Donald, der Mann von der Tankstelle

Foto: Durch Pavel Kubarkov/Shutterstock
Foto: Durch Pavel Kubarkov/Shutterstock

Tanken und Heizen so teuer wie seit Jahren nicht mehr – Verbraucher müssen für Heizöl und Benzin steigende Preise bezahlen. Das liegt auch an US-Präsident Donald Trump.

 Von Thomas Schlawig

 Man spürt förmlich die Erleichterung, die dem Schreiberling dieser Zeilen bei SPIEGEL-Online beim Tippen des letzten Satzes von der Seele gefallen sein muß. Donald Trump ist (auch) verantwortlich für die steigenden Preise für Benzin und Heizöl. Endlich kann er dem dummen Michel vor Augen führen, daß Trump für sein leeres Portemonnaie verantwortlich ist und vor allem wird der dumme Michel nun hoffentlich verstehen was passiert, wenn er in Zukunft „falsch“ wählen sollte. Das ist Gehirnwäsche vom allerfeinsten und da der großen Masse in Deutschland das eigenständige und kritische Denken erfolgreich abtrainiert wurde, wird es von vielen auch geglaubt.

Ursache für die steigenden Verbraucherpreise an Tankstellen und bei Heizölhändlern sind die hohen Rohölpreise. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl kletterte binnen eines Jahres um mehr als die Hälfte, bei der Nordsee-Sorte Brent von gut 50 auf über 77 Dollar.

[…]  Die Ölförderstaaten das Opec-Kartells haben ihre Förderung gedrosselt: Rund zwei Millionen Barrel pro Tag hat die Opec aus dem Markt genommen. Opec-Mitglied Venezuela, das Land mit den größten Ölreserven, würde gern mehr Rohöl liefern. Doch eine tiefgreifende politische und wirtschaftliche Krise hat das Land ins Chaos gestürzt; aus Venezuela kommt immer weniger Öl.

Bekanntlich gehören zum OPEC-Kartell die fünf größten Erdölexportierenden Länder Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela. Im Duden ist über den Begriff Kartell zu erfahren:

Ein Kartell ist allerdings nicht nur ein Zusammenschluß von Unternehmen, sondern auch von Konkurrenten, die durch gegenseitige Absprachen einen Preis künstlich in der Höhe halten um weiteren Konkurrenten das Leben zu erschweren. Nicht umsonst gibt es in Deutschland das Kartellamt als Hüter des Wettbewerbs, welches Unternehmenszusammenschlüsse weitgehend untersagt. Zumindest dann ,wenn sich herausstellen sollte, daß durch diesen Zusammenschluß ein Monopol geschaffen wird und der Wettbewerb (zum Nachteil des Verbrauchers) damit beeinträchtigt wird. Das funktioniert, aber nur National. Die Förderer des Öls aus der Nordsee sind in diesem Kartell wie ersichtlich nicht vertreten, können sich aber dennoch diesen Preisabsprachen der „Großen“ nicht entziehen.

Auffällig ist, daß unter den OPEC-Staaten Rußland fehlt. Die OPEC wurde 15 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, also zur Hochzeit des Kommunismus. Auf wessen Einfluß die Gründung erfolgte, dürfte also vollkommen außer Zweifel stehen. Es dürfte sich somit ähhlich verhalten, wie bei der Gründung der NATO im Jahr 1949. Der damalige erste NATO-Generalsekretär Lord Ismay (ein Brite) sagte darüber: Die Aufgabe der NATO ist es, „die Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten.“

