Wahlkampf in Bayern: SPD-Chefin plemplem?

Grafik: Collage
Der Herr schickt seine Gesandte in die SPD (Grafik: Collage)

In Bayern wird am 14.Oktober gewählt. Die SPD hat auf Wahlkampfmodus umgeschaltet, weil sie muß, nicht, weil sie selbst irgendeinen Sinn darin erkennt. Zum Auftakt der Kampagne trafen sich die Genossen in Weiden und beschlossen einstimmig ihr „Wahlprogramm“. Daß die Bayern großartig interessiert, ob es in Bayern überhaupt Sozialdemokraten gibt, kann man nicht behaupten. Ein Wahlkampf wird das nicht ändern, zumal dann nicht, wenn SPD-Landeschefin Konen völlig am Bayern vorbeiredet. Es handelt sich streng genommen um ein Nichtwahlprogramm. Der Minderheitenbericht.

von Max Erdinger

n-tv meldet: „Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen hat die CSU wegen deren Asylpolitik heftig attackiert und ihr Populismus, Verantwortungslosigkeit, eine Spaltung der Gesellschaft und eine Gefährdung Europas vorgeworfen. Die CSU betreibe ein „schmutziges, populistisches Spiel für die vermeintlich schnelle Wählerstimme“, kritisierte Kohnen bei einem Landesparteitag in Weiden.“

Es sei dahingestellt, was die rote Natascha unter einer „vermeintlich schnellen Wählerstimme“ versteht. Unter dem bayerischen Wähler scheint sie jedenfalls einen Deppen zu verstehen, der bis zum heutigen Tage nicht weiß, wer vor lauter Verantwortungslosigkeit sowohl die Gesellschaft, als auch die EU gespalten hat: Angela Merkel. Die Bayern wissen genau, wer in der GroKo auf wessen Seite steht und daß es keinesfalls die SPD ist, die Merkel in den Arm fällt. Es ist auch nicht klug, der CSU Populismus vorzuwerfen, weil sich dieser Vorwurf rasend schnell verbraucht, je größer der Personenkreis wird, dem man Populismus vorwirft. So etwas stärkt die AfD. Obendrein ist das Langzeitgedächtis der Bayern noch immer gut genug, um sich daran zu erinnern, welche Partei nach der Bundestagswahl vom September letzten Jahres ein äußerst unpopuläres, schmutziges Spiel gespielt hat. In Bayern kommt es nicht gut an, wenn jemand erst behauptet, er habe kein Mandat zum Mitregieren, um dann dennoch in eine Regierung einzutreten.

„In einer kämpferischen Rede …“

Resignative Reden wären ja auch Blödsinn in einem Wahlkampf …

… erklärte Kohnen die bayerische Landtagswahl am 14. Oktober zur Abstimmung nicht nur über den Zusammenhalt in Bayern, sondern auch über die Zukunft Europas: Die CSU wolle Grenzen und Schlagbäume hochziehen, zum Schaden Bayerns, der heimischen Wirtschaft und der Menschen. „Das ist nicht mein Bayern, das ist nicht unser Bayern“, betonte Kohnen.“

„Grenzen hoch – und Schlagbäume herunterziehen“ hätte es heißen müssen. Aber egal. Man muß auch kein Freund der CSU sein, um zu merken, daß die Unterstellung schwachsinnig ist, die Christoszialen wollten Bayern, der bayerischen Wirtschaft und den „die Menschen“ schaden. Bayern schätzen es auch nicht, als „die Menschen“ tituliert zu werden. Sie sind nämlich gern Bayern und würden auch gerne so genannt werden.

Kohnen, die auch stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende ist, warf Ministerpräsident Markus Söder, Bundesinnenminister Horst Seehofer und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt vor, aus egoistischen Motiven alles aufs Spiel zu setzen, um die Koalition zu sprengen.“

Da nützt es natürlich nichts, wenn Seehofer selbst sagt, er wolle „weder die Regierungskoalition sprengen noch die Kanzlerin stürzen.“ Die SPD-Frau weiß es halt besser. Wie immer. Penetrante Besserwisserei ist schließlich der Markenkern der bessermenschlichen SPD.

„Kohnen warf Seehofer, Söder und der CSU insgesamt vor, in der Asylpolitik Ängste zu schüren: „Die einzige Bedrohung für unseren Rechtsstaat sind konservative Politiker, die den Menschen Angst einjagen und behaupten, dass Recht und Ordnung wiederhergestellt werden müssten“, sagte sie.“

Nicht nur der BAMF-Skandal beweist, daß Recht und Ordnung wiederhergestellt werden müssen. Die Kanzlerin selbst ist inzwischen der personifizierte Rechtsbruch. Wie blöde muß man sein, einem Wahlvolk, dem man einerseits zutraut, in Scharen zur AfD überzulaufen, andererseits zu attestieren, es habe von den Zuständen hinsichtlich Recht und Ordnung keine Ahnung? Natascha Kohnen hätte auch gleich sagen können, daß sie die Bayern für bescheuert hält. Vielleicht sollte ihr einmal jemand stecken, daß man im Wahlkampf den Gegner attackiert, ohne sich dabei vor lauter Arroganz selbst zu strangulieren.

