Türkei tobt nach Ausweisung von Imamen aus Österreich

Erdogan (Foto: Durch kafeinkolik/shutterstock)
Erdogan (Foto: Durch kafeinkolik/shutterstock)

Türkei – Im Kampf gegen den politischen Islam hat Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angekündigt, 40 Imame ausweisen zu wollen. Außerdem werden nach den Worten von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sieben Moscheen geschlossen (Jouwatch berichtete). Ankara tobt.

Die türkische Regierung hat die Ausweisung von Imamen und die Schließung von Moscheen in Österreich als rassistisch und islamfeindlich kritisiert. Der Schritt „spiegelt die islamophobe, rassistische und diskriminierende Welle in diesem Land wider“, teilte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Freitag auf Twitter mit. Die „ideologisch aufgeladene Praktiken der österreichischen Regierung“ verstießen gegen universelle Rechtsprinzipien und gegen Minderheitenrechte. „Bestrebungen, Islamophobie und Rassismus zu normalisieren, müssen unter allen Umständen zurückgewiesen werden“, heißt es laut dem Focus aus Ankara.

Im April hatte die österreichische Regierung eine Prüfung der Moscheen angekündigt, nachdem in einer Atib-Moschee – dem österreichischen Gegenstück zur, in Deutschland agierenden Ditib –  in Wien offenbar mit Kindern in Tarnkleidung eine Schlacht des Ersten Weltkrieges nachgestellt wurde. Fotos zeigten marschierende und salutierende Jungen mit türkischen Flaggen. Auf anderen Bildern posierten Kinder als Leichen.

Der Verein Türkisch-Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich (Atib) steht in Wien schon länger in der Kritik, vor allem wegen seiner türkisch-nationalistischen Ausrichtung. Wie der Moscheeverband Ditib in Deutschland ist auch Atib ein Dachverband, der in Österreich über 60 Vereine vertritt. Er untersteht der türkischen Religionsbehörde Diyanet und damit der türkischen Regierung. (SB)

Loading...