Merz will kein Hoffnungsträger sein und die FDP arbeitet an – 5%

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Bei der verzweifelten Suche nach einem möglichen Merkel-Nachfolger wurde immer mal wieder der Name von Friedrich Merz genannt. Welch ein Irrtum!

Von Vera Lengsfeld

In den Diadochenkämpfen nach dem Sturz von Wolfgang Schäuble war dem bislang nicht zum inneren Kreis gehörenden Merz unerwartet der Bundestags-Fraktionsvorsitz zugefallen, nachdem Angela Merkel sich ebenso überraschend den Parteivorsitz gesichert hatte. Damit verwehrte man Merkel vorerst den Zugriff auf den Fraktionsvorsitz. Damals glaubte der Rest des berühmten, aber bereits lahmen „Andenpaktes“ jüngerer, ehrgeiziger CDU-Männer, sich noch aussichtsreiche Positionen für die Zeit nach der nächsten Kanzlerwahl sichern zu können.
Die Rechnung war, dass Edmund Stoiber den Kampf um die Kanzlerkandidatur gewinnen würde und Merkel danach leicht als Vorsitzende zu stürzen wäre.

Bis dahin hatte „Kohls Mädchen“ noch niemand als ernsthafte Konkurrenz gesehen. Merkels Stärke war immer, dass sie unterschätzt wurde.
Mit ihrem Coup, nach Wolfratshausen zu Stoiber zu fliegen und ihm beim Frühstück die Kandidatur auf dem Tablett zu servieren, hatte keiner gerechnet. Nun war sie die Kanzlerkandidaten-Macherin und unangreifbar. In dieser Situation ließ sich Merz, wie in der Unions-Bundestagsfraktion kolportiert wurde, von Stoiber versprechen, dass er nach der Wahl Fraktionsvorsitzender bleiben würde, angeblich sogar für den Fall, dass Stoiber verlieren sollte. Fakt ist, dass er es in den zwei Jahren als Fraktionsvorsitzender nicht vermocht hat, eine stabile Anhängerschaft zu gewinnen. Er war vor allem nicht Manns genug, mit Merkel um diese Position zu kämpfen.

Merz saß dann noch ein paar Jahre als beleidigte Leberwurst im Bundestag herum, ehe er sich auf einen hoch dotierten Posten verabschiedete. Wegen seiner scheinbar wirtschaftsliberalen Positionen wurde er für einen Konservativen gehalten, wenigstens von den orientierungslosen Konservativen als Verlust betrauert.

Vor wenigen Monaten hat sich Merz kurz als Merkel-Kritiker zu Wort gemeldet, aber wieder nicht den Schneid gehabt, auf den Parteitag zu gehen und sie herauszufordern.

Mit seiner Ablehnung des Preises der Ludwig-Erhard-Stiftung hat Merz endgültig klar gemacht, dass man ihn vergessen kann. Wenn er schon Angst hatte, diesen Preis aus den Händen von Roland Tichy entgegenzunehmen, hätte er wenigstens den Mund halten sollen. Stattdessen gibt er kund und zu wissen, dass ihm Tichy „zu rechts“ sei. Dabei vertritt Tichy mehr oder weniger die Positionen, für die Merz selbst stand, zuletzt als Merkel-Kritiker. Mehr Selbstverleugnung aus Feigheit vor dem linken Mainstream geht kaum.

Das Handelsblatt, das Merz´ Ablehnung zum Skandal hochgeschrieben hat, präsentierte kurz darauf den „Beifall von der Politik“. Allen voran Alexander Lambsdorff, der ein eifriger Arbeiter für das FDP-Projekt -5% ist.

Er twitterte: „Endlich steht jemand aus dem bürgerlichen Lager auf und entlarvt @RolandTichy, dessen rechtspopulistischer @TichysEinblick nicht zufällig so oft auf den Pulten der @AfD im Bundestag liegt. Danke, Friedrich #Merz”.

Was der Freiherr und Graf offensichtlich nicht zu begreifen imstande ist, ist die einfache Tatsache, dass eine Oppositionspartei die Regierung zu kontrollieren hat, statt der Oppositionsführerin die alleinige Opposition zu überlassen. Es liegt auch an der lauen Performance der FDP, dass die Zustimmung für die AfD unaufhaltsam wächst. Hoffen kann Die FDP nur, dass der nächste Fauxpas von Alexander Gauland diesen Trend stoppt. Was würde wohl Otto Graf Lambsdorff sagen, wenn er das erleben müsste?

Der behauptete Skandal wirft nur ein erneutes Schlaglicht auf die Hypernervosität der Merkel-Lagers. Man spüret immer stärker, dass der Boden unter den Füßen ins Rutschen kommt. Aber statt soliden Grund zu suchen, lenkt man lautstark mit der Schaffung von Pseudo-Skandälchen davon ab, dass man jeden festen Halt verloren hat.

Tichy können solche Angriffe jedenfalls nichts anhaben. Er hat aus der Ludwig-Erhard-Siftung wieder einen präsentablen Verein gemacht. Tichys Einblick ist eine Erfolgsgeschichte, sowohl als Online-Portal, als auch als Printausgabe. Für die Juroren, die sich nach der Ablehnung von Merz feige vom Acker gemacht haben, wird sich Ersatz finden. Für Merkel übrigens auch.

