Neue Flüchtlingsroute Bosnien: Tausende wollen weiter gen Westen

(Foto: Durch Denis Rozan/Shutterstock
Und weiter geht's...(Foto: Durch Denis Rozan/Shutterstock)

In Bosnien-Herzegowina sind in den letzten Monaten tausende sogenannter Flüchtlinge eingereist, die auf dem Weg nach Europa bzw. Deutschland sind. Im letzten Jahr waren es insgesamt nur 755 illegale Einwanderer, in diesem Jahr sind es bereits rund 4000 Syrer, Iraker, Algerier, Türken und Afghanen, die es gen Westen zieht. 

Die meisten von ihnen hoffen, über die kroatische Grenze nach Westeuropa zu kommen, etwa 1500 von ihnen sitzen nun in Bosnien fest, ihnen wird die Weiterreise verwehrt.

Das Land habe keine Unterbringungsmöglichkeiten. Im Asylzentrum von Sarajevo gäbe es nur 200 Betten, zuwenig angesichts von 80 bis 150 Neuankömmlingen pro Tag, erklärte der bosnische Sicherheitsminister Dragan Mektic vor zwei Tagen. Dutzende zukünftige Einwanderer campen in Zelten in einem Park in der Hauptstadt Sarajevo. Sie werden von Einwohnern mit Kleidung und Essen versorgt, berichtet RadioFreeEurope.

„Wo sollen wir das Geld hernehmen?“ fragt sich Minister Mektic angesichts der schwachen bosnischen Wirtschaft in einem Interview im staatlichen Fernsehen und rief die EU und die anderen Balkan-Staaten um Hilfe an. „Die Route wächst und wir können dadurch in eine Krise geraten“, so Mektic.

Nachdem die ursprüngliche Balkanroute durch Ungarn geschlossen worden ist, kommen die illegalen Einwanderer in diesem Jahr über die Türkei, Griechenland und ziehen über Albanien, Montenegro und nun Bosnien, Kroatien und Slowenien weiter ins „gelobte Land“.

Nachdem im vergangenen Jahr zwischen Serbien und Iran Visa-Freiheit vereinbart wurde, nutzen Iraner nun die Chance, um über Serbien nach Bosnien zu kommen. Etwa 200 bis 250 sogenannte Migranten seien in einem verlassenen Studentenwohnheim in Bihac, einer Stadt im Nordwesten des Landes vorerst untergekommen. Auch sie werden von Einheimischen und Behörden mit dem Notwendigsten versorgt.

„Ibrahim aus Syrien“ klagt, er sei beim Versuch mit Gleichgesinnten die serbische Grenze zu überqueren von Polizisten geschlagen worden. Sie hätten ihre Handys zerstört und ihnen ihr Geld abgenommen, behauptet er.  Auch „Omar aus dem Irak“ jammert: „Ich bin schon sechsmal aus Kroatien zurückgeschickt worden.“ Er sei mit seinem Bruder in Bosnien gelandet, nachdem sie zwei Jahre in Griechenland waren.

„Ich muss weiter nach Deutschland – dort ist meine Familie“, erklärt der 19-jährige Omar. (MS)

 

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