Zerstörung eines der größten Heiligtümer des Christentums – der Gabeskirche –  durch Moslems im Jahr 1009, waren mehr als 8 Jahrzehnte vergangen.

Die Expansionsgelüste der Moslems gingen jedoch weiter. Es folgten die Einnahme Adrianopels (Edirne) im Jahr 1361 und gewonnene Schlachten an der Mariza (Mazedonien) im Jahr 1371, auf dem Amselfeld (Kosovo) 1389 und bei Nikopolis (Siebenbürgen/Walachei) im Jahr 1396. Weiterhin folgte eine zweite Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo) im Jahr 1448. Damit waren die Osmanen auf europäischen Boden eine bedeutende Militärmacht, die weite Teile der Balkanhalbinsel unterworfen hatte.

Nach Einnahme der Hauptstadt des oströmischen Reiches (Byzanz)  Konstantinopel (Istanbul) im Jahr 1453 wurden die Expansionen der Osmanen zu einer ernsten und dauerhaften Gefahr für die abendländischen Staaten. Daraus folgten Widerstand und Rückeroberung. Eine der größten Schlachten war dabei die Rückeroberung der Iberischen Halbinsel im Jahr 1212, welche der Anfang vom Ende der Moslemherrschaft war, die seit 711  andauerte.

Zu dieser Schlacht rief Papst Innozenz III. auf und unter Führung von König Alfons VIII. von Kastilien beteiligten sich weitere Truppen aus Aragon, Katalonien, León, Navarra und Südfrankreich daran. Insgesamt waren es bis zu 17.000 Mann. Die Moslems wurden geschlagen, obwohl ihr Heer fast doppelt so groß war.

In Al-Andalus gerieten die moslemischen Eroberer von da an in die Defensive. Córdoba fällt 1236, Sevilla 1248 und Cádiz 1261. Nur Granada kann sich bis 1492 halten.

Auf einem anderen Schauplatz, der Balkanhalbinsel kam es zum Vordringen der Türken nach Norden und es folgte die erste Belagerung Wiens durch die Türken. Vom 27. September bis zum 14. Oktober 1529 schlossen osmanische Truppen unter dem Kommando von Sultan Süleyman I. dem Prächtigen Wien ein. Die Truppen der Osmanen hatten eine Stärke von 150.000 Mann und die der Verteidiger Wiens etwa 17.000 Mann. Nach großen Verlusten begann in der Nacht auf den 15. Oktober der Abzug der Türken. Die Truppen ließen alles zurück, was sie beim Rückzug behinderte.

Im Jahr 1683 kam es zur zweiten Belagerung Wiens durch das Osmanische Reich.  Sie dauerte vom 14. Juli bis zum 12. September und der Versuch Wien einzunehmen, scheiterte wie bei der ersten Belagerung. Zwei Monate lang hatte sich Wien gegen ein 120.000 Mann-Heer verteidigt, ehe die Türken nach der Schlacht am Kahlenberg zum Rückzug gezwungen wurden.

Die Geschichte zeigt, daß der Islam seit Hunderten von Jahren versucht in Europa Fuß zu fassen. Bisher wurden alle derartigen Gelüste abgewiesen und zurückgeschlagen. Das zeigt aber auch, daß die europäischen Völker den Islam nie als Teil ihrer Geschichte betrachteten und sich der Unterwerfung erfolgreich widersetzten. Trotzdem sind die Spuren der osmanischen Eroberer noch bis heute in einigen südeuropäischen Ländern zu sehen, welche sich in Konflikten zwischen Christen und Moslems zeigen. Das ganz besonders in Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo.

Leider sind die Europäer heute nicht mehr in der Lage, sich gegen den expansiven Islam zu behaupten, sondern biedern sich ihm zur eigenen Vernichtung an.

„Sie haben dem Westen den Krieg erklärt und führen systematisch eine Schlacht nach der anderen. Und sie werden gewinnen. Ihr erster Sieg besteht darin, die Gesellschaft zu verängstigen“    Boualem Sansal, algerischer Schriftsteller und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels

 

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