Wie man mit 15 Prozent die Republik verändern kann

Thomas Böhm

Foto: Imago

Glaubt eigentlich jemand, dass sich Horst Seehofer ernsthaft mit der so genannten „Flüchtlingskrise“ überhaupt beschäftigt hätte, wenn es die AfD nicht gäbe?

Von Thomas Böhm

Glaubt eigentlich jemand, dass sich Merkels Bettvorleger gegenüber seiner Führerin so aufmüpfig verhalten hätte, wenn ihm die AfD in Bayern nicht im Nacken säße?

Wäre die CSU tatsächlich einen Millimeter nach „rechts“ gerutscht, ohne Gauland und Weidel?

Mit Sicherheit nicht. Nicht nur Seehofer, alle Systempolitiker hätten ohne den „Bremsklotz“ AfD schön so weitergemacht, ihre Schmierenkomödie im Bundestag durchgezogen, die Bürger bis zum Ende aller Legislaturperioden für dumm verkauft und Deutschland im Eiltempo gegen die Wand gefahren.

Doch seitdem die AfD die politische Bühne betreten hat, ist sowas sie wie Leben in die muffige Bude am Reichstag eingekehrt. Aber eben nicht nur da. Überall, ob in der Provinz, in den Landkreisen, Städten und Gemeinden und den Metropolen haben die kritischen Bürger mit der AfD ein parlamentarisches Ventil gefunden, um ihren Unmut, ihre Wut und ihr Verlangen nach Gerechtigkeit Luft zu machen.

Und genau das behagt den fett gefressenen etablierten Politikern von links bis grün überhaupt nicht, müssen sie sich doch jetzt rechtfertigen, in aller Öffentlichkeit kritisieren und manchmal auch demütigen lassen.

Allein durch die AfD sind im Parlament Themen zur Sprache gekommen, die vorher nicht mal am Pförtner vorbeigekommen wären. Das merkt man an den Schnappatmungen und Wutausbrüchen vieler Grüner und SPD-Abgeordneten, die sich ja überhaupt nicht mehr einkriegen können und nun mit vollen Windeln durch das Parlament hüpfen müssen.

Klar, wird die AfD mit 15 Prozent nicht die Machtverhältnisse in Deutschland verändern, aber ihre ständigen Stiche ins linkslastige Wespennest verursacht zumindest hektische Betriebsamkeit, das konnte man am Wochenende wieder sehr gut beobachten. Sie bestimmt die Regeln und das Tempo der Debatten. Nicht schlecht für den Anfang.

Mit guten Reden und einigen guten Taten setzt die AfD die etablierten Politiker immer wieder unter Druck, werden die richtigen Hebel angsetzt und so muss Demokratie sein.

Nun muss die AfD nur selber immer wieder von der Straße, von der außerparlamentarischen Opposition unter Druck gesetzt werden, damit sich ihre Repräsentanten daran erinnern, was ihre Aufgabe ist und die Damen und Herren in den Parlamenten nicht allzu sehr und allzu oft der eitlen Selbstbeschäftigung verfallen.

 

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