Causa Özil/ Gündogan: Jetzt quiekt auch noch der Klopp herum

Die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil sowie der türkische Nationalspieler Cenk Tosun mit ihrem Präsidenten Erdogan (Bild: Screenshot)
Die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil sowie der türkische Nationalspieler Cenk Tosun mit ihrem Präsidenten Erdogan (Bild: Screenshot)

Vermutlich weil Sommerpause bzw. spielfrei ist, möchte auch noch Jürgen Klopp etwas zu diesem Thema sagen (darauf haben alle gewartet). Selbstverständlich nimmt „Kloppo“ o.g. in Schutz.

 Von Nils Kröger

(…) „Das ist doch völliger Quatsch. Die intelligenten Menschen dieses Landes fordern Toleranz. Und die anderen sollten am besten mal den Mund halten und die Jungs nicht infrage stellen“, sagte der Trainer des FC Liverpool der „Sport Bild“. (…)

 Diese Aussagen werfen doch einige Fragen auf. Wenn die Intelligenten Toleranz fordern, fordern die Dummen dann Intoleranz? Wie soll das gemessen werden? Woran erkenne ich denn dumme Menschen? Wer ruft denn zu Intoleranz auf? Wieso dürfen die „Jungs“ nicht infrage gestellt werden? Warum sollen „die anderen“ den Mund halten? Was ist mit der grundgesetzlich verbrieften Meinungsfreiheit? Dürfen diese nur „intelligente toleranzfordernde“ Menschen wahrnehmen? Funktioniert so eine Demokratie?

 Klopp räumte ein, dass Özil und Gündogan nicht gut beraten wurden, als sie sich bei einem Termin im Mai mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan fotografieren ließen. Aber: „Wir sollten nicht vergessen, dass die beiden nun mal türkische Wurzeln haben, auch wenn sie hier in Deutschland aufgewachsen sind. Aber es ist wie immer: Wer am lautesten krakeelt, wird am meisten gehört“, monierte Klopp die Anfeindungen gegen die Profis. (…)

 Wie süß. Die „Jungs“ wurden nicht gut beraten. Nur zur Erinnerung, die beiden sind 27 bzw. 29 Jahre alt. Nach deutschem Recht sind sie also voll geschäftsfähig und müssten die Tragweite ihrer Entscheidung doch einschätzen können, oder? Ach, weil sie türkische Wurzeln haben, können sie machen was sie wollen, oder wie? Nehmen wir an, rein hypothetisch, der Bundestrainer hätte einen deutschen Spieler mit russischem oder amerikanischem oder nordkoreanischem oder ungarischem Migrationshintergrund in seine Auswahl berufen, diese/r Spieler träfe/n sich zum offiziellen Fototermin mit Putin oder Trump oder Kim Jong Un oder Orban und überreichen ein Trikot mit der Aufschrift „Für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll“. Was wäre wohl passiert?

Schuster, bleib bei deinen Leisten.

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