Großbritannien im politisch korrekten Wahn – Opfer landet im Knast

Marilla Slominski

Foto: Durch pcruciatti/shutterstock
Foto: Durch pcruciatti/shutterstock

Vier bewaffnete Männer steigen aus ihren Autos, stürmen ein Grundstück und versuchen, in das Haus eines britischen Laienrichters einzudringen. Der 67-Jährige fürchtet um das Leben seiner Familie und will sie zu verteidigen. Doch die Polizei verhaftet nicht die Angreifer, sondern ihn – wegen Rassismus. Eine Geschichte aus dem politisch korrekten Großbritannien.

Von Marilla Slominski

Nigel Stringer verbrachte einen entspannten Sonntagnachmittag zusammen mit seiner 55 Jahre alten Frau Cindy, seinem erwachsenen Sohn und seinen beiden Töchtern, als drei Autos vor den Toren seines Anwesens hielten. Eine Gruppe Männer stieg aus und verschaffte sich Zutritt zu seinem Grundstück in Norwich. Nigel Stringer griff sofort zum Telefon und rief die Polizei.

„Ich erklärte dem Beamten: Wir werden angegriffen. Ich sehe drei Männer zwischen den Bäumen. Einer hat eine Waffe, die aussieht wie eine Armbrust. Die anderen haben Metallstöcke.“

Als ein vierter Mann, augenscheinlich mit einer Waffe in der Hand, an die Glasscheiben seiner Tür schlug, sah sich Stringer gezwungen, zu handeln. Er griff sich einen Hockeyschläger seiner Kinder und stellte sich dem Eindringling entgegen.

„Mein Sohn sagte mir, er habe eine Waffe gesehen. Ich ging raus und schrie so laut ich konnte, er solle sofort abhauen, die Polizei ist unterwegs. Ich versuchte ihn mit meinen Händen und mit Hilfe des Schlägers von meinem Haus fernzuhalten. Er schubste und trat nach mir. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon verletzt. Ich blutete und war außer mir.

Zu seinem Entsetzen sah Stringer vier weitere Männer hinter einer Hecke, die seinen Widersacher mit den Worten „Los, jetzt, mein N*****, schlag ihn“ anstachelten.

„Ich bin nicht mehr besonders stark. Ich habe nur meine Stimme, und ich habe versucht, die abschreckendsten Worte zu benutzen. Ich dachte nur, wenn sie durch diese Hecke kommen, könnten sie uns töten. Es war niemand da, der uns hätte helfen können. Wir waren ganz allein“, schildert Nigel Stringer diese angstvollen Momente. „Ich habe nur ihre Worte aufgegriffen. Ich schrie: Und wenn ihr N***** in meinen Garten kommt, dann f****** schlag ich euch hiermit.“ Er habe nur Worte die Worte der Angreifer gegen diese verwendet: „Ich bin kein Rassist“, beteuert der 67-Jährige.

Die Männer zogen sich zu ihren Autos zurück. Einer von ihnen sei immer noch mit einer Armbrust bewaffnet gewesen, erklärt Stringer laut The Express. Ein Krimineller griff zu seinem Telefon, rief die Polizei an und behauptete, er sei von zwei Männern angegriffen und verletzt worden. Zudem hätten sie ihn rassistisch beleidigt.

Fünf Streifenwagen trafen ein. Die Beamten verhafteten augenblicklich Nigel Stringer und seinen Sohn unter dem Verdacht einer rassistisch motivierten Attacke. Die Polizisten stellten den Gangmitgliedern einige Fragen und ließen sie in Ruhe. Für seine erlittenen Verletzungen hätten sich die Beamten nicht weiter interessiert, sondern ihm mitgeteilt, die Gang habe einfach nur unbefugt seinen Garten betreten und „nichts weiter falsch gemacht“.

Drei Stunden lang hielt die Polizei Nigel Stringer in Gewahrsam, während die Angreifer, mutmaßlich bestückt  mit einer Schusswaffe, Messern, einer Armbrust und Metallschlagstöcken auf freiem Fuß blieben.

Später fand Stringer in seinem Garten einen „vergessenen“metallenen Schlagstock und drei Messer. Seine Frau Cindy lebt nach eigenen Angaben seit dem schrecklichen Ereignis am 14. Januar dieses Jahres bis heute in ständiger Angst. Der millionenschwere Bauunternehmer vermutet, dass der Grund für den Überfall ein erbitterter Streit mit einem seiner Mieter über Mietrückstände sein könnte.

Nigel Stringer stammt aus einer Familie, in der schon sein Großvater und seine Eltern Karriere bei der Polizei machten. Ihm liege die Justiz sozusagen im Blut, sagt er von sich. „Sie alle würden sich im Grab umdrehen, wenn sie wüssten, dass mein Sohn und ich Dank der neuen politischen Korrektheit abgeführt wurden, weil wir versucht haben, unsere Familie zu verteidigen. Während sie uns beide einsperrten, überließen sie meine Frau und meine Töchter ungeschützt den Gangmitgliedern, die immer noch in und um unseren Garten herum schlichen.“

Nach wenigen Wochen wurde Stringer offiziell mitgeteilt, seine Anzeige wegen unbefugten Betretens werde nicht weiter verfolgt. Jetzt, ein halbes Jahr nach dem Überfall, sieht sich Stringer gezwungen, sein Amt als Laienrichter in Norwich niederzulegen, da es ihm sonst nicht möglich sei, eine sogenannte private Strafverfolgung einzuleiten.

„Mein Fall sollte allen Hausbesitzern eine Warnung sein. Die Polizei ist nicht nur nicht in der Lage, uns zu schützen, sie sperrt auch unschuldige Hausbesitzer ein, die versuchen, sich zu verteidigen. Sogar, wenn sie bewaffneten und gefährlichen Gangs gegenüber stehen“, sagte Stringer gestern fassungslos.

Ein Polizeisprecher gab an, dass die Akte bei der Staatsanwaltschaft liege und gegen Nigel Stringer weiter ermittelt werde.

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