Mallorca: Urlaub in der No-Go-Zone Magaluf

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Der britische "Ballermann" Mallorca Magaluf (Foto:Durch zixia/shutterstock)

Magaluf ist besonders für junge Briten das bevorzugte Urlaubsziel auf Mallorca. Nun erobern Gangs aus Nigeria, dem Senegal und Prostituierte aus Afrika den „Ballermann“ der Briten. Die Touristen werden von den Afrikanern bei jeder Gelegenheit ausgeraubt – unter den Augen der untätigen Polizei. Die ansässigen Gastwirte sind verzweifelt und ergreifen die Initiative. Das zeigt Wirkung und es gab auch schon die ersten Verhaftungen – doch nicht die Taschendiebe wandern ein, sondern die „aufmüpfigen“ britischen Auswanderer – wegen „Hass-Kriminalität“.

von Marilla Slominski

In einem Überwachungsvideo vom vergangenen Sonntag ist zu sehen, wie zwei junge etwas angetrunkene Briten mit einer Pizza auf dem Weg zurück in ihr Hotel sind. Zwei als Straßenhändler getarnte afrikanische Taschendiebe wittern sofort ihre Chance. Sie umringen sie, der eine Brite versucht noch seine Pizza zu „retten“ doch die versierten Afrikaner greifen ungeniert zu. Sekunden später verschwinden die beiden Kriminellen in aller Ruhe mit ihrer Beute. Die beiden offensichtlich völlig überraschten und verblüfften Urlauber laufen weiter und sehen aus, als wenn sie gar nicht richtig mitbekommen haben, dass sie gerade ausgeraubt wurden.

 

 

Das Video dieses Raubes wurde der britischen MailOnline von Barbesitzern in Magaluf zugespielt, die sagen, der Ort verwandele sich durch die afrikanischen Kriminellen in eine No-Go-Zone für Urlauber.

Oftmals 50-Kopf große Gangs von Prostituierten aus Nigeria und dem Senegal locken die betrunkenen Touristen an, um sie auszurauben. Die Frauen werden aus den verarmten Städten Westafrikas herangeschafft. Da sie sich die Reise nach Europa nicht leisten können, werden sie – oft unter Einsatz vonVoodoo-Zauber und Drohungen gegen ihre Familie –  gezwungen, ihre Schulden auf diese Weise abzuarbeiten.

Bei den Einheimischen regt sich Protest. Sie werfen den Frauen vor, die Touristen zu vertreiben. Und tatsächlich verzeichnet Magaluf in den letzten 12 Monaten einen Besucherrückgang von 7 Prozent.

Drogenhändler und Taschendiebe tarnen sich als Straßenhändler, die mit dem Verkauf von Sonnenbrillen und Hüten versuchen, Geld zu verdienen. Die Händler, auch “ looky looky-men“ genannt, weil sie mit diesen Worten ihre Ware anpreisen, gehören seit Jahren zum Straßenbild der südlichen Urlaubsorte.

„Die Taschendiebe und Prostituierten gehören zu den Gangs, die in den frühen Morgenstunden vor den Bars herumlungern und auf Nachzügler warten. Die Frauen umarmen diese jungen Kerle und rauben sie aus. Die Männer arbeiten ähnlich, sie lenken ihre Opfer erst ab, um sie dann beklauen zu können“, erzählt ein Barbesitzer und britischer Auswanderer. „Ich bin schon seit Jahren hier und kenne die echten ‚looky looky‘ men. Sie arbeiten hart, um ein bißchen Bargeld zu verdienen“, erzählt der Ex-Londoner. Die Kriminellen würden es sich zu Nutze machen, dass die Touristen den eigentlichen Straßenhändlern oft etwas abkaufen und ihnen deshalb vertrauen.

Die Polizei mache gar nichts: „Wir haben es aufgegeben, der Polizei die Videos aus unseren Überwachungskameras zu geben. Im vergangenen Jahr hatten wir ihnen sogar Aufnahmen von einem Mann gezeigt, der einen Barangestellten mit einem Messer bedrohte und eindeutig zu erkennen war. Doch die Polizisten sagten, sie können nichts tun, er habe ihn ja schließlich nicht verletzt“, so der Auswanderer.

Nun reicht es den Ansässigen. Sie haben eine Facebook-Gruppe mit dem Namen ‚Cleaning Up Magaluf‘ gegründet über die sie sich gegenseitig informieren und warnen, wenn die afrikanischen Gangs im Anmarsch sind. Über die Gruppe, die mittlerweile mehr als 2600 Mitglieder hat, organisierten sie auch eine erste öffentliche Demonstration. 100 Bürger protestierten und sahen sich schnell etwa 20 afrikanischen Frauen gegenüber, die die Polizei riefen, weil sie sich durch die Demo „belästigt und eingeschüchtert“ fühlten. Fünf britische Auswanderer wurden daraufhin unter dem Verdacht von „Hass-Kriminalität“ verhaftet.

Einer der Demonstranten ist der 32-jährige Event-Manager John Carr aus Glasgow, der bereits seit 10 Jahren auf Mallorca lebt. Für ihn ist klar, bei den afrikanischen Frauen handelt es sich weniger um Prostituierte als um Diebinnen, die gezielt auf Touristen angesetzt werden. „Sie sind schlicht und einfach gesagt Straßenräuber. Sie haben es auf junge Männer um die 20 abgesehen, die zuviel getrunken haben. Manchmal bieten sie ihnen zum Schein sexuelle Dienste an, aber nur, um sie abzulenken und es so ihren Komplizen zu ermöglichen, sie auszurauben. Wir wissen, dass sie mit Pfefferspray bewaffnet sind und haben auch schon von Messeropfern gehört. Das geht schon seit 15 Jahren so und es geht hier nicht um deren Hautfarbe. In uns allen fließt das gleiche rote Blut – es geht darum, was sie tun und dass ihnen nichts entgegen gesetzt wird. Das alles geht schon viel zu lange so“, erklärt John Carr.

Heute Nacht gab es eine weitere Auseinandersetzung zwischen mallorquinischen Bürgern und den Prostituierten aus Afrika. Etwa 35 Taxifahrer, Barangestellte und Geschäftsmitarbeiter warfen 10 Nigerianerinnen Diebstahl vor. Die Guardia Civil rückte mit Schlagstöcken bewaffnet an und befahl der aufgebrachten Menge, sich zurückzuziehen. Zwei Afrikaner seien verhaftet worden, aus welchen Gründen, gab die Polizei nicht bekannt.

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