Seehofer vs. Merkel – ein abgekartetes Spiel?

Foto: Imago

Seit Wochen nun sind wir schon Zeugen eines sehr merkwürdigen Schauspiels am Berliner Bundestagstheater, bei der die Hauptakteure Horst Seehofer und Angela Merkel sich vor unser aller Augen als ehemaliges Liebespaar darstellen, dass sich einen erbitterten Rosenkrieg liefert uns die Trennung vorspielt.

Von Thomas Böhm

Applaus, Applaus für so viel überzeugende Schauspielleistung. Nur, dass beide gleichzeitig auch noch Regie führen, hohen Eintritt verlangt haben, uns dann aber als Zuschauer nur noch für dumm verkaufen.

Dieses Theaterstück, dass man auch als „Guter Cop, böser Cop“ kennt, scheint ein abgekartetes Spiel zu sein, um den politischen Widerstand, der mit der AfD die Bundestagsbühne erobert hat, wieder klein zu machen. Die neue Partei soll aus der Rolle des spielentscheidenden Nebendarstellers gedrängt und den, von den Linksgrünen zugewiesenen Platz als Statisten einnehmen.

Seit Wochen nun schon mimt Horst Seehofer den harten „Rechtspopulisten“, während sich seine scheinbare Widersacherin Angela Merkel immer mehr den Linken und Grünen öffnet, um ihre Machtposition zu behalten. Doch dieses Wanken und Schwanken ist nur eine vorübergehende Erscheinung, ein kurzer Akt in dieser miesen Schmierenkomödie, ein Täuschungsmanöver.

Während Angela Merkel alles zuzutrauen ist, ist Horst Seehofer überhaupt nicht zu trauen. Zu lange hat er in der Rolle des Bettvorlegers brilliert, als das er jetzt tatsächlich und voller Überzeugung so umschwenken könnte. Ihm sitzt die Wahl in Bayern im Nacken, doch Angela steht bereits jetzt schon die Angst vor der nächste Bundestagswahl ins Gesicht geschrieben.

Haben beide hinter geschlossenem Vorhang dieses Theaterstück gemeinsam geschrieben mit einem dramatischen Ende, dass Deutschland endgültig in den Abgrund schiebt?

So könnte die Tragödie enden: Als Zeitschinderin kommt Angela Merkel in der von ihr verursachten Flüchtlingskrise auch europaweit, weil isoliert, nicht wirklich vorwärts, Horst Seehofer zieht die Reißleine, um in Bayern nicht baden zu gehen. Die Koalition geht zu Bruch, Seehofer versucht im Alleingang die Bayernwahl zu retten, legt noch mal einen drauf und kann so die AfD noch kurz vor der Zielgeraden ein wenig abbremsen.

Anschließend wird verkündet, dass die CSU bei der nächsten Bundestagswahl bundesweit antritt und die Positionen der AfD werden übernommen – Copy & Paste, das wäre gar nicht so anstrengend.

Die CSU ist auch in den anderen Bundesländern gut vernetzt, Landesverbände aufzustellen und eine Wahl zu organisieren, wäre ein leichtes, zumal sehr viel Geld vorhanden ist. So könnte sie die Wähler, die sich bei der letzten Wahl mit Bauchschmerzen für die AfD entschieden haben, zurückgewinnen und vielleicht sogar noch den einen oder anderen Patrioten täuschen – die AfD wäre wieder unter die 10 Prozent gedrückt.

Nach der Wahl dann würden CDU und CSU – vielleicht sogar mit den machtgeilen Grünen – wieder eine Partnerschaft eingehen und das Spiel begänne von vorne – natürlich nicht zum Wohle des Volkes sondern nur zum Wohle von Angela Merkel und Horst Seehofer.

Sie glauben mir nicht? Dann lesen Sie mal diesen Bericht im „NDR“:

Der Asylstreit in der Union könnte sich möglicherweise auch auf die Parteienlandschaft in Niedersachsen auswirken. Landtagsvizepräsident Frank Oesterhelweg (CDU) hat angekündigt, dass er zur Schwesterpartei CSU wechseln würde, falls ein CSU-Landesverband gegründet werden sollte. In einem Telefonat habe er der CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer gesagt, wo er sich im Falle eines Bruchs zwischen CDU und CSU sehe, sagte Oesterhelweg der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wenn es zur Trennung kommt, sprechen Sie mit einem der ersten CSU-Mitglieder in Niedersachsen“, soll der Chef des CDU-Landesverbandes Braunschweig geäußert haben…

Nachtigall ick hör Dir trapsen!

Doch verlassen wir das Theater wieder und kehren in die Realität zurück: Wahrscheinlich werden sich Angela Merkel und Horst Seehofer wieder lieb haben und die AfD bleibt oben auf.

 

 

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