Blüm fordert die Aufnahme von „fünf Millionen oder mehr Flüchtlingen“

Foto: Imago

Norbert Blüm schlägt um sich: Man rede über Migranten, „als handele es sich bei den Flüchtlingen um vergnügte ,Nassauer‘, die uns auszunutzen versuchen“. Dabei seien wir „die Hehler und Stehler des Reichtums der sogenannten Dritten Welt“. Das CDU-Urgestein sieht Europa vor einer „moralischen Insolvenz“. Er empfinde nur noch Ekel.

Dass die Einwanderung vor allem in die Sozialsysteme stattfindet und viele die Zugewanderten – wie Blüm heute in der „Süddeutschen Zeitung“ schreibt – als „Nassauer“ empfinden, will der 82-Jährige nicht wahrhaben: Wer sich in Nordafrika in Schlauchboote setze, müsse „viel erlitten haben, um das Risiko einzugehen, im Mittelmeer zu ersaufen“.

Blüm in seinem Moralin-Anfall: „Wir, die Bewohner der Wohlstandsinsel Europa“ hätten uns auf „Kosten und Knochen“ der Afrikaner bereichert: „Die Bodenschätze Afrikas haben wir ausgeraubt.“ Wenn 500 Millionen Europäer „keine fünf Millionen oder mehr verzweifelte Flüchtlinge aufnehmen können, dann schließen wir am besten den Laden ,Europa‘ wegen moralischer Insolvenz“, so Blüm.

Die Sprache in der Asyldebatte erzeuge bei ihm einen „ekelhaften Überdruss“, schreibt der frühere CDU-Politiker. „Asyltouristen“ sei „ein Wort des kalten Zynismus“. Jene Flüchtlinge, die im Kühllaster erstickten und deren Leichen auf der Autobahn zwischen Budapest und Wien gefunden wurden, seien keine „Asyltouristen“ gewesen. „Asylanten“ seien „keine Kartoffel- oder Mehlsäcke, über deren sachgemäße Lagerung man streitet“. Und „Obergrenzen“ seien „nicht die Kapazitätsgrenze eines Kühlhauses für tropische Südfrüchte“, so Blüm. „Wir reden über Flüchtlinge wie über Sachen und verstecken den Skandal der Herzlosigkeit in kalten Statistiken.“

Blüm will auch weiter massenhaft die Unqualifizierten ins Land holen. Ein Einwanderungsgesetz löse weder das Elends- noch das Flüchtlingsproblem, schreibt er. Es biete nur für die Qualifizierten Rettung und raube den armen Herkunftsländern „die letzten Einheimischen, die sie wieder aufbauen könnten“. (WS)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.