Trotz großer Ankündigung will Popstar Lily Allen keine Flüchtlinge beherbergen

By Drew de F Fawkes (Lily Allen, V Festival 2014, Chelmsford) [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Vor zwei Jahren verkündete Popsängerin Lily Allen, dass sie selbstverständlich Flüchtlinge bei sich aufnehmen wolle. Jetzt wurde nachgefragt. Antwort: Sie beherbergt keinen einzigen. Mit solch leeren Worten steht sie in der Promi-Riege nicht allein.

Von V. Berger

 Gutmenschen wollen nicht helfen, sondern sich lediglich als „hilfsbereit“, als „moralisch hochstehend“ inszenieren. Dazu verlangen sie jede Menge Hilfsbereitschaft, aber von den anderen: Ich fordere, Ihr bezahlt.

Besonders während der Flüchtlingskrise haben Prominente die „Chance“ genutzt, ihr Gutmenschentum so richtig auszustellen. Peinlich wird es erst beim Realitäts-Check. Wenn Till Schweiger den Bau eines Vorzeigeflüchtlingsheims ankündigt, aber über die Planung nicht hinauskommt und stattdessen kleinlaut einen Spielfilm zu dem Thema projektiert, der ebenfalls bis heute nicht erschienen ist.

Oder George Clooney, der bei der vorletzten Berlinale werbewirksam Merkel und eine Flüchtlingsfamilie aufsucht. Allerdings erhielt kein Mitglied dieser Familie auch nur einen Dollar Starthilfe durch den Hollywood-Star, geschweige denn einen Job in seiner Produktion. Mehr noch: Schon bald darauf verließ Clooney samt Frau und Kind sein Londoner Domizil, weil dort zu viel gebombt wurde. Das war noch peinlicher als linke Wagenburgbewohner hierzulande, die gegen die städtische Zuteilung von Flüchtlingen auf „ihrem“ Grundstück protestierten.

In die gleiche Kategorie gehört auch die britische Popsängerin Lily Allen. Als die sich für Großbritannien bei Flüchtlingen im französischen Calais entschuldigte, ließ sie sich mit einem 13-jährigen Afghanen ablichten. Auf die Frage der BBC, ob sie selber ein Kind aufnehmen würde, lautete die Antwort: „100 Prozent. Wer würde das nicht tun? Diese Kinder werden vertrieben. Wenn in meinem Haus Platz für Leute ist, werde ich sie aufnehmen. Ich denke, das würde jeder tun.“

Jetzt unternahm der britische Express die Nachfrage, wie viele Flüchtlinge Frau Allen bei sich aufgenommen habe. Ihre Antwort: „Keine. Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass der Sozialdienst mich mit meinem guten Ruf Flüchtlinge aufnehmen lässt. Wenn ich ein wirklich großes Haus hätte, würde ich, aber alle meine Schlafzimmer sind mit Kindern belegt.“

Kein Kommentar.

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