Italien hätte gern 250 Milliarden Euro Schuldenerlass

EU macht uns arm (Foto:Durch DNetromphotos/shutterstock)
EU macht uns arm (Foto:Durch DNetromphotos/shutterstock)

Die Forderung nach einem Staatsschuldenerlass für Italien in Höhe von 250 Milliarden Euro, die die beiden Parteien Lega Nord und Fünf Sterne sich in ein Koalitionpapier geschrieben haben, zeigen einmal mehr, wie fehlkonstruiert der Euro ist und welche massiven Folgen die Einheitswährung für Deutschland hat. Denn die Frage, wer die Kosten der Party bezahlen wird, ist längst schon beantwortet: Deutschland.

Von Jörg Meuthen

„In Anbetracht all der innenpolitischen Baustellen von Merkel & Co. droht ein für unser aller Wohlstand ganz zentrales Thema ein wenig aus dem Blickfeld zu geraten, nämlich der fehlkonstruierte Euro und seine Folgen für Deutschland.

Das jüngste Kapitel dieser unendlichen Geschichte: In Italien diskutiert man nun, wie schön es doch wäre, wenn die Europäische Zentralbank dem Land 250 Milliarden Euro an Staatsschulden erlassen würde.

Das bedeutet: Man möchte die ungeheure Summe von zweihundertfünfzigtausend Millionen Euro, welche man in früheren Jahren ausgegeben hat, ohne sich das Geld damals von den eigenen Bürgern in Form ausreichender Steuerzahlungen zu holen, nun von anderen geschenkt haben.

Selbstverständlich würde das nicht nur gegen den gemeinsamen Geist in der Eurozone, sondern auch gegen die vertraglichen Regelungen verstoßen.

Es wäre im Kern genau das, was sich in das kollektive Bewusstsein Deutschlands aus den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts eingebrannt hat, nämlich die Finanzierung eines Staates über die Zentralbank und damit über die Notenpresse – aber was macht man nicht alles, um innerhalb dieser Währungs-Zwangsgemeinschaft von einem nicht mehr tragbaren Schuldenstand herunterzukommen, wie dies in Italien schon seit längerem der Fall ist.

Das Dumme ist nur: Einer muss am Ende für diese Schulden gerade stehen, und wenn es nicht der Schuldner ist, dann ist es der Gläubiger, der auf seinen nunmehr wertlosen Forderungen sitzenbleibt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dies in irgendeiner Form am Ende genauso kommt, wie es nun diskutiert wird, ist keineswegs bei Null, denn die europäischen Eliten dürften die italienische Drohkulisse eines Austritts aus dem Euro sehr fürchten – tritt Italien aus, dann ist womöglich das gesamte Konstrukt für alle sichtbar am Ende, und das wollen seine Befürworter um jeden, wirklich jeden Preis vermeiden.

Selbstverständlich auch und gerade um den Preis, dass wieder einmal der deutsche Bürger für die „Rettung“ anderer Länder – korrekt wäre: für die Schonung der jeweils einheimischen Steuerzahler – bezahlen darf.

Was interessiert es da Frau Merkel, dass die damalige CDU-geführte Regierung (der sie übrigens schon als Ministerin angehörte!) dies kategorisch ausgeschlossen und den Bürgern sogar in großformatigen (und wie man heute weiß: großmäuligen) Zeitungsanzeigen versprochen hat.

Wie sagen die Befürworter dieser Fehlkonstruktion so gerne in ihrer Verblendung? „Am meisten vom Euro profitiert doch Deutschland.“

Ich dagegen sage: Dieser Euro macht uns arm.“

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