Erdogan ruft seine Türken auf, neue Staatsbürgerschaft anzunehmen

(Bild: shutterstock.com/Durch Drop of Light)
Erdogan kriegt die Wirtschaft nicht in den Griff (Bild: shutterstock.com/Durch Drop of Light)

Sarajevo – Die Parlaments- und Präsidentenwahlen in der Türkei sollen am 24. Juni erstmals zeitgleich stattfinden. Damit soll die Einführung des von Erdogan angestrebten und beim Verfassungsreferendum mit knapper Mehrheit beschlossenen Präsidialsystems abgeschlossen werden. Erdogan trat am Sonntag in Sarajevo bei einem Kongress der UETD, die vor allem in Deutschland aktiv ist und als AKP-Lobbyorganisation gilt.

„Seid Ihr bereit, der ganzen Welt die Stärke der europäischen Türken zu demonstrieren?“ Er forderte die Auslandstürken auf: „Gebt von Deutschland, Belgien, Österreich, den Niederlanden aus eine Antwort, die überall in Europa gehört werden kann.“

Nachdem ihm mehr als 10 000 Auslandstürken, die ihrem Präsidenten nach Sarajevo entgegen gereist sind, etwa die Hälfte davon aus Deutschland, ihre Ergebenheit mit tosender Zustimmung bewiesen hatten, fordert der Despot seinen Türken im Ausland dazu auf, dort ihren Einfluss auszudehnen. „Nehmt unbedingt die Staatsangehörigkeit der Länder an, in denen ihr lebt“, sagte er.

„Ich bitte Euch, dass Ihr eine aktive Rolle in den politischen Parteien in den Ländern übernehmt, in denen Ihr lebt. Ihr solltet ein Teil dieser Parlamente sein, nicht diejenigen, die ihr Land verraten“.

Die Menge schwenkte türkische Fahnen und rief „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) und „Sultan Erdogan“. Erdogan sagte an die Adresse der Auslandstürken: „Schützt Eure Religion und Eure Sprache sehr gut. Wenn ihr sie verliert, werdet ihr verloren gehen.“  

Welche Verbundenheit Türken, denen der deutsche Pass hinterher getragen wurde, mit ihrem Führer verspüren, zeigt der Focus auf. Der Student Muhamed Yanik aus Dortmund nahm eine 28-stündige Busfahrt auf sich, um den türkischen Staatschef in Sarajevo zu sehen. Er würde bis ans Ende der Welt für Erdogan gehen, sagte der 20-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. Und weiter: „Wenn er es sagt, werden wir für ihn sterben.“

Mit dem Ausbau des Einflusses der europäischen Türken in ihren Ländern will Erdogan den eigenen, wie auch den  türkischen Einfluss auch in anderen europäischen Ländern ausdehnen. (SB)

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