Deutschenhasserin: Jutta Ditfurth und die Abtreibung

Jutta Ditfurth (Bild: © Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)
Jutta Ditfurth (Bild: © Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Bei Facebook kursiert ein Screenshot von der Seite Jutta Ditfurths, in welchem sie sich lobend über einen Text äußert, der offenbar Abtreibungen banalisiert hatte. Selten hat jemand seine seelische und kulturelle Verwahrlosung in weniger Sätzen dokumentiert. Die Fundamentalkritik.

von Max Erdinger

Jutta Ditfurth ist politisch seit Jahren nicht mehr groß in Erscheinung getreten. Die Tochter des angesehenen Wissenschaftlers und Wissenschaftsjournalisten Hoimar von Ditfurth war Grünenpolitikerin der ersten Stunde und zählte zum „Fundiflügel“ der noch jungen Partei, als dieser in den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts dem „Realoflügel“ unterlag. Beim Thema „Abtreibung & Frauenrechte“ dürfte es aber noch nie einen nennenswerten Dissens zwischen grünen Fundis und den Parteirealos gegeben haben.

 

Screenshot Jutta Ditfurth

 

Frau Ditfurth schrieb also: Kluger Text über Abtreibungen und die überflüssige Dramatisierung des Vorgangs. Meine Abtreibungen waren keine „Tragödien“, sondern selbstverständliche + richtige medizinische Eingriffe, die mich mein Leben, samt Kunst und Politik, so führen lassen, wie ich es will. Problemlos.

Allgemeines zu Abtreibungen

Unter Lebensschützern kursiert eine Zahl, die ich hier weder verifizieren noch bestreiten kann: 10 Millionen. Das ist die Zahl der Abtreibungen, die es in Deutschland im letzten halben Jahrhundert gegeben haben soll. Diskussionen und Nachrichtenmeldungen über geforderte und verwirklichte Reformen des  § 218 StGB (Abtreibungsparagraph) waren jedenfalls fester Bestandteil des „gesellschaftlichen Diskurses“ in Deutschland über wenigstens 20 Jahre. Der Paragraph wurde von 1975 bis 1995 immer wieder geändert, zuletzt am 1. Oktober 1995.

Man muß sich nicht auf 10 Millionen festlegen. Daß es mehrere Millionen gewesen sind, ist unstrittig. Ebenso unstrittig ist, daß wir dann, wenn es diese Abtreibungen nicht gegeben hätte, auch kein demografisches Problem hätten, welches heute durch die „Einwanderung von Fachkräften“ gelöst werden soll. Die „Liberalisierung“ des Abtreibungsrechts läßt sich allein in diesem Punkt schon durchaus weniger euphemistisch benennen. Man könnte auch von einem Anschlag auf die Zukunftsfähigkeit des deutschen Volkes sprechen, durchgeführt mit einem Sprengstoffpaket namens „Liberalisierung“. Noch krasser: Indem man den Frauen einredete, ihre biologische Funktion als Frau sei für die Zukunft erläßlich, verspielte man die Zukunft eines ganzen Volkes. Die Geburtenrate deutscher Frauen liegt seit Jahrzehnten unterhalb der Sterberate. Die Deutschen sterben allmählich aus und die Folgen jener „Liberalisierung“ lassen sich in jeder deutschen Stadt beobachten. Überall gibt es inzwischen mehr quietschende Rollatorenrädchen als gesunde Füße. Wirklich überall? – Nein, eine gesellschaftliche Gruppe leistet heroischen Widerstand gegen die „Liberalisierung“: Reicher Kindersegen ist in moslemischen Familien keineswegs die Ausnahme, sondern der Regelfall.

Hier allerdings wird fein differenziert. Muslimas mit zehn Kindern sind eine kulturelle Eigenart, die der Deutsche respektieren muß, so er nicht als „intolerant“ gelten will. Würde er in seiner ganzen Toleranz aber deutschen Frauen zurufen, daß sie sich an den Muslimas ein Beispiel nehmen sollen, dann würde er die deutsche Frau „zur Gebärmaschine degradieren“ und wäre ein „Anhänger des perversen Lebensbornmodells der Nazis“. Sogar dann, wenn er dabei nur an eines oder zwei wünschenswerte Kinder denkt.

