Moschee-Streit: „ungläubige“ Eltern verurteilt

Gerechtigkeit? (Foto: Durch everything possible/Shutterstock)
Gerechtigkeit? (Foto: Durch everything possible/Shutterstock)

Schleswig-Holstein/Rendsburg – Die Islamisierung hat die Gerichtssäle erreicht: Das Amtsgericht in Meldorf sprach am Mittwoch ein Urteil im Rendsburger Moschee-Streit. Die Eltern, die ihren Sohn nicht an einem Moschee-Besuch der Schule teilnehmen lassen wollten und ihn deshalb zu Hause behielten, wurden zu einem Bußgeld verurteilt.

Das staatliche Gymnasium Kronwerk veranstaltete im Rahmen des Religionsunterrichtes einen verpflichtenden Besuch in der Centrum-Moschee in Redensburg. Die Centrum-Moschee gehört zum Moscheeverein der IGMG und wurde bis 2016 von verschieden Verfassungsschutzämtern wegen verfassungsfeindlicher islamischer Tendenzen beobachtet.

Ein Elternpaar, dessen Sohn damals die siebte Klasse des Gymnasiums besuchte, befreiten ihr Kind vom Moscheenbesuch und ließen es zu Hause. Der Kreis Dithmarschen verhängte daraufhin stellvertretend für den Kreis Rendsburg-Eckernförde Bußgelder von jeweils 150 Euro gegen den Vater und die Mutter. Die Zahlung wurde von den Eltern verweigert (Jouwatch berichtete).

Nach einem geplatzten Gerichtstermin im letzten Jahr wurde nun durch die Richterin Melanie Buhk am Amtsgericht in Meldorf am Mittwoch ein Urteil gegen die Eltern gesprochen. Der Anwalts der Familie – die Kieler Nachrichten behaupten, dass Anwalt Heumann“ in der rechtspopulistischen Szene zuhause sei“- argumentierte, dass die Eltern das Recht gehabt hätten, ihren Sohn vom Besuch fern zu halten, da es sich um Religionsunterricht gehandelt habe. Die Schule habe den Besuch aus „reiner Willkür“ durchsetzen wollen.

Richterin Melanie Buhk lies die Argumentation nicht gelten. Die „religiösen Bezüge“ beim Moschee-Besuch hätten nicht gereicht, um den Sohn vom Unterricht fern zu halten. Es habe „keine Indoktrination“ und „keine Werbung für den Islam“ gegeben, so die Einschätzung der Juristin. Der Besuch sei für das Kind zumutbar gewesen, so die Auffassung Buhks, die sich auf ein sich auf Urteile des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts berief.

Die „Scharia-Richterin“ verhängte ein Bußgeld von zweimal 25 Euro gegen die Eltern. Anwalt Heumann sagte, er wolle prüfen, ob er Rechtsbeschwerde einlegt. (SB)

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