In Deckung! Merkel bei der Bundeswehrtagung

Foto: Lucky Team Studio/ Shutterstock
Die Panzer der Bundeswehr (Foto: Lucky Team Studio/ Shutterstock)

Daß Angela Merkel kein gesteigertes Interesse an der Bundeswehr hat, dafür gibt es Indizien. Eines davon ist, daß sie heuer zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder an einer Bundeswehrtagung teilnahm. Angesichts der desolaten Lage bei Versorgung und Ausrüstung der Bundeswehr ist das kein Wunder. Blumensträuße gibt es für Merkel bei der Bundeswehr nicht zu gewinnen.

von Max Erdinger

Bezeichnend für das Amtsverständnis von Angela Merkel ist immer wieder ihre Selbstbezogenheit. Das war bei der Grenzöffnung im Herbst 2015 so, als sie sagte, es sei ihr egal, ob sie die Verantwortliche für den massenhaften und unkontrollierten Zustrom von Migranten sei; die Massen seien nun „halt da.“ Auf weitere Kritik reagierte sie verschnupft und verkündete, daß Deutschland „nicht mehr mein Land“ sei, wenn sie sich dafür entschuldigen  müsse, „ein freundliches Gesicht gemacht zu haben“.

Bei der Bundeswehrtagung dann eine neue Variante dieser Selbstbezogenheit. Weil die Streitkräfte nicht „jeden Tag irgendwelche Hiobsbotschaften“ produzieren sollen, brauchen sie mehr Geld, gab Merkel zum Besten. Das passt ins Bild. Merkel akzeptiert keine Verantwortlichkeiten, wenn sie nicht will – und ganz egal, ob sie dennoch müsste.  Für Merkel sind die Zustände bei der Bundeswehr keine, die aus Gründen der Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit schnellstens verbessert werden müssen. Verbessert werden müssen sie, damit sie selbst keine Hiobsbotschaften mehr erhält, die ihr den Tag verderben. Auch ist es nicht sie oder Frau von der Leyen, die für diese Hiobsbotschaften verantwortlich sind, sondern die Streitkräfte selbst „produzieren“ welche.

Ein kluger Mann sagte einmal, im allgemeinen interessierten sich Männer dafür, wie etwas funktioniert, Frauen hingegen eher dafür, wie etwas für sie selbst funktioniert. Belege dafür gäbe es zuhauf. Frauen interessieren sich bspw. eher selten dafür, wie ein Auto funktioniert, sondern dafür, daß es funktioniert, damit sie es nutzen können. Die Verteidigungsministerin lieferte mit ihrer Vision einer zeitgemäßen Bundeswehr ebenfalls ein schönes Beispiel für die Verallgemeinerung weiblicher Prioritäten. Weil das Amt des Verteidigungsministers für sie selbst funktionieren soll, hat sie es als den Gipfel der ministeriellen Kunst verstanden, die Bundeswehr in einen lediglich „großen Arbeitgeber“ zu verwandeln, bei dem das Leben für alle Beteiligten möglichst so gut hinhauen soll, wie für sie selbst an der Spitze. Familienfreundlicher sollte die Bundeswehr werden, weniger Versetzungen sollte es geben, die Rechte der Soldatinnen sollten gestärkt werden – usw.usf. Daß die Bundeswehr essentiell ist für die Verteidigung des Landes, daß es um eine staatliche Einrichtung geht, bei der es sich im Grunde um Kampf, Härte, Leben und Tod dreht, – für so etwas wollte sie selbst nicht verantwortlich sein. Sie hat sich die Bundeswehr in einer Form „schöngeredet“, die ihrer weiblichen Prioritätensetzung entspricht. Sie will eine „schöne Bundeswehr“, eine, die zu ihr passt, keine martialische. Gewalt in ihrem weitesten Sinne steht ihr nicht, findet Frau von der Leyen wahrscheinlich. Und Frau Merkel will Kanzlerin eines Landes sein, das zu ihr paßt, nicht umgekehrt.

Die „Welt“ schreibt: „Wiederum schnoddrig wurde die Rede vor den Spitzen der Bundeswehr, als Merkel bekannte, sie habe „auch nicht sofort verstanden“, wie viel Aufwand die Auslandseinsätze und vor allem die Landes- und Bündnisverteidigung tatsächlich erfordern. Und wie weit der Weg zu einer Vollausstattung der Streitkräfte ist. Eine Kanzlerin, die seit 2005 oberste Befehlshaberin der Bundeswehr im Verteidigungsfall ist, hat das alles nicht verstanden – manch ein Militär im Raum dürfte da verzweifelt sein.

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, so weit es die Bundeswehr betrifft. Generell allerdings paßt sowohl der Zustand des gesamten Landes als auch derjenige der Bundeswehr zu einer ubiquitären Geisteshaltung, die sich üblicherweise in Schlagzeilen wie den folgenden widerspiegelt: „Frauen schleifen Männerbastionen“, sie „erobern Männerdomänen“, sie „setzen sich gegen Männerseilschaften durch“ usw. usf.

Immer steht in solchen Meldungen im Vordergrund, wie toll Frauen sind, daß sie das alles schaffen. Nie geht es darum, ob diese geschleiften Männerbastionen ihrem eigenen Sinn und Zweck folgend einen Gewinn dadurch haben. Oder anders ausgedrückt: Das Land wurde den Frauen zum Fraß vorgeworfen. In einem gewissen Sinne haben Frauen, kurzfristig, gewonnen. Langfristig geht jedoch alles den Bach runter. Und das läßt sich eindeutig bereits heute konstatieren.

 

 

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