Woher deutsche Liberale und „Frauenrechtlerinnen“ die Gewißheit nehmen, sie könnten folgenlos das biologische Prinzip vom Leben und Sterben für obsolet erklären, indem sie das biologische Geschlecht eines Menschen als irrelevant hinsichtlich der zu gewährenden Freiheiten interpretierten, wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben. Auch der Liberalismus hat seine Ideologen – und Ideologen halten sich bekanntlich nicht gerne mit Logik und unbeeinflußbaren Gesetzmäßigkeiten auf, besonders dann nicht, wenn diese ihren Wolkenkuckucksträumen zuwiderlaufen.

Man liegt vermutlich nicht daneben, wenn man heute unterstellt, daß das Geschwätz von den Frauenrechten, der Frauenemanzipation und ihrer Unterdrückung durch das Sperma des Patriarchen nicht ausschließlich ihrer überaus seltsamen Befreiung von sich selbst dienen sollte, sondern daß der langfristige Effekt aufs Ganze durchaus beabsichtigt gewesen ist. Es ist kein Zufall, daß es ausgerechnet Jutta Ditfurth ist, die Befürworterin des Ungeborenenmordes in seiner ganzen „Problemlosigkeit“, die anfangs der Neunziger Jahre auf einer Demo hinter einem Transparent mit der Aufschrift „Nie wieder Deutschland!“ gesichtet wurde.

„Abtreibung“ ist ein Euphemismus

Es ist ein alter Hut, daß der Deutsche zum Euphemismus neigt, wenn ihm die zutreffende Bezeichnung eines Sachverhalts nicht in seinen ideologischen Kram paßt. Unmensch möchte er nämlich nicht gerne sein. Da wurden die gezielte, staatlich angeordnete Ermordung von Millionen zur „Endlösung einer Frage“ und die rechtswidrige Inhaftierung einer Person zur „Schutzhaft“. Genauso „harmlos geredet“ wird heute der Ungeborenenmord. Der euphemistische Gipfel für die irreversible Tötung ungeborenen Lebens war der Begriff  „Schwangerschaftsunterbrechung“. Nach derselben Methode könnte man allerdings eine Hinrichtung auch als eine „Lebenszeitunterbrechung“ bezeichnen oder den Bankrott als eine Wohlstandsunterbrechung. Der Euphemismus gehört in Deutschland zur Grundausstattung aller ideologischen Werkzeugkästen. Seit einigen Jahren sehr beliebt ist die Begründung jedweder staatsdirigistischen Einmischung ins Private und der Verstaatlichung individueller Kompetenzen vermittels des „Umweltschutzes“. Der „Umweltschutz“ ist zur „Schutzhaft“ für die Freiheit geworden.

„Freiheit“ wiederum ist heutzutage nicht mehr das, was ein Einzelner in Anerkenntnis der Realität ohne jede weitere Rechtfertigung tun oder lassen kann, sondern das, was er in einer konstruierten Realität (Geschlecht ist z.B. ein „soziales Konstrukt“) noch darf – und zwar aufgrund von Erlaubnissen, Konzessionen und Gestattungen, die ihm huldvoll gewährt werden, kurz: Freiheit gilt heute als die Summe der gewährten „Freiheiten“. Die wiederum haben mit Freiheit nicht das geringste zu tun. Die Summe seiner Freiheiten garantiert dem Einzelnen heute lediglich das fragwürdige Recht, eine egozentrische, wenn nicht egoistische Charaktersau zu sein. „Geiz ist geil“ als megaerfolgreicher Werbeslogan spiegelt diesen Sachverhalt perfekt.

„Abtreibung“ ist ein Wort, das jede individuelle Verantwortung für den Erhalt eines transzendenten, kulturell etablierten Bezugs zum Leben generell verneint. Frauen wie Jutta Ditfurth geht es nicht mehr um das Leben als solches, sondern nur noch um ihr eigenes. Um das Leben der Anderen geht es nur noch insofern, als daß es das Potential hat, beeinträchtigend auf das eigene zu wirken. Wo sich das abzeichnet, wird sofort per Gesetz gegengesteuert.

