Necla Kelek verklagt Islamfunktionärin Lamy Kaddor

Schon längst überfällig: Kelek (li.) verklagt Kaddor (re.) (Bild Kelek: Medienmagazin pro; CC BY 2.0 / Bild Kaddor: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Die Soziologin Necla Kelek hat ein Unterlassungsklage gegen die Islamfunktionärin Lamya Kaddor angestrengt. Der politisch protegierten Kaddor wirft Kelek vor, entstellende Zitate über ihre Einschätzung muslimischer Sexualmoral zu verbreiten.

„Die Klägerin beansprucht mit der vorliegenden Klage die Unterlassung der mit verfälschten Zitatrudimenten scheinbar belegten Behauptung, sie hätte in einem Interview im ZDF muslimischen Männern pauschal einen Hang zur Sodomie unterstellt“, heißt es in der Klageschrift von Necla Keleks Anwalt Jan Mohr, die dem Kulturmagazin Perlentaucher vorliegt.

Hintergrund: Die profilierte Islamkritikerin und Soziologin Kelek hatte in einem ZDF-Interview von einem „Menschenbild des Islams“ gesprochen, das die Männer nicht in der Lage sehe, sich sexuell zu kontrollieren. Die Frau solle sich laut diesem Menschenbild verhüllen, denn sonst müsse der Mann sich ständig entleeren, „und wenn er keine Frau findet, dann eben ein Tier“.

Lamya Kaddor – ihres Zeichens selbsternannte Islam-Forscherin und von Henryk M. Broder als „genuin dumm“ eingestuft – hatte 2010 aus dieser generellen Aussage über Männer eine Behauptung Keleks über „muslimische Männer“ gemacht. Die Islamfunktionärin nahm das „muslimisch“ fälschlich mit in die Anführungszeichen des Zitats auf und gab es so verzerrt in vielen Büchern und Aufsätzen wieder und setzte somit etwas in die Welt, was Kelek so nie gesagt hatte.  Wie der Perlentaucher berichtet, machte Kaddor dann Aussagen wie: „Die Soziologin Necla Kelek erklärt im öffentlich-rechtlichen ZDF ganz nebenbei alle Männer einer bestimmten Gruppe zu Sodomisten“.

Nachdem Kaddor auch nach detaillierte Veröffentlichungen durch die Ruhrbarone und Perlentaucher, die die Zitatverfälschungen Kaddors aufzeigten, weiter beharrte, Kelek richtig zitiert zu haben, „bedarf es vor dem Hintergrund der dadurch neu entfachten öffentlichen Diskussion der gerichtlichen Durchsetzung des klägerischen Unterlassungsanspruchs“, so die Klageschrift. (SB)