Bestrafe einen, erziehe hunderte – Putzfrau wegen „Welt“-Kommentar verurteilt

Gerechtigkeit? (Foto: Durch everything possible/Shutterstock)
Gerechtigkeit? (Foto: Durch everything possible/Shutterstock)

Bayern/Vierkirchen – Eine Putzkraft aus dem bayerischen Vierkirchen hat in der Tageszeitung „Die Welt“ einen Kommentar zum Dauerthema „Flüchtlinge“ abgegeben. Nun wurde sie vom Amtsgericht Dachau verurteilt.

Die 41-jährige Reinigungskraft soll im Kommentarbereich eines Artikel der Tageszeitung „Die Welt“ mit der Überschrift „Subsidärer Schutz: 10.000 Flüchtlinge verklagen Deutschland“ folgendes kommentiert haben:

„Den Staat bescheißen, Leute beklauen, vergewaltigen, sich die Eier wundschaukeln, Geld von uns fordern und den Staat verklagen. Das können sie. Sie sind ja wertvoller als Gold, unsere Superfachkräfte. Ich hoffe, unsere Gerichte schmettern alles ab. Wenn ich Richter wäre, würde ich sagen, wenn euch etwas nicht passt, geht wieder nach Hause. Wir müssen aufhören, uns das alles gefallen zu lassen.“

„Aufgedeckt“ habe den „Fall“ die Kripo Fürstenfeldbruck, die wiederum einen Hinweis vom Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen bekommen hatte. Netzwerkfahnder, die vor allem die Sozialen Medien durchforsten und nach Hetz-Kommentare und -Postings suchen, haben die Worte der 41-Jährigen auf Facebook entdeckt, so unter anderem der Münchner Merkur.

Christian Calame, Amtsrichter in Dachau, argumentierte, dass die Angeklagte in ihrem Kommentar Flüchtlingen einige Straftaten unterstellt habe. So habe sie ihnen unter anderem Diebstahl und Vergewaltigungen vorgeworfen. Zudem habe die Angeklagte andere Menschen aufgestachelt und ihnen Angst gemacht. Amtsrichter Calame resümierte in der Hauptverhandlung, dass die Tat der 41-Jährigen keine Tat am unteren Rand der Strafbarkeit sei.

„Ich weiß nicht, was mich da gepackt hat“, so die Beteuerung der Angeklagten die „immerhin mit einem Slowenen liiert sei und ihre Schwägerin aus der Dominikanischen Republik stamme“, so die erwähnenswerten Details aus dem persönlichen Umfeld der Frau.

Die bislang nicht vorbestrafte Vierkirchnerin erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 1650 Euro, obwohl „Geldstrafen eigentlich nicht vorgesehen sind“, wie die Staatsanwältin hinzufügte. (SB)

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