Die „Abtreibung“ überlebt

Mit den „Abtreibungen“ ist es nicht so, daß alle „erfolgreich“ wären. Ungezählt sind diejenigen, die den Mordanschlag auf ihr Leben im Mutterleib, – dort also, wo man es für am besten geschützt halten würde -, überlebt haben. Viele davon kommen bereits mit schweren Behinderungen zur Welt. Unvergesslich ist mir der Grabstein für ein Mädchen geblieben, das seine eigene „Abtreibung“ zunächst überlebt hatte, an den Folgen des Mordversuchs aber acht Jahre später verstarb. Das waren acht Jahre des Dahinvegetierens mit schwersten Behinderungen. Man muß Zyniker in Heydrich-Qualität sein, um zu behaupten, ihr Martyrium auf Erden und ihr Tod habe für eine gute Sache stattgefunden: Für die Frauenrechte nämlich.

Es gibt filmische Aufzeichnungen vom Überlebenskampf, den ein Fötus führt, der gerade ermordet wird. Es gibt Fotos von Föten mit abgerissenen Köpfen und Gliedmaßen. Wer solche Filme und solche Fotos gesehen hat und danach noch immer von der „Abtreibung“ als einem Erfolg für die Etablierung von „Frauenrechten“ (neben den Menschenrechten) redet, der hätte zu anderen Zeiten auch kein Problem mit dem Begriff des „lebensunwerten Lebens“ gehabt.

Die „Frauenrechte“ wären ohne ein liberales Abtreibungsrecht nicht das, wofür sie gepriesen werden. Nicht nur, aber hauptsächlich aus diesem Grund, sind „Frauenrechte“ ein Euphemismus für Lebensfeindlichkeit. Von Natur aus ist Fortpflanzung der Sinn der menschlichen Zweigeschlechtlichkeit – und der Part, der den Frauen dabei zugedacht wurde, ist der, das Leben auszutragen und zur Welt zu bringen. Ihrer Natur nach sind Frauen Gebärende. Alles andere ist Wunschdenken. Wünsche sind Träume und Träume sind Schäume.

Die Lektion, die es nach Jahrzehnten linksliberaler Wolkenkuckucksheimerei dringendst zu lernen gilt, ist generell die folgende: Realität ist ein Synonym für Wahrheit. Meinungen, Absichten – auch die am besten gemeinten -,  Standpunkte und Perspektiven ändern an der Wahrheit gar nichts. Die Realität muß noch nicht einmal erkannt werden, um Realität zu bleiben. Wahr ist: Das einzige, wozu die Menschheit Frauen wirklich braucht, ist ihr Fortbestand. Alles andere könnten Männer auch ohne Frauen – und meistens sogar besser. „Frauenrechte“ sind so, wie sie heute gängig  interpretiert werden, in Wahrheit nichts anderes als die geisteskranke Unterstellung, für Frauen sei es „besser“, nicht Frau sein zu müssen. Überspitzt ausgedrückt, könnte man sagen: Frauen sind Hubschrauber, die hergestellt worden sind, um nicht fliegen zu müssen, weshalb gilt: Wir brauchen einen gesellschaftlichen Diskurs darüber, was ein Hubschrauber überhaupt soll. Niemand würde bestreiten, daß das schwachsinnig wäre. Obwohl: Bestimmte Frauen würden es eventuell bestreiten. Jutta Ditfurth zum Beispiel.

Conclusio

Bei Frau Ditfurth und ihresgleichen handelt es sich um eine Belästigung des gesunden Menschenverstandes, die daher rührt, daß sie ihre Kinder bereits im Mutterleib ermorden ließen und deswegen Zeit übrig hatten, die Welt mit Schwachsinn zuzulabern. Sie wären besser Hubschrauber geworden, weil von denen noch jeder einzelne gebaut worden ist, um zu fliegen.

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