FDP-Brüderle bei Lanz-Show: „Raumschiff Berlin“ und „Quasselbude von Brüssel“

Spaß für die abgepresste Gebühren (Bild: Screenshot)
Spaß für die abgepresste Gebühren (Bild: Screenshot)

Ab und an lohnt es sich doch ein ganz klein wenig, beim schleimig-regierungsdevoten ZDF-Moderator „Markus Lanz“ reinzuschauen. So wie am Dienstag, als FDP-Politiker Rainer Brüderle, den Möchtegern-Journalisten Lanz in Schnappatmung versetzte. Nebenbei erfährt der Konsument des Öffentlich-Rechtlichen einmal mehr, dass Politiker erst dann mit der Wahrheit herausrücken, wenn sie ihre Schäflein  im Trockenen haben.   

„Wenn sie im Amt sind, dann formulieren sie vorsichtiger. Wenn sie etwas Distanz haben, formulieren sie deutlicher“, so das FDP-Urgestein Rainer Brüderle, um dann so richtig vom Leder zu ziehen. Quasselstrippe Lanz stellt die mutmaßlich vorher so noch nie gestellte Frage, ob dies das Problem der Politik sei. „Ja – auch“, so der ehemalige Wirtschaftsminister. Das „Raumschiff Berlin“ erreiche seiner Ansicht nach die Menschen nicht mehr. „Wir jammern über andere Staaten, aber tatsächlich müssen wir zu Hause mal besser werden. Wir können keinen Flughafen bauen und für die Elbphilharmonie brauchen wir fünf Jahre.“ Deutschland sei so „furchtbar reglementiert“, so der im Ruhestand befindliche Politiker einer einstmals liberalen Partei.

Der in wenigen Tagen 73-Jährige keilte dann noch gegen die EU in Brüssel, die er eine „Quasselbude“ nannte. Lanz, nun sichtlich getroffen ob der offenen Worte, fragte mit  gewohnt künstlicher Aufregung: „Wie nennen Sie das? Quasselbude von Brüssel? Im Ernst?“.„Ja, natürlich!“, so der FDP-ler, der vorher klar darstellte, dass er nun radikaler als früher sei. Jetzt könne er ja so reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

In Bezug auf die EU attestierte er der „Quasselbude in Brüssel“, dass diese die Bevölkerung hinter der Idee Europa verliere. Brüssel gehe zu detaillistisch heran. Man könne aber in Europa nicht alles gleichschalten. Deshalb müsse Brüssel die Identität der Regionen erhalten.

Brüderles Worte scheinen wiederum in der Huffpost-Redaktion den Anti-AfD-Reflex ausgelöst zu haben. „Markus Lanz: FDP-Mann Brüderle bedient jetzt AfD-Klientel „ , so die stimmungsgebende Huffpost-Headline. Denn nach Ansicht des linken Blattes würde der FDP-Mann die „populistische Meinung über die EU-Bürokratie, die vor allem Geld ausgebe, aber keine vernünftigen Gesetze schaffe“, bedienen. Und das sind ja, wie die Huffpost ganz genau weiß, Vorurteile, die die AfD gerne pflegt. (SB)

Ab 26:14 Minute – Rainer Brüderle:

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