Wandere aus, solange es noch geht!
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15 Kommentare

  1. Auch der Merz wurde jetzt „eunuchisiert“……….Die EIERLOSEN erkennt man an ihrer Pieps-Stimme……………;-)

  2. Röhrrrr……
    Warum sollte der Transatlanikbrücke Vorsitzende Merz den Wunsch haben sich zu Verschlechtern???
    Die Macht haben die Hintermänner, die Merkel zieht das Feuer auf sich.

    Lambsdorff ist mir nur noch ein Begriff aus der Flick-Parteispenden-Affäre.

  3. Merz soll und wird in der Wirtschaft bleiben. Seine Zeit in der Politik ist vorbei. Das weiß er. Eigentlich darf niemand mehr von der CDU Kanzler werden. Von der SPD sowieso nicht!

  4. Frau Lengsfeld überschätzt
    1) den Wichtigtuer Tichy, der Kommentare wegzensieren läßt, die an Deutlichkeit nicht so viel zu wünschen übrig lassen wie seine eigenen Artikel.
    2) die Ludwig-Erhard-Stiftung mit so dubiosen Preisträgern wie Gerhard Schröder ( der Millionen Koranverwirrten deutsche Pässe zukommen ließ) , Reinhard Marx ( der die Angst vorm Islamisiertwerden Deutschlands für absurd hält) usw…. oder eben wie F.Merz, der den Preis ablehnte.

    Weiß Lengsfeld denn nicht, daß Ludwig Erhard den Untergang Deutschlands einläutete, indem er 1965 mit dem Ansiedeln von koranverwirrten Großfamilien mitten in D begann, die 7 Jahre später sich bereits zu einer Gegengesellschaft von 500 000 Koranverwirrten ausgewachsen hatten???

  5. Mal wieder nicht voll getroffen, Frau Lengsfeld !

    Merz ist eng mit der Heuschrecke Blackrock verbandelt. Er soll der Deutschlandchef sein. Da es hier industriell noch viel zu filetieren gibt, wird sich Merz wohl kaum mit den globalen Eliten anlegen, sondern mit ihnen gemeinsam die Globalisierung preisen, die uns allen in der Welt als „linkes Projekt“ verkauft wird. Zu weit rechts kann Merz dann nicht sein. Denn dann wäre er für Blackrock wertlos und seine Brieftasche leer. Man erinnere sich noch, zu welchen Bedingungen er für die Landesregierung NRW damals die marode West LB verkaufen sollte. Jeder kann googeln, wie Merz auf feste Tantiemen bestand- erfolgsunabhägig

    Dass ausgerechnet Merz ein Hoffnungsträger sein sollte, habe ich nie verstanden und zeigt die gesamte Naivität der sog. Opposition, die der CDU nahesteht.

  6. Merz wird und wurde gnadenlos überschätzt. Ein NSA-Schläfer und Mitarbeiter bei der Heuschrecke Black Rock.
    Für welche „Verdienste“ soll der einen Preis erhalten…?

  7. März wurde öffentlich abgesägt und dann hat er sich durch „Think Tanks“ retten lassen. Er ist kein Glaubwürdiger Vertreter eines Neuanfangs ohne Merkel.

  8. Merz würde da weiter machen, wo Merkel aufhört. Mit Leuten die nach Pfeife der Amis tanzen und vielleicht noch Soros zu seinen bekannten zählt, wird hier nichts ändern. Dafür müsste die erste und zweite Garnitur der CDU in die Wüste geschickt werden.

  9. Ich sehe im Augenblick niemanden, der in der CDU die Führung übernehmen könnte und die Partei zurück in die bürgerliche Mitte zu steuern in der Lage wäre. Ich sehe dort keine Männer von Format. Frau Merkel hat sie alle zu Eunuchen gemacht. Wir brauchen aber keine 4 linke Parteien, vielleicht schließen sich auch CDU, SPD, Grüne und die Linke zusammen und bilden eine neue Sozialistische Einheitspartei. Dann könnte Frau Merkel wahrscheinlich bequem ohne CSU weiter regieren. Herr Lambsdorff ist für mich schon seit Jahren eine einzige Enttäuschung. Wegen solcher Leute habe ich nach über 20 Jahren beschlossen nicht mehr die FDP zu wählen.

    • Ich war früher mal bei den JuLis (Junge Liberale). Wenn ich sehe, was da heute für „Kannalien“ rumlaufen, wird es für die AfD steil bergauf gehen (von der JU ganz zu schweigen). Und der Spruch, der für Klein- und Mittelständler passt: „Das dümmste Kalb wählt sich seinen Schlachter selbst“, in dem Fall FDP.

  10. Merz, ein Stratege und Vorsitzender der berühmten „Soros-Atlantikbrücke,“ war und ist ein
    “ Dampfplauderer.“ Mit solchen Typen wäre diese Linksversiffte CDU auch nicht mehr
    zu retten.

  11. Ich halte mich da ganz an den weisen Rat Epikurs. Man muß sich aus dem Gefängnis der Geschäfte und der Politik befreien.

  12. Könnte man stolz darauf sein, der Nachfolger der Blutkanzlerin zu sein?
    Wenn ein Kandidat einer anderen Partei sie besiegt, dann sieht es anders aus, weil er den Drachen getötet hat.
    Die CDU kann nur erfolgreich weiterbestehen, wenn Merkel tot umfällt!

  13. War von Lambsdorff nicht anders zu erwarten. Auch steht auf der EU- Helferlein- Liste Soros‘. Es gibt keine konservativen oder liberalen Altparteien mehr. Sie sind inzwischen alle in die linksradikale Ecke abgedriftet.

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