Urteil gegen ghanaischen Camping-Vergewaltiger aufgehoben

Urteil gegen Camping-Vergewaltiger aufgehoben (Bild: Collage)
Urteil gegen Camping-Vergewaltiger aufgehoben (Bild: Collage)

Karlsruhe – Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen den 32-jährigen abgelehnten Asylbewerber aus Ghana, der 2017 ein junges Paar beim Zelten überfallen und die damals 23-jährige Frau vergewaltigt hat, teilweise aufgehoben. Es müsse die Schuldfähigkeit des Täters erneut geprüft werden, befand das oberste deutsche Gericht.

Der aus Ghana stammende Asylbewerber Eric X. hatte im April 2017 ein Paar in seinem Zelt überfallen. Er bedrohte seine Opfer mit einer Astsäge und vergewaltigte die damals 23 Jahre alte Frau. Im Prozess bestritt der abgelehnte Asylbewerber aus Ghana die Tat. Das Landgericht hatte auf Grundlage eines psychiatrischen Gutachtens bei Eric X. eine Persönlichkeitsstörung angenommen. Bei der Tat sei die Steuerungsfähigkeit des Mannes jedoch nicht eingeschränkt gewesen, so die Beurteilung. Das Landgericht hatte den Täter im vergangenen Oktober wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Bundesgerichtshof habe nun laut Tag24 zwar den Schuldspruch des Bonner Landgerichts bestätigt. Das Gericht müsse aber die Schuldfähigkeit erneut prüfen. Es habe nicht ausreichend dargelegt, inwieweit sich die Persönlichkeitsstörung des Angeklagten nicht auf die Tat ausgewirkt habe, so der BGH in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss mit. Deshalb müsse das Landgericht nun eine mögliche verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten prüfen und das Strafmaß neu festlegen. Den Schuldspruch bestätigte der BGH. Falls aber eine andere Kammer des Landgerichts nun zu dem Ergebnis komme, dass der Angeklagte bei der Tat vermindert schuldfähig war, könne seine Strafe geringer ausfallen, erläuterte eine BGH-Sprecherin. (SB) 

Loading...