Nicht viel anders verhält es sich auch mit der Gründung der EU. Dazu die vielsagenden Worte des ehemaligen EU-Kommissars Verheugen: „Die EU wurde gegründet, um Deutschland zu kontrollieren“ (siehe Video). Wie ich bereits oft geschrieben habe, ist im vergangenen Jahrhundert zweimal (erfolglos) versucht worden, Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten. Das ist nach dem 1.Weltkrieg nicht gelungen (trotz Hunger-Blockade durch England), noch nach dem 2. Weltkrieg. Bekanntlich war Deutschland bereits zu Beginn der 50er Jahre in der Welt als Wirtschaftswunder bekannt. Die Westalliierten haben folglich zweimal erfolglos versucht Deutschland wirtschaftlich „auszuradieren“ und dabei zig-Millionen Tote billigend in Kauf genommen. Ebenso darf in der Folge nicht vergessen werden, daß die Deutsche Einheit nur zustande kam, indem Deutschland auf die D-Mark verzichtet hat und somit der Euro zum Leben erweckt wurde. Es läßt sich der Widersinn dieser „Politik“ erkennen. Einerseits möchte man Deutschland wirtschaftlich möglichst klein halten, andererseits braucht die EU Deutschland so sehr wie kein anderes Land, weil der dumme Michel nun einmal für seine Leitungsfähigkeit bekannt ist und dieses Konstrukt EU am Laufen hält. Wie sagte Margret Thatcher einst: „Das Problem am EU-Sozialismus ist, daß ihm irgendwann das Geld der Deutschen ausgeht“Dem ist nichts hinzuzufügen. Doch zurück zum Öl und dem Verantwortlichen für den derzeitig „hohen“ Ölpreis, Trump.

Der Grund, die damalige Sowjetunion aus der OPEC fernzuhalten war offensichtlich. Der Westen wollte zu der Erdölproduktion der SU ein Gegengewicht schaffen.  Im 2013 hat Saudi Arabien Rußland gedrängt, der OPEC beizutreten. Rußland lehnte jedoch ab. Und nur ein paar Monate später stürzte der Ölpreis ab. Interessant – nur ein paar Monate später stürzte der Ölpreis ab.

In der Hoffnung das Ölpreisdrama zu beenden, hat die OPEC Russland 2015 erneut eingeladen, wie aus Berichten der TASS hervorgeht. TASS zitierte Rosnefts CEO Igor Sechin: „Die russische Regierung… möchte einen Beobachterstatus in der OPEC, will aber kein vollständiges Mitglied werden.“

Während also Rußland in der Lage ist, den Ölpreis nach unten zu korrigieren, hat das OPEC-Kartell  das  Monopol, diesen Preis möglichst hoch zu halten. Ich schrieb in meinem Beitrag „Die Zerstörung der liberalen Weltordnung“ am 12.05.2018 bereits darüber. Es geht um geostrategische Interessen im Nahen und Mittleren Osten und das seit bereits über 100 Jahren. Vor allem die Abhängigkeit von Europa an den Problemen in dieser Region müßte nicht sein.

Bereits im Jahr 2012, also ein Jahr nach der Griechenland-Krise schrieb FOCUS-Money von immensen Reichtümern auf denen die Griechen sitzen. Auch Dirk Müller hat in seinem Buch „Showdown“ den griechischen Erdöl- und Gasfeldern ein großes Kapitel gewidmet. Die Vorkommen sind nach Probebohrungen als von bester Qualität eingestuft worden, zudem liegen sie teilweise 50 m unter dem Meeresspiegel und teilweise sogar an Land. Vor der Südküste  Kretas und somit in eindeutig griechischen Gewässern ist ein Erdgasfeld entdeckt worden, welches bis 50 Billionen Kubikmeter Gas beinhaltet. Zum Vergleich dazu betragen die Erdgasreserven der USA 8 Billionen Kubikmeter und das größte bekannte Erdgasfeld der Erde (Iran/Katar) 33 Billionen Kubikmeter.

