WELT dreht durch: Joseph Beuys im Visier dekadenter Nazijäger!

Joseph Beuys ein Nazi? (Foto: Imago)
Joseph Beuys ein Nazi? (Foto: Imago)

In Hans Peter Riegel hat die Lügenpresse den richtigen Autor gefunden, um einen international angesehenen Künstler und Gründungsmitglied der GRÜNEN zu diffamieren! Mit der „Völkischen Sekte“ sind die Betreiber der Waldorfschulen und grünen Kitas gemeint. Ganz schön gaga!  

Von Klaus Lelek

Der geistige Müll war gut versteckt. Wer interessiert sich schon für moderne Kunst? Kurz vor dem Impressum tauchte sie auf, die unheilgeschwängerte Headline eines „Gebührenpflichtigen Artikels“: „Künstlerlegende Beuys ein Nazi-Propagandist“. Dass man sie nicht gleich in Fraktur gedruckt und das „S“ im Nachnamen des international geachteten Künstlers als „Siegrune“ verunstaltet grenzt an ein Wunder. Auch die Unterzeile auf der Google-Seite hat es in sich. Da heißt es weiter: „War Beuys ein Rechter, der Propaganda für eine völkische Sekte betrieb?“ Und dann kommts knüppeldick: „Müssen wir seine Werke aus den Museen räumen?“  Da ich einerseits als Gründungsmitglied der Grünen Herrn Beuys in Karlsruhe persönlich kennen gelernt habe, ebenso wie fast alle seine Werke in diversen Museen, andererseits für einen solchen abenteuerlichen Schwachsinn auch nicht einen Cent ausgeben wollte, habe ich mich sogleich auf die Suche des Schrottplatzes gemacht und dabei ein stinkendes Fass nach dem anderen geöffnet.

Ich brauchte nicht lange suchen denn schon vor vierzehn Tagen versuchten die behämmerten Bilderstürmer ihren Jauchekübel an den Mann zu bringen. Kostenlos unter anderem Autor aber mit ähnlicher Rubrik: „Das rechte, völkische Gedankengut des Joseph Beuys“. Es geht um eine über 600 Seiten starke, bereits fünf Jahre alte Enthüllungsbiografie von Hans Peter Riegel, die den Anspruch erhebt den politisch in der Friedens- und Umweltbewegung stark engagierten Künstler vom Sockel zu stürzen. Dabei ging es dem Autor nicht nur darum, Beuys „Filz-und-Fett-Kriegsgeschichte“ als Fake zu entlarven, sondern dem Künstler, der sich wie kein anderer gegen Nato-Doppelbeschluss und Stationierung von US-Raketen einsetzte und immer wieder seine traumatischen Kriegserlebnisse verarbeitet, als unbelehrbaren Nachkriegs-Nazi zu diffamieren. Dazu gehört, man höre und staune, auch seine Verehrung für Rudolf Steiner, dem Gründer der Anthroposophen. Dieser unglaubliche, ja ungeheuerliche indirekte Vergleich – Steiner-Anhänger gleich Nazis – hat der Weltbericht bereits in einem Vorgängerartikel gezogen. Unter der Überschrift „Das ist völkische Diktion in Reinkultur“ kann man sich folgende Brühe reinziehen und dann anschließend den Demeter-Wein und das Bio-Gemüse auskotzen, dass man vorher noch mit Genuss eingenommen hat:

“Aber die eigentliche Sprengkraft des Buches liegt in dem Nachweis, welchen gewaltigen Einfluss die anthroposophische Lehre Rudolf Steiners auf Beuys’ Werk hatte. Riegels These: Beuys habe zeit seines Lebens unter einem grünen, anarchistischen Deckmäntelchen die Welt mit völkischen und totalitären Ideen in der Nachfolge Steiners missioniert. Wer die 500 Seiten starke Abhandlung mit mehr als 1300 Fußnoten gelesen hat, wird Beuys in einem anderen Licht sehen.”

Im Klartext: Beuys wird hier mehr oder weniger als Nazi diffamiert, weil er für die Anthroposophen Werbung machte: Eine Organisation, die nicht nur maßgeblich zur Ökologie- und Umweltbewegung beigetragen hat – Stichwort Demeter, ökologischer Landbau – sondern auch 250 Waldorfschulen, ebenso viele Kitas, viele Altersheime, Krankenhäuser und Kurheime und sogar eine Universiät (Herdeke) betreibt. Auch meine Hausärztin im Textorhaus Frankfurt steht der Steiner-Lehre nahe. Komisch, dass mir diese „völkisch totalitäre“ Atmosphäre im Haus noch nicht aufgefallen ist. Und dann noch der Bioladen „Karotte“ (ältester Bioladen Frankfurts), wo man völkisches Gemüse kaufen kann. Überall liegt Nazi-Propaganda-Material herum, das auch noch in so einer komischen völkischen Schrift gedruckt ist. Und dann gibt’s noch die Euryhtmie. Da werden germanische Nazi-Runen getanzt.

Merkwürdig ist nur, warum sich noch nicht die vielen Patienten mit Migrationshintergrund – darunter auch Muselmuttis mit entsprechendem Outfit –  beschwert haben. Nicht merkwürdig ist, dass die Welt, diesen unsäglichen verlogenen Schund haltloser Diffamierung gerade jetzt wieder auspackt. Unsere Museen brauchen wie in Utrecht Platz für Denkmäler gestürzter weißer Männer, Platz für Kunst-Installation für IS-terroristen – wie in Berlin – oder Ausstellungen in denen Kriminalität verherrlicht wird. Beuys war nie dekadent. Nach dieser überall sich verbreitenden dekadenten Mist wäre er – als Nazi verfemt – heute wahrscheinlich AfD-Mitglied! Und dann würden seine Filz-Vitrinen wirklich auf den Müll wandern! Wetten????

Wandere aus, solange es noch geht!
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