Konflikt mit niedriger Intensität in Europa

Young German

Symbolfoto: Durch Gorb Andrii/Shutterstock
Symbolfoto: Durch Gorb Andrii/Shutterstock

Eine kleine, eher lokale Meldung, die Ihnen womöglich entgangen sein könnte, ist die Verhaftung von zwei mutmaßlichen Terrorverdächtigen im Kosovo. Kosovo, das ist der Staat, der durch Gnaden der EU und NATO am Leben erhalten wird und sich zum «Hotspot» für kriminelle und terroristische Netzwerke in ganz Europa entwickelt hat. Eine Art Wegekreuz für jeden Waffenhändler oder Organdiebe.

Von Young German

Anfang Juni meldete die Presse, dass ein belgischer Staatsbürger und seine Freundin im Kosovo von den Behörden verhaftet wurden. Sein Plan soll laut bisherigen Erkenntnissen darin bestanden haben, französische, amerikanische und belgische Militärstützpunkte bzw. staatliche Einrichtung zu attackieren. Wahrscheinlich durch Bombenattentate. Diese Meldung ist an und für sich von nur geringer Bedeutung, weil im selben Jahr gleich mehrere Dutzend solcher Verhaftung durchgeführt wurden. Alle paar Tage erhärtet sich der Terrorverdacht gegenüber in Europa siedelnden Islamisten. Zuletzt in Deutschland, wo ein Dschihadist einen Anschlag mit Rizin vorbereitet hatte und kurz vor der Umsetzung stand. Dass wir in Europa noch keine Anschläge größeren Ausmaßes erlebt haben, gleicht eher an ein Wunder und hat vielleicht mit der geringen Intelligenz vieler Terroristen zu tun, die mehr durch Brutalität glänzen, statt ihren Kopf anzustrengen. Der geplante Anschlag mit biologischen bzw. chemischen Waffen wäre hier vielleicht die Ausnahme geworden und hätte , je nachdem wo der Kampfstoff eingesetzt worden wäre, zu vielen Tausenden Opfern geführt.

Europa durchlebt derzeit eine Periode, die ich mehrfach bereits als «Low Intensitiy Conflict» beschrieben habe .Also ein «Konflikt mit niedriger Intensität», anders auch als «Bürgerkrieg auf Sparflamme» zu bezeichnen, wenn wir die interne Gefasstheit dieses Konfliktes in Betracht ziehen. Er spielt sich schließlich zwischen zwei Parteien ab, die sich das gleiche Territorium teilen und miteinander nicht können. Boomende muslimische Ghettos, in denen der Sud des politischen Islam gekocht wird, und die alternden Europäer, die irritiert und ohnmächtig auf diese Brückenköpfe des Wahhabismus im eigenen Land schauen.

Bei den Angriffen auf die Europäer handelt es sich nicht um Geiselnahmen mit Lösegeldforderungen oder um Bombenattentate mit anschließender Absichtserklärung, dass die Regierung doch diese oder jene «Policy» ändern möge. Das Ziel der Dschihadismus ist doch ein ganz anderes, wenngleich sehr leicht zu erkennendes. Dennoch tun sich deutsche und andere westliche Journalisten, ja selbst sogenannte Experten, sehr schwer damit, es klar zu benennen.

Nicht weniger als die Unterwerfung Europas unter den Islam! Vollzogen durch Terror, Einschüchterung und Subversion. Terror gegen Kritiker des Islam, wie Charlie Hebdo und andere, damit die Thematisierung der Islamisierung an sich bereits zum Risiko wird. Dann natürlich Terror gegen die Zivilbevölkerung, gegen die Ungläubigen, um die Dominanz der Islamisten zu demonstrieren. Und zeitgleich zu beweisen, dass der Rechtsstaat handlungsunfähig ist, seine eigene Bevölkerung nicht schützen kann und das Vertrauen in die Regierungen sinkt.