Was würde es bedeuten, wenn Griechenland Öl und Gas in großer Menge fördern könnte? Zum einen würde Europa auf Jahrzehnte unabhängig von Erdöl und Erdgas sein. Zum anderen würde Griechenland alle seine Schulden mit einem Schlag begleichen können. Aber ist das geostrategisch gewollt? Es würde nämlich auch bedeuten, daß im Nahen und Mittleren Osten der Druck aus dem Kessel genommen würde, von dem alle profitieren und je nach Höhe des Druckes an der Ölpreis-Schraube drehen können. Zur Erinnerung, es waren die o.g. großen Gasfelder Katars, welche den Krieg in Syrien ausgelöst haben, weil sich der syrische Präsident geweigert hat, eine Pipeline durch sein Land bauen zu lassen. Es waren keine Menschenrechtsverletzungen, „Faßbomben“ oder Giftgas, es war seine Weigerung diese Gaspipeline zuzulassen, was sein volles Recht als Präsident eines souveränen Staates war. Hier kommt nun auch der Iran ins Spiel – für den ich keine große Sympathie habe, denn dort – wie in allen islamischen Ländern –  werden Menschenrechte verletzt. Aber das schert weder einen Macron, noch eine Merkel, schließlich macht man dort Geschäfte. Das man allerdings Syrien als Menschenrechtsverletzer hinstellt – ein laizistisches Land in dem alle Religionen friedlich nebeneinander gelebt haben, bis von außen die brennende Lunte angelegt wurde – das man Rußland als Feind betrachtet und mit Sanktionen belegt, allerdings den Verbündeten beider hofiert und über alle Schandtaten des Mullah-Regimes hinwegsieht, zeigt die Scheinheiligkeit deutscher und europäischer „Politik“. Egal, Syrien ist nun einmal Verbündeter dieser beiden Länder und das hat man zu akzeptieren. Wäre es nicht so, wäre dieses Land vermutlich schon von der Landkarte verschwunden. Ich habe ein paralleles Szenario bezüglich Rußland und die Einkreisung durch die NATO gestern bereits in meinem Beitrag beschrieben. Würde sich Rußland ebenso wie Israel durch Syrien und iranische Truppen auf dessen Hoheitsgebiet bedroht fühlen und Rußland Raketen in die Länder schießen, die NATO-Truppen auf ihrem Hoheitsgebiet stationiert haben, wäre das Geschrei groß. Aber vermutlich provozieren das sowohl NATO, wie auch Israel. Da ist auch der stetige Hinweis,  Israel hat ein „Recht auf Selbstverteidigung“ nicht besonders hilfreich. Jedes souveräne Land hat ein Recht auf Selbstverteidigung, also auch Syrien. Wen sich das Land dabei als Verbündeten aussucht, ist vollkommen ohne Belang. Dazu paßt die, wie ich finde, unverschämte Äußerung Netanjahus, daß Syrien kein Recht hätte, sich gegen israelische und US-Militärangriffe zu verteidigen.

SPIEGEL-Online schreibt in seinem Artikel, daß Tanken und Heizen, Dank Trump, so hoch, wie seit Jahren nicht mehr ist. Dazu ein Blick in die Vergangenheit.

Am 20.08.2012 schrieb die WELT:

Rohöl teurer, Euro billiger: Die deutschen Autofahrer werden von zwei Kostentreibern gleichzeitig in die Zange genommen und müssen deshalb jetzt die höchsten Spritpreise aller Zeiten bezahlen. Ein Liter der wichtigsten Sorte Super E5 kostete 1,76 Euro, wie eine Sprecherin der Mineralölindustrie mitteilte.

[…]  Dazu kommt der schwache Euro-Kurs: Öl und Ölprodukte werden weltweit in Dollar gehandelt. Wenn der Euro gegen den Dollar fällt – wie es dieses Jahr wegen der Schuldenkrise kräftig passiert ist – wird Benzin für deutsche Kunden teurer. Der Euro verlor seit dem Frühjahr bis zu zehn Prozent an Wert.

