Malta: Die „Seenotrettung“ kämpft gegen ihren Popularitätsverlust

Foto: Durch athanasopoulos andreas/Shutterstock

In der „Welt“ gibt es einen herzzerreißenden Artikel über herzlose Malteser, die den Kapitän des deutschen Rettungsschiffs „Lifeline“, Claus-Peter Reisch, vor Gericht stellten, seinen Paß konfisizierten, ihn lediglich gegen eine Kaution von 10.000 Euro auf freiem Fuß beließen und nun auch noch sein Schiff beschlagnahmen wollen. Wenig Mitleid mit dem armen Mann gibt es.

von Max Erdinger

Ein Mann versteht die Welt nicht mehr. Er, der doch nur Menschenleben retten wollte, wird von der maltesischen Justiz behandelt, als sei er ein Verbrecher. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis Claus-Peter Reisch, der Kapitän der „Lifeline“ , begriffen hat, daß er tatsächlich einer ist.

Es gibt Beweise zu Hunderten dafür, daß die Seenot, aus welcher er Menschen rettet, eine Inszenierung ist, die deswegen stattfindet, weil Schlepperbanden fest mit dem Humanitätsgedusel von Europäern rechnen, die sich zu des Schleppers Wohl und Frommen willig erpressen lassen. Es ist leider so: Wer hundert Mann auf ein Schlauchboot pfercht, selbiges mit einem 40 PS-Außenborder versieht und weder die knappe Tonne Sprit mitgibt, die der Motor bräuchte, um die Luftwurst unter Volllast in drei Tagen übers Mittelmeer zu drücken, noch das Trinkwasser vorhält, das hundert Mann, schutzlos der Sonne auf dem Wasser ausgesetzt, in drei Tagen verbrauchen, – der denkt vom ersten Moment an nicht an „Überfahrt“, sondern an „Seenotrettung“. Wer es darüber hinaus nicht der libysischen Küstenwache überlassen will, die „Schiffbrüchigen“ in libyschen Hoheitsgewässern vor den tödlichen Folgen ihrer eigenen Dummheit und der Gier von Schleppern zu retten und sie nach Libyen in Auffanglager zurückzubringen, dem geht es nicht um „Rettung von Menschenleben“, sondern um die Destabilisierung Europas und Deutschlands. So einer führt die Worthülse „human“ lediglich zur Tarnung seiner wahren Absichten im Munde. Wie er von der maltesichen Justiz behandelt wird, ist angesichts dessen als „human“ zu bezeichnen.  Da wäre auch eine wesentlich härtere Gangart der Malteser nicht zu bemängeln.

Für die Summen, die Migranten an Schlepper abdrücken müssen, könnten sie sich theoretisch auch ein reguläres Schiffs- oder Flugticket kaufen. Praktisch können sie das aber nicht, da die EU vor etlichen Jahren bereits ihre diesbezüglichen Hoheitsaufgaben an Reedereien und Fluglinien abgetreten hat. Die müssen nämlich überprüfen, ob der transportbegehrende Passagier über die erforderlichen Einreisedokumente für das Zielland seiner Wünsche verfügt. Wenn nicht, darf er nicht an Bord genommen werden, es sei denn, Reedereien und Fluglinien hätten Zeit, Kapazität und Lust, ihn auf eigene Kosten wieder dorthin mit zurückzunehmen, wo er hergekommen ist. Seenotrettung aus humanitären Gründen ist die reine Augenwischerei. Und die Augen müssen sich viele wischen, denen man vorher medial erfolgreich auf ihre Tränendrüsen gedrückt hat.

Die „Welt“: „Reisch hat das harte Vorgehen von EU-Staaten gegen zivile Seenotretter scharf kritisiert. „Die EU nimmt das Sterben aus politischen Gründen in Kauf. Das ist widerlich“, sagte er laut einer Erklärung der Organisation Mission Lifeline. „Die EU-Politik versucht mit aller Macht, Seenotrettung zu verhindern.

