Russische Frauen und fremde Männer – andere Länder, bessere Sitten?

von A.R. Göhring, Matthias Rahrbach und Hoe

Collage von hoe

Wegen der Fußball-Weltmeisterschaft sind erstmals Hunderttausende Ausländer gleichzeitig in Russland. Da Sportkonsum meist Männersache ist, sind auch die WM-Pilger meist Männer. Das bleibt nicht ganz ohne Folgen.

Von A.R. Göhring und Hoe

Manchmal ist das Lesen der Zeit und anderer Verlautbarungssorgane linker Heilslehren erstaunlich nützlich. Man muss natürlich die Texte der Journaktivisten mit Vorsicht genießen und die Informationen durch Lesen zwischen den Zeilen herausfiltern – so wie das der gelernte DDR-Bürger unter den Lesern noch von früher kennt.

Vergangene  Woche berichtete das Blättchen aus Hamburg, dass im Juni brasilianische Fans um eine einheimische Blondine tanzten und dazu „Buceta rosa“ sangen, was aber nichts mit Blumen zu tun hatte, sondern mit dem weiblichen Genital. Da das Geschehen via Internet um die Welt ging, bekamen die ferkeligen WM-Touristen in der Heimat gehörig auf den Deckel – Jobverlust eingeschlossen. Es gibt also Völker, die sich für ihre Landsleute schämen und Verantwortung übernehmen, statt Asoziale ins Ausland zu exportieren.

Dieser Fall (und mutmaßlich andere) hat die Stimmung in Russland gründlich verdorben. Denn immer wenn russische Frauen Fotos oder Videos von sich mit „südländischen“ Männern veröffentlichten, hagelt es üble Kommentare, die Heiko Maas und Manuela Schwesig als „Hassrede weißer Männer“ bezeichnen würden. Ein wichtiges Boulevard-Blatt, „Moskowskij Komsomolez“, titelte sogar: „Zeit der Luder: Wie Russinnen bei der Weltmeisterschaft Schande über sich und das Land bringen.“ Auch im Fernsehen wird in ähnlichem Ton über Frauen gesprochen, die zu viel interkulturelles Engagement zeigen.

In der Zeit wurde die Situation natürlich genderfeministisch gewertet – wegen der „toxischen Männlichkeit“ würden zu viele junge Russen trinken und verrückte Mutproben machen. Im Ergebnis gebe es einen Frauenüberschuss, der die Russinnen logischerweise dazu verleite, sich dem fremden dunklen Mann zu nähern. Ist allerdings Unfug – unser Redaktionsbiologe Matthias Rahrbach liefert dazu eine Statistik, die zeigt, dass in den jungen Jahrgängen Russlands eher ein geringer Männerüberschuss besteht. Und das intolerante Verhalten der russischen Medien gegenüber zu offenherzigen einheimischen Frauen dürfte mutmaßlich eher mit Angela Merkel und Silvester 2015 in Köln zu tun haben. Die Osteuropäer haben daraus wesentlich mehr gelernt als viele Deutsche und andere Mittel-Westeuropäer.

Bildschirmfoto (https://www.populationpyramid.net/de/russland/2016/)

Außerdem, so ergänzt Rahrbach: „In der Natur wollen Frauen einen Ernährer und Beschützer haben. Er muss kämpfen können und darf kein Opfer sein. Deshalb stehen viele Frauen auf Machos, teils sogar auf Männer mit ‚Arschlochverhalten‘. Wenn dann noch eine Verklärung der Männer anderer Völker als ‚edle Wilde‘ dazukommt und die eigenen Männer durch Feministinnen ständig abgewertet werden, üben Männer anderer Völker eine gewisse Faszination auf Frauen aus. Wenn die eigenen Männer dazu noch eher ‚weichgespült sind, ‚zahmer‘ sind als Männer aus feminismusfreien, brutaleren, tradionalistischen Gesellschaften, empfinden Frauen sie attraktiver als als die Einheimischen.“

Da Osteuropäer, vor allem die der orthodoxen Religion, alles andere als gegendert sind, leisten sie natürlich Widerstand gegen Herzensbrecher aus anderen Ländern, die sich in Russland mal vergnügen wollen. Den Frauen kommt das trotz der Pöbeleien letztlich zugute, weil sie so vor möglicherweise gefährlichen Entscheidungen geschützt werden – dem geneigten Leser von Jouwatch muss man nicht erst von Mia aus Kandel oder Malvina aus dem Kinderkanal erzählen. Felix Rossija.

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