Ein entscheidendes Manko

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Wir befinden uns in einem bundesdeutschen Krankenhaus, in einem Besucher-Wartesaal neben der Entbimdungs-Station. Eine Gruppe südlländisch aussehender Männer leistet einem Verwand-ten/Freund Gesellschaft, welcher der im nahegelegenen Kreißsaal unmittelbar bevorstehenden Geburt seines Kindes entgegenfiebert. Die Stimmung ist ausgelassen, Scherze – zum Teil ziemlich derber Natur – werden ausgetauscht, man spricht – obwohl dies eigentlich qua  Krankenhaus-Ordnung untersagt ist – reichlich eingeschmuggelten alkoholischen Getränken zu.

Von Quo usque tandem

Endlich ist es soweit: eine Türe öffnete sich, eine Krankenschwester verkündet, dass alles glücklich verlaufen sei und führt den erleichterten Vater zu einem ersten Blich auf seinem neuen Sprössling  nach nebenan.

Der stolze Vater kommt nach einiger Zeit zu der bereits vor Spannung platzenden Gruppe zurück und erklärt, dass er zwei gute Nachrichten und eine schlechte zu verkünden habe.

„Die erste gute“, so fährt er fort, „es ist männlich“.

Beifälliges Gejohle, Umarmungen, Küsschen auf die Wange, Klopfen auf den Rücken.

„Die zweite gute Nachricht – die Manneszierde ist permanent errigiert.

Wie oben, lediglich um einige Oktaven lauter.

„Die schlechte Nachricht“ schließt der neugebackene Vater seinen Bericht mit zusammenfallenden Schultern: „Es ist kein Messer mitgekommen.“

Unter allgemeinem Stöhnen und sonstigen Bezeugungen der Enttäuschung fällt der Vorhang.

 

 

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