Kirchenbesichtigung für die AfD? – „Geht lieber ins KZ Dachau!“

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Peter Hummel (screenshot Facebook)

Eine Kirchenführung für interessierte AfD-Mitglieder? Das geht ja gar nicht, findet der katholische Journalist und Pfarrgemeinderat Peter Hummel. Er lehnt es rundweg ab, den AfD-lern die Schönheit und Geschichte der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg näher zu bringen.

Ende Juni veranstaltet die AfD ihren Bundesparteitag in der Stadt. Mitglieder der Partei interessierten sich bei dem begleitenden Kulturprogramm auch für die besagte Basilika und fragten bei Peter Hummel nach einer Führung an. Doch der kann das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren und lehnt ab: „Ich habe für mich entschieden, dass ich es nicht mache, weil ich es in diesem Fall einfach nicht glaubwürdig machen könnte. Ich wäre da nicht der richtige Ansprechpartner. Ich habe allerdings gestern mit meinem Pfarrer gesprochen und er möchte auch keine Führung geben, schon aus Sicherheitsgründen“, erklärt Hummel gegenüber katholisch.de in einem Interview.

Zuerst hätte er zwar mit dem Gedanken gespielt, etwas zum Thema Weihnachtsgeschichte und Flucht, Vertreibung, Herbergssuche, Abweisung zu erzählen, es dann aber schnell wieder verworfen: „Wenn ich mir Statements der AfD anschaue, stelle ich mir immer vor, wie Papst Franziskus reagieren würde. Ich glaube, er wäre sehr kritisch mit den Vertretern der Partei und das müsste ich bei einer Führung dann auch sein…Ich hätte ein schlechtes Gewissen gehabt, Politik in den Kirchenraum zu bringen“, so seine Begründung.

Er habe den AfD-Mitgliedern empfohlen, lieber eine Führung durch das ehemalige KZ Dachau zu machen, legt der 46-jährige Journalist des HummelMedienbüros, dass er in Augsburg u.a. mit seiner Ehefrau Sandra betreibt, nach.

Auf seinem Facebook-Profil freut sich der Augsburger Journalist über die paar Minuten „Berühmtheit“, die er durch seinen „Widerstand“ nun erlangt: „Mein Statement vom letzten Sonntag, keine Kirchenführung in St. Ulrich und Afra für die AfD während des Parteitags zu machen, hat eine ziemliche Welle ausgelöst. Radio, Zeitung, Online, gestern Fernsehen, dazu zig Anfragen für kommende Woche. Wow! Wenn ich das geahnt hätte… Besonders gefreut hat mich der überwältigende Zuspruch aus meiner Pfarrgemeinde (bis auf einen, der jetzt nicht mehr mit mir redet, was ich wirklich bedauere, aber gut). Danke euch allen!!!“, so der zweifache Vater und „standhafte“ Katholik Peter Hummel. (MS)

 

 

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