UK: Schwule und Lesben verhindern Abschiebeflüge

Foto:Durch Gustavo Frazao/shutterstock
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Britische Lesben und Schwulengruppen setzen die Fluggesellschaft British Airways unter Druck. Sie soll keine Abschiebe-Flüge mehr durchführen. Die Fluggesellschaft ist Sponsor der im kommenden Monat stattfindenden Pride-Parade.

Nachdem bereits Virgin Atlantic mutmaßlich dem Drängen von Lesbians and Gays Support the Migrants (LGSMigrants) nachgegeben hat und keine abgelehnten Asylbewerberin mehr in ihre Heimatländer zurückbefördert, steht nun British Airways neben anderen im Fokus der LGBTQIA+-Aktivisten.

„Wir fordern insbesondere British Airways auf, diese Entscheidung sofort zu treffen. Wir wissen, dass Britisch Airways als Sponsor der Veranstaltung Brighton Pride ihre Marke als führender LGBTQIA + Arbeitgeber, Wohltäter und Verbündeter positionieren will. Aber als Unternehmen haben sie auf der Pride-Parade keinen Platz, solange sie von der Abschiebungen von Migranten profitieren. Wir fordern, dass sie sofort von der systematischen Abschiebung von Migranten, einschließlich vieler LGBTQIA + Abstand nehmen“, so Sam Bjorn, Sprecher der Organisation LGSMigrants gegenüber pinknews.co.uk.

„Abschiebungen sind unglaublich brutal“, klagt Bjorn. „Menschen werden gegen ihren Willen aus Großbritannien vertrieben und sehen sich oft Verfolgung und Armut ausgesetzt. Sie leben unter unsicheren und gefährlichen Bedingungen oder in Ländern, mit denen sie wenig oder gar nichts zu tun haben.“

Eine Erhebung des britischen Innenministeriums vom November 2017 ergab, dass fast drei Viertel (74 Prozent) der Asylanträge, die  aufgrund der sexuellen Orientierung gestellt wurden, abgelehnt wurden. Die Untersuchung hatte festgestellt, dass in einem Zeitraum vom 1.Juli 2015 bis 31.März  2017 insgesamt 3.535 Asylanträge in Großbritannien gestellt wurden, die die sexuelle Orientierung als einen Grund für ihre Verfolgung angaben.

Die Entscheidung, an unfreiwilligen Abschiebungen nicht mehr mitzuwirken, sei im Interesse der Kunden und Bürger, so ein Sprecher der Fluggesellschaft Virgin Atlantic.

In Großbritannien sind Fluglinien gemäß des Einwanderungsgesetzes von 1971 dazu verpflichtet, das Innenministerium bei Abschiebungen zu unterstützen, wenn sie dazu aufgefordert werden.
Das britische Innenministerium wollte den Abschiebe-Stopp von Virgin Atlantic bisher nicht kommentieren. (MS)

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