Zoff zwischen Salvini und Macron vor WM-Endspiel: EU ist am Ende

Macron bekommt nun eine Retourkutsche für seine Belehrung Italiens. Foto: Shutterstock

Rom – In der EU herrscht Untergangssstimmung. Jetzt lässt sogar das Fußball-WM-Endspiel die tiefen Wunden aufbrechen. Italiens Innenminister Matteo Salvini fiebert gegen Frankreich, weil er keine Lust habe, dessen „Präsidenten Emmanuel Macron vor Freude hüpfen zu sehen“. Er fährt extra nach Russland, um sich an einer möglichen Niederlage des Nachbarlandes zu weiden. Die Franzosen spielen am Sonntag um 17 Uhr in Moskau gegen Kroatien.

So tief ging die Spaltung innerhalb des Friedensnobelpreisträgers EU wohl noch nie. Dass jetzt der Fußball für die Animositäten herhalten muss, ist neu. Salvini macht keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Frankreich. Macron hatte Italien zuletzt wegen desser restriktiver Flüchtlingspolitik scharf kritisiert. Die moralischen Belehrungen des französischen Präsidenten lösten eine Empörungswelle in Rom aus.

Der Lega-Chef sagte jetzt: „Ich habe eine politisch-sportliche Mission vor mir: Ich werde dem Finale beiwohnen und auf Frankreichs Niederlage hoffen. Ich habe keine Lust, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron vor Freude hüpfen zu sehen.“

Beim EU-Innenministergipfel in Innsbruck posierte der italienische Vizepremier am Donnerstag mit seinem kroatischen Amtskollegen Drazen Bosnjakovic für die Fotografen. Dieser trug nach dem Finaleinzug Kroatiens ein Trikot seiner Nationalmannschaft.

Die Ablehnung Frankreichs geht aber inzwischen durch ganz Italien. Laut einer Umfrage der Tageszeitung „Corriere della Sera“ hoffen 90 Prozent der Befragten auf einen Sieg der Kroaten. (WS)

Loading...