Zahnarzt wird gefeuert, weil er Asyl-Alterslüge aufdeckt

Bernt Herlitz (Bild: Screenshot)
Bernt Herlitz (Bild: Screenshot)

Schweden – Ein Dentalhygieniker meldet der Migrationsbehörde, dass 80 Prozent der von ihm behandelten Asylbewerber, die angeblich minderjährig waren, bereits Erwachsene sind. Weil er den Betrug öffentlich machte, wurde er entlassen. Zudem muss er nun noch Gerichtskosten von 45.000 Euro bezahlen. Mit Video

Der Zahnarzt Bernt Herlitz war bis vor zwei Jahren noch beim Gesundheitsamt im schwedischen Gotland angestellt und behandelte dort viele Asylwerber. Aufgrund der Zahnentwicklung stellte er in mindestens sechs Fällen fest, dass die Altersangaben der Schutzsuchenden nicht stimmen konnten. Er selbst schätzte die Männer auf 25 Jahre. Den Betrug der Asylsuchenden meldete der Zahnpfleger der Migrationsbehörde. Dort jedoch wurden seine Hinweise ignoriert. Die Betrüger durften als Schutzbedürftige in Schweden bleiben.

Wie schwedische Medien berichten, wurde Herlitz vor zwei Jahren entlassen, da er den Vorfall an die Öffentlichkeit brachte. Im nachfolgenden Rechtsstreit wurde der Zahnarzt außerdem dazu verurteilt, die Gerichtskosten in Höhe von 45.000 Euro zu tragen.

In der Urteilsbegründung des Arbeitsgerichtes heiß es: Herlitz habe im Alleingang und ohne Auftrag die Migrationsbehörde mit Angabe der Namen, Sozialversicherungsnummern und Ergebnisse seiner Untersuchung über die angebliche Alterslüge informiert, sie „sogar“ aufgefordert, dem nachzugehen, so das österreichische Magazin Wochenblick. Das Gericht führte weiter aus, das er damit „gegen die ethischen Grundsätze der Gesundheitsbehörde, gegen Datenschutz, Sicherheit und den Grundsatz des Respektes vor Patienten“ verstoßen habe. Diese Verstöße habe er im Namen der Gesundheitsbehörde begangen und diese in Misskredit gebracht. Er habe damit das Vertrauen in die Behörde schwer erschüttert.

Nachdem „Russia Today“ in einem Video über den Fall und den beruflichen und finanziellen Ruin des Mannes berichtet hatte, kamen in einen Spendenaufruf in wenigen Tagen 60.000 Euro zusammen. Nun plant der Zahnarzt, vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. (SB)

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