Reutlinger Polizeipräsident weiß, wo Sie Ihren Messerstecher vielleicht kennenlernen können…

Alexander Pick (Bild: Pressebild Baden-Württemberg.de)
Alexander Pick (Bild: Pressebild Baden-Württemberg.de)

Baden-Württemberg/Reutlingen – Auch die Bürger der baden-württembergischen Kreisstadt Reutlingen bilden es sich anscheinend nur ein, durch Angela Merkels Gäste in zunehmend unsicheren Zeiten zu leben. Reutlingens Polizeichef Alexander Pick hat für die „Angstbürger“ eine ganz besondere Antwort parat: Gehen Sie einfach mal raus, und lernen sie ihren Räuber, Messerstecher oder den zukünftigen Vergewaltiger ihrer Tochter persönlich kennen.

Polizeipräsident Alexander Pick, der laut seiner Vita seit einem Vierteljahrhundert fernab der täglichen Realität der Bürger sein Geld in Ministerien und Hochschulen verdient, lud am vergangenen Freitag Ramazan Selcuk, türkischstämmiger SPD-Abgeordneter, tätig im schwarz-grün regierten baden-württembergische Landtag, in den Reutlinger Spitalhof ein.

Das Gefühl der steigenden Unsicherheit wird von keinerlei Kriminalitätsstatistiken belegt

Thema der Einladung: Das schwindende Sicherheitsgefühl der Reutlinger, das der Polizeipräsident an den massiv gestiegenen Anträgen für den sogenannten „kleinen Waffenschein“ ablesen kann. Für Pick sind an diesem „Unsicherheitsgefühl“ der Bürger einzig und allein die Vorkommnisse auf der Kölner Domplatte schuld, berichtet hierzu der Reutlinger General-Anzeiger (gea). Denn: das Gefühl der steigenden Unsicherheit werde von keinerlei Kriminalitätsstatistiken belegt.

Die von Pick angesprochene polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2017 indes weist folgende Zahlen aus: Die Hälfte der Tatverdächtigen bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen in Reutlingen waren Nichtdeutsche, 21 Prozent Asylanten oder Flüchtlinge. Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung waren Nichtdeutsche, 13 Prozent Asylanten oder Flüchtlinge. Fünf von acht Mördern/Totschlägern waren Nichtdeutsche, zwei davon Asylbewerber. Das sind 25 Prozent.

„Und dann sagen die Männer vielleicht Grüß Gott oder guten Abend – dann haben Sie die auch mal kennengelernt.“

Man möchte annehmen, die Reutlinger Polizei und insbesondere ihr Polizeipräsident sei mit diesen Zahlen vertraut. Nichtsdestotrotz empfiehlt Reutlingens Polizeipräsident Alexander Pick den Bürgern, die die objektive Verschlechterung der Sicherheitslage schmerzhaft auch subjektiv erleben, nachfolgenden Vorschlag:

„Machen Sie öfter mal die Glotze oder den Computer aus, gehen Sie eine halbe Stunden abends in ihrem Wohngebiet spazieren, knüpfen Sie Kontakte – und womöglich begegnen Sie dabei auch fünf dunkelhäutigen jungen Männern“, so Pick laut dem gea. „Und dann sagen die Männer vielleicht Grüß Gott oder guten Abend, wir kommen gerade vom Deutschkurs – dann haben Sie die auch mal kennengelernt.“

Pick forderte im Anschluss an seinen, den Bürger verhöhnenden Vorschlag eine „Renaissance des Nachbarschaftsgedankens“, die auch „informelle Sozialkontrolle“ genannt werden könne. Oder man melde sich bei „Nebenan.de“ im Internet an, „das ist Kriminalprävention in seiner schönsten Form“. Zur „Angst vor den oder dem Fremden“ weiß Pick auch ganz genau, woher diese kommt: „Fremdenfeindlichkeit ist dort am größten, wo am wenigsten Fremde sind.“ Das sei ein „evolutionär angelegtes Misstrauen“, das am besten durch den persönlichen Kontakt abgebaut werde. „Kriminalität hat keinen Pass und es gibt kein Kriminalitätsgen.“ (SB)

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