Die vergessenen Veteranen

Foto: Durch Harald Lueder/Shutterstock

108 deutsche Soldaten ließen bisher bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr ihr Leben. Und viele derer, die heil zurückkamen, kämpfen mit den Folgen, leiden zum Beispiel an posttraumatischen Belastungsstörungen. 

 Von Thomas Schlawig

 Veteranen, Soldaten überhaupt stehen in Deutschland in keinem guten Licht. Dabei handelt es sich eben nicht nur um unsere Väter und Großväter, denen man alles erdenklich Schlechte unterstellt, sondern auch um die Soldaten der Bundeswehr. Man denke nur an das Geschrei als Alexander Gauland als dieser die Leistungen der deutschen Soldaten der Weltkriege würdigte. Kriege, welche Deutschland aufgezwungen wurden. Ich war kürzlich auf Kreta und habe dort die Soldatenfriedhöfe deutscher wie auch britischer und alliierter Gefallener besucht. Beide sind in einem ausgezeichneten Zustand, weil sie von Vereinen oder Traditionsverbänden gepflegt werden. Im Fall des Deutschen Soldatenfriedhofes zeichnet dafür der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ verantwortlich, welcher sich aus Spenden finanziert. Wie der Friedhof aussähe, wenn für die Pflege der deutsche Staat verantwortlich wäre, habe ich am Fallschirmjäger-Denkmal in der Stadt Xania sehen können. Es ist nicht nur völlig verwahrlost, sondern auch geschändet. Geschändet von Antifa-Kriminellen, die sich dafür extra die Mühe machen nach Kreta zu fliegen um mit ihren griechischen Genossen das Denkmal zu verschönern und sich anschließend dafür offen zu rühmen.

Foto: Thomas Schlawig

Der letzte Satz auf der zerstörten Tafel lautet:  „Zur Mahnung für alle die hier verweilen“ 

 Vermutlich können es diese linken Verbrecher aus Mangel an Bildung nicht einmal lesen.

Zurück zur Bundeswehr. Wen wundert es, daß die Soldaten „vergessen“ werden, hat doch am 07.11.1995 das höchste deutsche Gericht bekräftigt, daß die Verwendung des umstrittenen Tucholsky-Zitats „Alle Soldaten sind Mörder“ unter bestimmten Voraussetzungen keine Beleidigung darstellt und deshalb auch nicht bestraft werden darf. Der Erste Senat betonte in seinem zweiten Urteil binnen eines Jahres, das Tucholsky-Zitat sei so lange vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, wie es sich um eine allgemeinpolitische Aussage handele. Dies sei aber kein Freibrief für die Beleidigung einzelner Soldaten oder der Bundeswehr. Politiker von Union und FDP reagierten empört auf das Urteil und forderten Konsequenzen des Gesetzgebers.

Dieses Urteil kann man nur als Schande bezeichnen, werden doch dadurch alle Soldaten diffamiert und unter Mordverdacht gestellt. Man sollte nicht vergessen, daß es deutsche „Politiker“ sind, die die Soldaten in Einsätze schicken. Im Falle des Tornado-Einsatzes in Syrien sogar ohne UN-Mandat.

„Die Bundeswehr kennt ja gar nicht die genaue Zahl der Veteranen. Denn in der Gesamtzahl der Entsendeten sind ja auch die, die mehrmals im Einsatz waren.“ Und, so fragt der Afghanistan-Veteran Schreiber, warum liege das Totenbuch der Bundeswehr nicht im Bundestag? Dort, wo die Entsendung deutscher Soldaten in den bewaffneten Einsatz beschlossen wird. Politiker, die solche Fragen vielleicht beantworten könnten, sind an diesem Freitagnachmittag nicht zu sehen; der Bundestag hat keine Sitzungswoche.

Einzelne Berlin-Besucher schauen neugierig und fragen die Frauen und Männer mit den blauen T-Shirts nach dem Grund ihrer Aktion. Hier und da bilden sich kleine Gesprächsgruppen, manche Unterhaltung wird auf englisch geführt. „Ich habe fast das Gefühl, daß sich die ausländischen Touristen sogar mehr für uns interessieren“, resümiert eine Teilnehmerin erstaunt. Die Umstehenden nicken zustimmend.

Dieses Gefühl täuscht nicht, denn es werden auch die deutschen Soldaten beider Weltkriege von ihren ehemaligen Gegnern höher geachtet als im eigenen Land. Auf dem Deutschen Soldatenfriedhof haben  selbst die ehemaligen Kriegsgegner Kränze niedergelegt.

Fotos: Thomas Schlawig

Es ist anzunehmen, daß der Kranz der US-Navy von der Besatzung des Flugzeugträgers USS „Harry S. Truman“ stammt, welcher Ende Mai in der Souda-Bucht von Kreta vor Anker lag.

„Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es seine Soldaten nach einem (verlorenen) Krieg behandelt“ Leopold von Ranke (1795-1886)

 

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