Bekanntlich hat im Jahr 2013 der schwarze Mann im Weißen Haus die „Geschicke der Welt“ gelenkt. Somit dürfte die Verantwortung Trumps (SPIEGEL –Online) für den derzeitigen hohen Ölpreis ins Reich der Fabel gehören, aber es ist wie so oft; Hauptsache es bleibt etwas hängen. Desweiteren fällt auf, daß Öl weltweit in Dollar gehandelt wird und sich somit auf den Preis an der Tankstelle und beim Heizen auswirkt. Hier ist wieder das Dilemma von Trump, einerseits die Globalisierung (Ursache allen Übels) zu beenden und andererseits den Dollar hoch zu halten. Hier liegt wieder der Schlüssel beim Öl. Der Iran hat angekündigt, sein Öl nicht mehr in Dollar zu verkaufen. Ebenso will China seinen Ölhandel mit Saudi-Arabien in seiner Landeswährung Yuan abwickeln, was mit Rußland bereits geschieht. Das läßt den Dollar immer weiter unter Druck geraten, sollte also im Umkehrschluß gut für die Verbraucher in Deutschland sein, aber das Gegenteil geschieht. Nun stelle man sich noch vor, Deutschland und Europa würden Erdöl und Erdgas aus Griechenland beziehen…Wer nicht erkennt, daß der Druck im Kessel des Nahen und Mittleren Ostens lebensnotwendig für den Dollar und somit das Drehen an der Ölpreisschraube ist, dem ist  nicht zu helfen.

Zum Schluß ein Blick auf den größten Profiteur des hohen Kraftstoffpreises. Den wenigsten Autofahrern dürfte bekannt sein, daß auf den Preis der Löwenanteil auf die anfallenden Steuern entfällt.  So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Dazu addieren sich  am Ende auch noch 19% Mehrwertsteuer. Hier zeigt sich auch wieder einmal sie Scheinheiligkeit der deutschen „Politik“. So würde man den Deutschen am liebsten neben dem Rauchen und Trinken (zum Wohle der Gesundheit) auch das Autofahren (zum Schutz der Umwelt) abgewöhnen wollen. Es läßt sich leicht ausmalen, was passieren würde, wenn die Deutschen nur für eine Woche auf Zigaretten, Alkohol und Kraftstoff verzichten würden.

Ein gewisser Georg Herwegh (1817-1875) schrieb folgende Zeilen:

Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still.
Wenn dein starker Arm es will.

Deiner Dränger Schar erblaßt,
Wenn du, müde deiner Last,
In die Ecke stellst den Pflug.
Wenn du rufst: Es ist genug!

Brecht das Doppeljoch entzwei!
Brecht die Not der Sklaverei!
Brecht die Sklaverei der Not!
Brot ist Freiheit, Freiheit Brot!

 

Dessen sollten sich die Deutschen erinnern, aber sie lassen sich lieber von den Gewerkschaften, Parteien, Kirchen (breites „demokratisches“ Bündnis) im Gleichschritt mit der Antifa an der Nase rumführen und terrorisieren. Ein erster Schritt wäre schon einmal den Gewerkschaften den Rücken zu kehren. Sie haben, ebenso wie die „Volksparteien“ die Deutschen verraten und verkauft.

Am Ende ein Blick in die USA. In Kalifornien betrug der Durchschnittspreis (Stand 28.01.2018) 3.274 $/Gallone. Das entspricht umgerechnet 0,70 €/Liter.

In Nevada beträgt der durchschnittliche Literpreis 0,58 €, in Utah 0,46 €, in Arizona 0,50 € und auf der anderen Seite in South Carolina gerade einmal 0,49 € (Stand: 28.01.18).

Der Hauptgrund für die vergleichsweise hohen Benzinpreise in Kalifornien ist die hohe Benzinsteuer. Die Steuer pro Gallone variiert in Kalifornien, weil der Staat im Gegensatz zu den meisten anderen zusätzlich zu der Bundessteuer eine prozentuale Steuer auf den Benzinpreis einfordert. Normalerweise geschieht das auf Gallonenbasis.

Grundsätzlich steigen die Benzinpreise immer dann, wenn die Rohölpreise steigen.

 

„Wenn die Deutschen zusammenhalten, schlagen sie den Teufel aus der Hölle“ Otto von Bismarck