In einem so eingeschüchterten Zustand wird es nahezu unmöglich für die Medien des «Hauptstroms» sich angemessen mit der Islamisierung zu befassen, weil die Benennung eben dieser und ihrer Ursachen bereits ein hohes Sicherheitsrisiko mit sich bringt. Hamed Abdel Samad muss mehr um sein Leben fürchten, weil er den Islam kritisiert, als eine relativierende und schönredende Anne Will oder Simone Peter. Die Offenlegung der Verbindung von friedlichen Gemeinden der Muslime in Europa, die als Rückzugsraum für die Islamisten dienen, brachte Frau Ayan Hirsi, die einstige niederländisch/somalische Vorzeigefeministin ins Exil nach Nordamerika. Und dabei gab es keine Person in den Niederlanden, die das holländische Integrationsideal besser verkörpert hätte. In dem Moment, wo sie jedoch begann mit Theo Van Gogh den Islam und seinen oft negativen Einfluss in den Niederlanden zu kritisieren, musste sie erst um ihr Leben fürchten, nachdem ihr Freund Van Gogh ermordet wurde, und anschließend in die USA auswandern (Theo Van Gogh wurde am 2. November 2004 von einem Islamisten auf dem Weg zur Arbeit abgefangen und getötet). Viele Personen in den Niederlanden, die sie für ihre Ansichten angriffen, sind heute noch in der Politik oder den Medien unterwegs, reden aber recht ähnlich daher, weil sich die düsteren Warnungen von vor über 10 Jahren bewahrheitet haben.

Die Subversion ist das vielleicht beste Pferd im Stall der Dschihadisten. Im Grunde stimmen ja alle darüber ein, dass Terrorismus bekämpft werden muss. Abgesehen von ein paar sehr naiven Linken, die im Wunderland leben. Wo es Divergenzen gibt, ist die Integration in die Gesellschaft. Es ist wesentlich schwieriger ein gutes Argument gegen die friedliche Teilhabe der Muslime an der deutschen bzw. europäischen Gesellschaft auf den Tisch zu legen. Deutschland, England, Frankreich, Schweden und die Niederlande im Besonderen tun sehr viel dafür, die Muslime durch Inkorporation in die Staaten einzubinden, ihnen bei ihren Vereinsgründungen entgegenzukommen, zivile Arbeit zu unterstützen und überall dort Steuergeld fließen zu lassen, wo muslimische Geistliche die Integrationsarbeit für die Gaststaaten übernehmen könnten. Der Gedanke dahinter ist die Befriedigung der muslimischen Gemeinden durch Teilhabe am Ganzen.

Daran habe ich zunächst vom Konzept her nichts einzuwenden. Jedoch gibt es bei der Ausführung scheinbar keinen Blick für die teils sehr offensichtliche Subversion des Integrationsgedanken als solches. Die staatlichen Zuschüsse für DITIP und Co. treiben seltsame Blüten und sorgen nicht nur für mit Spielzeugpistolen bewaffnete Kinder in Moscheen(Herne), die den Feinden des Islams den Tod wünschen, sondern eben auch für die Heranbildung von populären Islaminterpretationen, die mit dem Grundgesetz und dem Westen als Erbgemeinschaft von Christentum und Aufklärung im Konflikt stehen. Viel zweckmäßiger wäre es gewesen, wenn man frühzeitig die Fraktion der liberalen Muslime stärker gefördert hätte, statt Großorganisationen wie DITIP und arabische Pendants zu hofieren, die hier den Extremismus quasi in der Vita haben. Dafür ist es jetzt jedoch zu spät und der Schaden ist angerichtet.  Darin liegt letztendlich der Kardinalsfehler der deutschen und generell westeuropäischen Integrationspolitik. Im Glauben durch Einbindung der Islamverbände Gutes zu tun und den Extremismus zu bekämpfen, hilft man den Strategen des politischen Islam ledliglich bei der Errichtung von «sicheren Häfen», Rückzugsräumen für die eigenen politischen Extremisten, die sich im Zweifelsfall immer in die sich selbst isolierenden Gemeinden der Muslime in Europa zurückziehen können und dort sicher sind (Beispiel: Belgien, Molenbeek in Brüssel). Die von den Krypto-islamistischen Verbänden und Vereinen dominierten Viertel sind der ideale Brückenkopf in Europa und wahrscheinlich wichtigster Teil der Strategie.  Aus ihnen werden auch in den nächsten fünfzehn Jahren und mehr immer wieder neue Extremisten an die Oberfläche steigen und den zähen Abnutzungskrieg, diese Materialschlacht der Ideologien, austragen.

Quellen:

Hamed Abdel Samad, Integration: Ein Protokoll des Scheiterns (Affiliate: https://amzn.to/2zsss8R )

Raheem Kassam, No Go Zones: How Sharia Law is coming to a Neighborhood near you ( Affiliate: https://amzn.to/2KPSxny )

Dieser Beitrag erschien zuerst hier

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.