„Im Wahlprogramm, das ohne Gegenstimmen und Enthaltungen gebilligt wurde, setzt sich die SPD unter anderem für bezahlbaren Wohnraum, kostenfreie Kitas, eine stärkere Unterstützung von Familien und den Einstieg in einen kostenfreien öffentlichen Nahverkehr in Bayern ein.“

Natürlich wurde das Wahlprogramm ohne Gegenstimmen und Enthaltungen gebilligt. Und wer den Krampf wieder gebilligt hat, kann man daran sehen, daß nur absolute Vollidioten etwas für kostenlos halten können, das Geld kostet. Kitas und öffentlicher Nahverkehr kosten viel Geld. Die Bayern wissen längst, was es bedeutet, wenn die SPD das Wort „kostenlos“ gebraucht: Andere sollen bezahlen.

Natascha Konen und die SPD hin oder her: Schon von seinem Naturell her mag der Bayer niemanden, der ihn für blöd erklärt und permanent belehren will. Genau deswegen kann die SPD in Bayern kaum jemand leiden. Wären die Genossen nicht so besoffen von ihrer eigenen, vermeintlichen Bessermenschlichkeit als intellektuelle Überflieger, hätten sie das eigentlich längst merken müssen. Im Vergleich zur SPD aber war selbst das Politbüro der DDR ein Hort an intellektueller Aufgeschlossenheit.

Daher mein fatalistischer Rat an die Bayern-SPD: Löst euch auf und geht Spargel stechen.

 

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22 Kommentare

  1. Der schönste Satz des Artikels: „Und wer den Krampf wieder gebilligt hat, kann man daran sehen, dass nur absolute Vollidioten etwas für kostenlos halten können, das Geld kostet.“

    Gott sei Dank, es gibt noch Menschen die etwas von Wirtschaft verstehen.

  2. Zu spät, die Spargelsaison läuft aus und außerdem ist echte Maloche sowieso schon längst nicht mehr ein Ding der Anhänger der ehemaligen Arbeiterpartei.. .

  3. Die dümmsten Leute wohnen in den (Groß-)Städten. Nicht einmal vernünftig wählen können siie. Das beweisen die Wahlergebnisse.
    Und wo werden die Medien produziert?

  4. ich glaube, die SPD wird in Bayern ein Debakel erleben. Denn der Bayer mag die SPD nicht (außer: in München!). Und die Ätschi-Bätsch-Politikerin mag er gar nicht! Außerdem mag der Bayer keine Fremden. Touristen schon. Die dürfen viel. Aber keine Invasoren! Die mochte er noch nie! Da aber die Ätschi-Bätsch dafür ist Bayern mit Afrikanern und Musels (die mag er schon gleich gar nicht) überschwemmen will, wird die SPD bei der Wahl ein kräftiges Minus einfahren. Nein, unter 5 % leider nicht. Aber unter 10 % ist möglich! Zwar nicht sehr wahrscheinlich ….aber möglich!

    • Mag daran liegen das du in München fast keine normalen Bayern mehr findest. Ist verkommen in eine arrogante „Elitenstadt“ mit einer zugewanderte Klientel die meint was besseres zu sein. Wie alle Roten/Grünen Socken halt. Warten wir mal die Wahlen ab ob München Rot bleibt. Im Rest von Bayern ist SPD eher ein rotes Tuch für den Wähler. Ein fallen unter 10% für SPD wie in Sachsen lieg im Bereich des möglichen.

    • Da könntest Du Recht haben.
      Ich bin in München aufgewachsen. Doch ich möchte nie mehr dort wohnen. es ist nicht mehr das München von früher! OK, München war schon immer etwas rot angehaucht! Aber so wie jetzt?
      Schade um diese herrliche Stadt!

    • Des öfteren bewege ich mich in München und letzendlich siehst nur Bodensatz oder Schickimicki. Mit „Bayern“ hat München nicht wirklich mehr was zu tun.

  5. Autsch
    Das einzig sinnvolle an dieser Rede waren die Kommentare des Redakteurs
    Auf welchem Niveau ist die denn? 14 ?

  6. Das Scharia-Partei-Wahl-Projekt 5 – X……..;-)

    Wird bestimmt ein „mega-populistisches“ Wahl-ERGEBNIS werden…..;-)

  7. Die können alle sagen was sie wollen, ich bin aus Bayern und ich wähle mit Hochgenuß die AFD. DEXIT for president!!!

    • Also ich halte „Germex“ für eine richtig gute und charmante Bezeichnung. War zwar für Deutschland vs. Mexico gedacht, aber ich finde, es lässt sich auch auf die EU-Politik anwenden 🙂

  8. Diese Partei hat in Bayern noch nie jemand gebraucht. Leider gibt es vor allem in den Großstädten zu viele, die das anders sehen … die Ergebnisse sind entsprechend.

  9. Der als erfolgreich bekannt gewordene Anti-Facebook-Anwalt erklärte in einem Video:
    „Mit Ideologen kann man nicht diskutieren.“ Sie müssten erst ihr persönliches Golgatha erleben.
    So ist es. – Es wird Viele treffen.

  10. Oh doch, wir in Bayern bzw. in München wissen leider nur zu genau, dass es Spezialdemokraten gibt.

  11. Achtung,Achtung
    NTV meldete eben. Krisensitzung im Kanzleramt wohl nur mit der engsten CDU Spitze

    • Endlich brennt die Hütte.

      Europäische Lösungen haben noch nie Probleme gelöst, sondern vorhandene verschlimmert, und neue geschaffen.

      Das hat begonnen mit der Verletzung des Vertrags von Maastricht, hinsichtlich der Defizitgrenzen und des No bail out, und mit einer kreativen Buchführung Griechenlands für seinen Eintritt in die Eurozone.

      Danach kamen die europäischen Lösungen, mit einem Parlament, das alles abgenickt hat

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