IW-Chef wettert gegen 154 Wirtschaftsprofessoren, weil sie die Euro-Politik kritisieren

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, Deutschland (Bild: Johannes ChristCC BY-SA 2.0)

154 Wirtschaftsexperten, Ökonomen und Professoren haben vor einigen Tagen einen Aufruf unterzeichnet, der eindringlich davor warnt, die europäische Währungs- und Bankenunion zu einer Haftungsunion auszubauen. Nun kommen die ersten Euro-Systemlinge um die Ecke. So der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, Michael Hüther.

Die Experten sehen unter anderem die Gefahr, dass ein Euro-Finanzminister die Finanzentscheidungen politisieren werde und dass die Vergemeinschaftung der Schulden den Banken den Anreiz nehme, Schulden zu vermeiden, so die FAZ, die den Aufruf im Wortlaut dokumentierte. In vielen Punkten stimmten die Positionen der Wirtschaftsexperten exakt mit den Forderungen der AfD überein. Die Zahl der Kritiker der EU-Finanz- und Euro-Politik nimmt zudem unaufhörlich zu.

So war es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Interessensvertreter der Euro-Politik auf den Plan treten und die Verteidigungsposition einnehmen, so das Magazin Freie Welt. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, Michael Hüther, meldete sich persönlich auf Welt-Online zu Wort. Er wirft den Professoren vor, sich in der Euro-Debatte „dumm zu stellen“. Sie würden, so seine Meinung, die Lage übertrieben darstellen und keine eigenen Vorschläge bringen. Sie würden die Risiken einseitig bewerten.

Der IW-Direktor behauptet laut der Freien Welt, dass man die europäische Einlagensicherung, die man auch als Überlaufmodell oder Rückversicherung organisieren können, die Steuerzahler besser vor Solvenz-Krisen der Banken abgeschirme. Den europäischen Investitionsfonds sieht er als Möglichkeit, Unterschiede und regionalen Divergenzen auszugleichen. Er favorisiert die Idee, für einen solchen Investitionsfonds eine Anleihefinanzierung (Projektbonds) einzusetzen. Damit könnten Herausforderungen in Europa, wie die Flüchtlingspolitik und die gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik, gelöst werden, so der Wirtschaftsexperte des IW.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) mit Sitz in Köln sowie Büros in Berlin und Brüssel ist ein arbeitgebernahes Wirtschaftsforschungsinstitut. Es wird von Wirtschafts-Verbänden und Unternehmen finanziert. Trägervereine sind der Bundesverband der Deutschen Industrie und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. (SB)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.