Inge Steinmetz: Frau Bundeskanzlerin, kennen Sie die Lach- und Sachgeschichten?

Foto: I. Steinmetz
Foto: I. Steinmetz

Hallo Frau Bundeskanzlerin, ich bin blond und habe wieder eine Frage: Kennen Sie die Lach- und Sachgeschichten?
Nein? Macht nix!

Von I.  Steinmetz, Satirikerin

DAS ist die Angela. Die Angela ist die Chefin vom Horst und Bundeskanzlerin, das ist so was wie eine Retterin, vom Euro, von Griechenland und von der EU. Vor drei Jahren hat die Angela einfach die Grenzen geöffnet und seitdem erzählt sie allen, dass die Migration gesteuert und geordnet werden muss. UND, dass die EU-Außengrenzen endlich geschützt werden müssen UND dass niemand freiwillig seine Heimat verlässt. Dass das Unfug ist, das weiß die Angela selbst, denn es gibt auch viele Deutsche, die ihrer Heimat den Rücken kehren, „Auswanderer“ nennt man solche Leute. Wenn aber jemand ohne Pass nach Deutschland kommt und sich im deutschen Sozialsystem wohlfühlen möchte, dann nennt die Angela diese Leute „Flüchtlinge“! Flüchtlinge muss man retten, und Retten ist jetzt Angelas Job.

Und DAS ist der Horst, er ist Bundesinnenminister. Seit drei Jahren läuft der Horst mit einem Gutachten in der Tasche rum, weil er weiß, dass die Politik der offenen Grenzen von Angela rechtswidrig ist. Leider ist der Horst kein gestandenes Mannsbild und setzt das nicht um, was er immer so groß in die Welt posaunt. Jetzt kommen aber bald Landtagswahlen in Bayern und da kriegt der Horst Angst, dass seine Partei, die CSU, Stimmen verliert, weil ja Hinz und Kunz oder Ali und Ahmed einfach alle ins Land strömen. Der Horst hat also AUF EINMAL gemerkt, dass ganz schön viele Menschen herkommen, sogar solche mit Einreiseverbot, also auch richtig böse Buben. DAS hat er vorher gar nicht gemerkt und die Angela auch nicht. Wenn diese Leute ASYL sagen, dann können sie (wieder)-kommen und bekommen alles bezahlt, können ganz viel Geld nach Hause zu ihren vielen Frauen und Kindern schicken, also zu ihrer Gretel oder Aisha oder wie alle heißen. „Das finden Wähler gar nicht gut, also muss sich vor der Wahl was ändern“, sagt der Horst. „Auf dem Papier“, denkt sich die Angela.

Und weil der Horst ein von Natur aus schlauer Bub ist, lässt er jetzt schon mal seit ein paar Tagen die österreichisch-bayrische Grenze kontrollieren. Also 3 von über 60 BAYRISCHEN Grenzübergängen und die auch nur manchmal. INTELLIGENTE GRENZKONTROLLE nennt er das. Und dann hat sich der Horst noch was ausgedacht, damit er bei den Wählern punkten und die Angela ein bisschen ärgern kann. Er will die Asylbewerber dahin zurückschicken, wo sie schon mal registriert wurden. So steht das im Gesetz, das hätte man die ganze Zeit so machen müssen, aber macht ja nix. merkt ja normalerweise niemand, nur jetzt ist halt VOR der Wahl, da muss man so tun als ob.

Die Angela ärgert das, dass sie was ändern soll, nur weil der Horst sich vor der Wahl vor Angst in die Hosen macht. Alles hat bisher so schön geklappt, einen Fehler zugeben will sie auch nicht und Chefin bleiben sowieso. Und weil die Angela nicht ganz so doof ist wie sie aussieht, überredet sie all ihre Freunde, ein Spiel mitzumachen. Die muss da nicht viel reden, beim ÜBERREDEN. Die Angela hat ein Scheckbuch und wenn sie damit wedelt, dann geht das auch ohne Reden. Stolz erzählt die Angela dem Horst, wie toll sie alles gemacht hat, und dass jetzt bald nicht mehr so viele Leute über die Grenze kommen. Dumm, dass das gar nicht stimmt, nämlich erreicht hat sie nix, nur viel Geld ausgegeben, und noch doofer ist, dass ein paar der Freunde sagen, dass die Angela lügt, dass sie beim Spiel gar nicht mitmachen wollen und mit Angela nix ausgemacht haben. Macht aber nix. Angela hat nämlich andere gute Freunde. Die halten zur Angela und machen Fernsehen und Zeitungen, wissen also wie man aus einer Lügengeschichte eine Erfolgsgeschichte macht.

So, jetzt haben sich die Angela und der Horst wieder lieb und die Angela lässt sich feiern und, wenn der Horst im Oktober kein gutes Wahlergebnis hat, dann kann sie es auf das doofe Spiel vom Horst schieben und sagen, dass sie mit der Sache nix zu tun hat. Das nennt sie dann INTELLIGENTE POLITIK. Macht nix, denkt sich der Wähler, Hauptsache mein Bier ist da.

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