Schutz der Fledermäuse schützt vor Schutzsuchenden

Fledermaus (Bild: shutterstock.com/Durch Igor Cheri)
Fledermaus (Bild: shutterstock.com/Durch Igor Cheri)

Berlin – Weil dort auch streng geschützte Fledermäuse nisten, wurde der Umbau eines ehemaligen Klinikgebäudes in Berlin-Wannsee zu einer Flüchtlingsunterkunft für rund 500 Immigranten vorerst gestoppt. Es geht um das Gelände der früheren Lungenklinik Heckeshorn.

Vor Gericht geklagt hat der Verein Natura Havel, der sich seit 2006 im Havel-Gebiet  der Region Berlin-Potsdam für Naturschutz und Landschaftspflege einsetzt. Das Fazit des erstellten Gutachten des Vereins: Für die auf Heckeshorn lebenden Fledermäuse und deren Quartiere sowie für Brutvögel und deren Niststätten gebe es durch die geplanten Baumaßnahmen zur Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge ein „signifikant erhöhtes Risiko“.

Nachdem die Naturschutzbehörden in das Baugenehmigungsverfahren nicht eingebunden gewesen waren, befahl die 24. Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts (VG 24L181.18) im Eilverfahren die Bauarbeiten vorerst zu stoppen. Deren Durchführung zum gegenwärtigen Zeitpunkt werde mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz führen, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Demnach ist es verboten, wildlebende Tiere von besonders geschützten Arten wie Fledermäuse zu verletzen oder zu töten sowie Fortpflanzungs- und Ruhestätten solcher Tiere „aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“.

Da bei den Bauarbeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen diese Verbote verstoßen werde, müssen vor Aufnahme der Arbeiten der Tierbestand zunächst erfasst und sodann ein Konzept für den ökologischen Ausgleich erstellt werden, heißt es dazu in der Berliner Zeitung. (SB)

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