SPD zwischen Talfahrt und Tauchstation

Foto: Imago

Die SPD hat dank Merkels vielgerühmter „Strategie“ der asymetrischen Demobilisierung ihr Mobilisierungspotenzial verloren, und Stegners verzweifelte Versuche, in Mundwinkelsenkwettbewerb zu Merkel zu treten, helfen ebenso wenig weiter wie Versuche, die CDU bei der Übererfüllung europäischer Selbstmordpflichten zu übertreffen.   In ihrer schlaffen Verzweiflung verfallen die beiden ehemaligen Lager daher darauf, einem neuen Messias und Parteienabwrackungsguru zu preisen.

Von Philolaos 


Ein Kenner fragt sich, ob es diesseits des Rheins gelingen wird, der Implosion durch Fusion zuvorzukommen:

Schlesisch-Hohlbein: Am vergangenen Wochenende gab es eine weitere derbe Klatsche für die auf Talfahrt befindliche SPD. Diesmal wurde das Drama als Provinzposse aufgeführt, nämlich bei den neuerlichen Kommunalwahlen in Schleswig Holstein. Im Norden heißt die weitere Station dieses Prozesses korrekterweise „Tauchstation“, weil kein ausreichendes Tal in der nordischen Tiefebene mehr verfügbar ist. Prominentester unter den Abgesoffenen ist „Pöbel-Ralle“. Unter seiner persönlichen Führung war des SPD-Debakel in SH aufzuführen. Eine Meisterleistung, die bislang nur noch vom großen EU-Führer Martin Schulz auf Bundesebene unterboten werden konnte.Ralf Stegner ist Landesvorsitzender der dortigen SPD und bekannt für markige Sprüche. Somit bekam auch er eine persönliche Botschaft von ganz unten übermittelt. Diesmal von der nicht parteigebundenen Wähler-Basis, vermutlich als Lob für den anhaltenden Arbeiter- und Bauernverrat im hohen Norden. Von „historischer Ebbe“ bis „totale Pleite“ reicht das wohlmeinende Vokabular der Gazetten. Historische Klatsche für Stegners SPD … [DIE•FÄLLT]. Aufrichtiges Mitleid will sich bei keinem der Kommentatoren einstellen. Die Berichterstatter sind sich lediglich darüber einig, dass es nie ein schlechteres Ergebnis für die SPD in Schleswig-Holstein seit der Gründung des Landes im Jahre 1946 gab. Glückwunsch!

Das ist so fürchterlich, da schreit alles dringend nach Veränderung, nur nicht die SPD. Inzwischen ist die CDU um einiges „linker“ als die SPD. Das erklärt den relativen Wahlerfolg der CDU, wobei der Erfolg ebenfalls negativ ist. Aber selbst als Co-Verlierer kann sich die CDU in Schleswig-Holstein noch stark fühlen. Schließlich bleibt sie die stärkste Kraft im Lande. Insgesamt spricht das gesamte Szenario dafür, dass beide Parteien dort nicht mehr so gut gelitten sind. Es würde sich allerdings nicht um die CDU und SPD handeln, könnten diese Parteien nicht geflissentlich versiebte Wahlen total ignorieren. Großartige Konsequenzen haben verlorene Wahlen bei diesen beiden Parteien selbst auf Bundesebene schon lange nicht mehr. Wenn es hart auf hart kommt, werden ein paar Nasen ausgetauscht, das war´s. Aber im Großen und Ganzen geht es heiter weiter, wie immer. Die Alternativlosigkeit hat die SPD ganz offensichtlich von „Mutti“ geerbt und inzwischen bis aufs Letzte verinnerlicht.

Wobei Angela Merkel als oberste Genossin der CDU bereits seit ihrer FDJ-Zeit zum Komplex der roten Socken zählt. Sie ist niemals besonders konservativ gewesen … nach heutiger Lesart eher nur mächtig destruktiv. Das wiederum müssen wir maximal ignorieren, um als Wähler oder sogenanntes Fußvolk keinen psychischen Schaden davonzutragen. Da es nicht darauf ankommt was das Volk will, wird uns weiterhin der Wille der GroKo übergestülpt werden. Der Volkswille lässt sich gottlob in einer indirekten Demokratie gar nicht so genau bestimmen. Das ist genau die Schwachstelle, die seitens der Parteien immer wieder ausgenutzt wird.

Um die schleichende Marginalisierung von einer einstigen Volkspartei zu einer NoName-Partei zu verhindern, hat es Sinn, wenn die SPD-Führung nunmehr beginnt, die CDU innerhalb der GroKo brutal zu unterwandern. Nur so könnte sich auf lange Sicht nochmals die Chance auf eine/en Kanzlerkanditat/in ergeben. Das muss nicht zwingend unter dem Label CDU stattfinden. Bei einer baldigen Fusion der beiden Parteien ist mit etwas Glück bei der kommenden Bundestagswahl sogar noch eine einfache Mehrheit denkbar. Unter einem gemeinsamen neuen Label mit der Bezeichnung „KED“ (Kapitalistische Einheitspartei Deutschlands) könnte somit auch eine „Auf die Fresse„-Kanzlerin aus dem vormaligen SPD-Stall das schlagfertige Antlitz Deutschlands verkörpern. Und immer daran denken:

Nichts ist schlimmer, als dem Volk seinen Willen zu lassen. Das könnte den Sozialstaat für Banken und Konzerne gefährden.“

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Nicht-Genossen üben sich derweil in Heiterkeit über eine Partei, welche einst allen Ernstes die „Boxhandschuhe auspacken“ wollte, um ungläubigem Pack und ausländischen Ratten eins „auf die Fresse“ zu geben. Seit Erscheinen des Messias 2017 taumelt die SPD zwischen Leberhaken, Kinnhaken und technischem K.O.

*) Original: https://bayernistfrei.com/2018/05/11/spd-tauchstation/

 

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