Ist die „Bild“ zur Gegenöffentlichkeit übergelaufen?

Foto: Collage

Für diesen Kommentar, den wir hier mal veröffentlichen müssen, hätte man früher – unter Kai Diekmann – den Schreiber mit einem Tritt in den Hintern vor die Tür gesetzt. Mit früher meine ich 2015, als die „Bild“-Meute noch die hübschen Füße der Kanzlerin küsste und Journalisten wie mich (Thomas Böhm) am liebsten geteert und gefedert hätte.

Aber die Zeiten ändern sich, die Bürger und damit auch die fliehenden Bild-Leser, werden immer wütender. Von daher musste es wohl einfach ein Umdenken in der „Bild„-Redaktion geben:

Das Einzige, was noch schlimmer ist als der Mord an einem Kind, ist der Mord an einem Kind durch einen Täter, der gar nicht in unserem Land hätte sein dürfen.

Wenn Eltern ein Kind durch eine solch abscheuliche Tat verlieren, muss dieser Staat aus voller Überzeugung zu ihnen wenigstens sagen können: Wir haben jeden Tag alles Menschenmögliche getan, um dein Kind zu beschützen.

Können wir das noch?

Nein, das können wir nicht mehr. In den letzten Monaten sind zu viele Kinder (aber nicht nur Kinder) von Menschen ermordet worden, die längst nicht mehr in Deutschland hätten sein dürfen. Menschen, die in unserem Rechtsstaat kein Recht hatten, hier zu sein, und trotzdem hier waren. Menschen, die diesen Staat bei ihrer Einreise belogen und betrogen haben und trotzdem hier waren. Gewalttäter, die für ihre Taten längst hätten ausgewiesen werden müssen und trotzdem hier waren.

So war es auch mit Susannas mutmaßlichem Mörder. Schon 2016 wurde der Asylantrag von Ali Bashar abgelehnt. Trotzdem blieb er – wie so viele. Er war bei Raubüberfällen dabei, ging auf Polizisten los, wurde mit einem Messer erwischt. Man kann auf Gastfreundschaft und Großzügigkeit kaum mehr spucken, sie kaum mehr missbrauchen, als Ali Bashar es getan hat. Trotzdem hat dieser Staat ihn nicht behelligt. Ausgereist ist er – völlig ungestört – erst, als er flüchten musste.
Wenn die „Bild“ es jetzt noch schafft, den frauenverachtenden islamischen Bezug herzustellen, dann ist tatsächlich Besserung in Sicht.

Wandere aus, solange es noch geht!
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