Südafrika: Farmmorde lösen Migration von Weißen nach Russland aus

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„Herzlich willkommen in Russland, Ihrer neuen Heimat.“ Mit der für Russen so typischen Warmherzigkeit wird eine Abordnung von südafrikanischen Farmern in Stawropol in Russland empfangen. Ein russisches Brot und eine Ährengarbe werden überreicht. Symbole, die für Gastfreundschaft und die Zukunft der Südafrikaner in ihrer neuen Umgebung gleichermaßen stehen sollen.

Von Will Cook

„Es ist für uns eine Frage von Leben und Tod“, begründet der junge Farmer Adi Slebus die schicksalsschwere Überlegung seiner Familie nach Russland auszuwandern. Und setzt noch einen drauf: „Die Politiker in Südafrika schüren den Konflikt und fördern die Welle der Gewalt gegen uns Farmer.“

Von den neuen Farmern wird in Russland eine finanzielle Eigenleistung von 100.000 US-Dollar erwartet, das Land sollen sie von der Regierung zunächst auf Pachtbasis erhalten.

Nachdem Australien weißen südafrikanischen Farmern bereits das Angebot von fast-Tracking-Visa (Visa-Schnellabwicklung) unterbreitete, hat Russland hat nun verkündet, 15.000 Buren eine neue Heimat anzubieten.

Diese Entscheidung der russischen Regierung wird einerseits mit den fortschreitenden Angriffen auf südafrikanische Farmer und ihre Familien und andererseits mit der Erschließung und der Entwicklung der eigenen Landwirtschaft in den südlichen Bereichen Russlands begründet.

Die australische Regierung hat ihrerseits bereits mit der Umsetzung eines humanitären Programms auch zur Aufnahme von verfolgten weißen Landwirten begonnen. Die Zahl der Anträge auf Einreisen nach Australien steigt und liberale Parlamentarier haben sich bereits für eine spezielle Aufnahme von bis zu 10.000 Menschen aus Südafrika aus humanitären Gründen ausgesprochen.

Dem australischen Minister für Staatsbürgerschaft und multikulturelle Angelegenheiten Alan Tudge zufolge sind südafrikanische Landwirte, die ihr Land ohne Entschädigung verlieren sollen, „in der Tat verfolgte und schutzbedürftige Personen“, denen Hilfe gewährt werden müsse.

In Südafrika werden dagegen die fortschreitenden Überfälle auf Farmer ebenso totgeschwiegen wie in den westlichen Mainstreammedien, die sich ihre Illusion von einer friedlichen und harmonischen Regenbogennation offenbar nicht trüben lassen wollen.

„Über die Morde an Landwirten wird wenig berichtet, auch deswegen, weil die Regierung in Pretoria der Polizei bereits im Jahr 2007 untersagt hat, Informationen über die ethnische Zugehörigkeit von Opfern freizugeben. Oft werden auch nur der Landwirt als Opfer, nicht aber seine Frau und Kinder, die ebenso angegriffen oder ermordet werden, eingerechnet“, sagte der südafrikanische Missionar Charl van Wyk gegenüber World Net daily in einem Interview.

Und die Zahlen sprechen für sich: Auch im Jahr 2018 hat sich die Zahl der Übergriffe auf Farmer in Südafrika fortgesetzt.

Seit dem 1. Januar wurden in Südafrika 256 gewaltsame Übergriffe registriert, bei denen 39 Farmer den Tod fanden. Umgerechnet bedeutet dies, dass alle 1,4 Tage ein Angriff auf einen zumeist wehrlosen Farmer und seine Familie erfolgt.

Der Schwerpunkt der Angriffe liegt unverändert in den nördlichen Provinzen, das älteste Opfer war 88 Jahre alt und selbst vor der Ermordung kleiner Kinder schrecken die Täter oft nicht zurück.

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