Pure Verzweiflung: Schichtdienst für die Genossen im Bundestag

Pure Verzweiflung (Bild: shutterstock.com/Von Stock-Asso)
Pure Verzweiflung (Bild: shutterstock.com/Von Stock-Asso)

Die Null-Bock-auf-Plenum-Abgeordneten der ehemaligen Volkspartei SPD werden nun per Beschluss zur Anwesenheit im Plenum im Schichtdienst gezwungen. Der Grund: Wegen zu starker Präsenz der AfD. 

„… „Wir werden sie jagen“, hatte Alexander Gauland, AfD-Fraktions- und -Parteichef, am Abend der Bundestagswahl prophezeit. Der darauf künstlich erzeugte Mainstream-Aufregungssturm muss nicht nochmals erwähnt werden. Zur „Treibjagd-Strategie“ solle eine, sofort nach dem Einzug in den Bundestag,  starke Präsenz der AfD-Abgeordneten zählen, so die AfD in ihrer Ankündigung.

„Politiker haben Arbeitszeiten, die jeden gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer schocken würden“

Seither waren unsere Qualitätsmedien emsig darum bemüht, dem Bürger zu erklären, warum im Plenarsaal des Bundestag all zu oft gähnend leere Sitzreihen bei den Fraktionen der Konsensparteien zu sehen sind. „Eng getakteter Zeitplan“, so das Totschlagargument. Warum aber die heiligen Hallen auch während der Kernzeitdebatten, die meist am Donnerstag in einer Sitzungswoche stattfinden, die beschriebene öde Leere herrscht, wurde bislang nicht beantwortet.

Ob die Darstellung, dass „Politiker Arbeitszeiten haben, die jeden gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer schocken würden“ der Realität irgendwie nahe kommt und „Plenarsitzungen nur ein miniwinzigen Teil die Arbeit unserer Volksvertreter abbilden“ ist mutmaßlich dem Betrachtungswinkel geschuldet.

Schichtdienst für die Genossen im Bundestag

Aber offensichtlich scheint die SPD und hier ihre Fraktionsvorsitzende Andera Nahles zu den Maximal-AfD-Gejagten zu gehören. Auch wenn es sich wie ein Witz anhören mag – aber „Bäm-in-die-Fresse-Andrea“ will laut der linksdrehenden taz dafür sorgen, dass nach der Sommerpause sichergestellt ist, dass die Genossen in annehmbarer Zahl ihre Hintern im Parlament platzieren. Nach sozialistischer Manier wurde ein Schichtdienst für 153 SPD-Genossen ersonnen, an dem sich alle individuellen Terminplanungen zu orientieren haben.

Der Kriegsplan lautet wie folgt: „Die Landesgruppen werden in drei wechselnde Gruppen eingeteilt: Die jeweils erste Gruppe hat Dienst im Plenum, die zweite Gruppe hält sich in Rufbereitschaft auf und kann nach Alarmierung binnen 15 Minuten das Plenum erreichen, die dritte Gruppe muss nur bei besonderen Anlässen (Hammelsprung, Namentliche Abstimmungen) ins Plenum kommen“, heißt es in dem Beschlusspapier“.

Eifrig werden nun Dienstpläne mit „Präsenzfenstern“ für jeweils 2,5 Stunden erstellt und drei jeweils rund 50 Abgeordnete starke Gruppen gebildet. Wer im sozialistischen Kindergarten des Bundestages seiner Präsenzpflicht unentschuldigt nicht nachkommt, der muss mit Sanktionen rechnen. (SB)

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