Reisch labert Bullshit. Die EU hat die Überprüfung gültiger Reisedokumente sicherlich nicht deswegen auf Reedereien und Fluggesellschaften abgewälzt, damit Leute wie Reisch im Hochgefühl ihrer eigenen Anständigkeit Abenteuerurlaub auf dem Mittelmeer machen. Reisch ist Komplize krimineller Schlepperbanden. Und eine EU, die Menschenleben auf dem Mittelmeer retten will, könnte das auch ohne NGOs und Privatorganisationen wie „Lifeline“. Am besten würde sie verhindern, daß solche überfüllten Schlauchboote überhaupt in See stechen, indem sie rigoros die Schlepper identifiziert und gegen diese Banden vorgeht. Und zwar mit kriegsähnlicher Härte.

Unsere Mission hat 234 Menschen gerettet, und ich bin mir keiner Schuld bewusst“, wird Reisch zitiert.“

Gut, daß es auf Malta eine funktionierende Justiz gibt. Die wird ihm seine Schuld schon noch bewußt machen.

Das Sterben im Mittelmeer geht weiter, während wir festsitzen“, sagte Reisch. „Was ist das für eine Welt, in der die Retter zu Tätern gemacht werden? Was ist das für eine Welt, in der stärker gegen das Retten als gegen das Sterben vorgegangen wird?

Ja, was ist das für eine Welt? Was ist das für eine Welt, in der die Ukraine und Syrien mit Krieg überzogen werden? Was ist das für eine Welt, in der weitgehend unbeachtet die größte Christenverfolgung aller Zeiten stattfindet und alle fünf Minuten ein Christ sein Leben verliert? Ich stelle Reischs Frage einfach einmal anders: Was ist das für eine gottverdammte Welt, wo sich Leute wie der Kapitän Reisch aussuchen dürfen, welches Leben sie interessiert und welches eher nicht. Was ist das für eine gottverdammte Welt, in der sich noch jede Schlechtigkeit hinter dem Totschlagsbegriff „Humanität“ verstecken läßt?

„Währenddessen erhebt die Crew eines weiteren deutschen Flüchtlingsschiffs Vorwürfe gegen Malta: Die deutsche Nichtregierungsorganisation Sea-Watch teilte am Montag auf ihrer Website mit, die „Sea-Watch 3“ werde „ohne jegliche Rechtsgrundlage“ am Auslaufen gehindert. Das Schiff habe eine ordnungsgemäße Registrierung und sei berechtigt, die niederländische Flagge zu führen. Die Regierung in Malta führe „eine politische Offensive zur Beendigung der zivilen Rettung auf See“.

Natürlich führt die maltesische Regierung eine hochlöbliche „Offensive zur Beendigung der zivilen Rettung auf See“. Bravo! Etwas weitergedacht führt sie diese Offensive aber zur Beendigung der illegalen Immigration nach Europa. Ginge es Schiffsbesatzungen wie denjenigen der „Lifeline“ oder der „Sea Watch 3“ tatsächlich in erster Linie um die Rettung von Menschenleben, würden sie wohl mit der libyschen Küstenwache kooperieren, um die „Geretteten“ nach Libyen zurückzubringen. Das wäre die kürzere Strecke zur wasserlosen Atemluft. Sie würden viel weniger Fahrtzeit brauchen und die edlen Seenotretter könnten daher viel öfter in See stechen und viel schneller „Menschenleben retten“. Aber nein: Von einer dieser gottverdammten NGOs das Leben gerettet zu bekommen, geht mit einer stundenlangen Überfahrt bis nach Europa einher – und keiner dieser Hilfskriminellen kann erklären, warum man nur in Europa vor dem Ersaufen sicher sein soll.

Claus-Peter Reisch, Kapitän der „Lifeline“ sitzt auf Malta fest und sein Schiff soll konfisziert werden? – Bestens! 20 Jahre sollen sie ihm meinetwegen aufbrummen. Und so hätte ich das auch gerne in der „Welt“ gelesen.

 

 

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