Armin Laschet (CDU) eröffnet neue DITIB-Moschee: „Islam gehört zu NRW“

Armin Laschet (Bild: CDU/Laurence Chaperon)
Armin Laschet (Bild: CDU/Laurence Chaperon)

NRW/Aachen –  Bei der Eröffnung der neuen DITIB-Moschee betonte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Samstag, dass „der Islam zu Nordrhein-Westfalen gehört“. Mit diesem Bekenntnis zum umstrittenen Moschee-Dachverband DITIB stoße Laschet Aleviten, Kurden und säkulare Türkischstämmige vor den Kopf.

Nach siebenjähriger Bauzeit wurde die neue Mega-Moschee mit 700 Quadratmetern Gebetsfläche, die Platz für 600 betende Muslime bietet, fertig gestellt. Das vierstöckige Gebäude mit einer Gesamtfläche von 6.000 Quadratmetern und einem 40 Meter hoch Minarett kostete insgesamt 8,5 Millionen Euro. Sechs davon seien durch Spenden zusammengekommen.

Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, der Pfarrer einer benachbarten katholischen Kirche, der Imam der DITIB-Gemeinde Aachen, der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) sowie Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) haben am Samstag an der Eröffnung der Yunus-Emre-Moschee der türkisch-islamischen DITIB-Gemeinde in Aachen teilgenommen. „Der Islam gehört zu Nordrhein-Westfalen und die 1,5 Millionen Muslime sind selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft“, betonte Armin Laschet  in seiner Rede. Weder Laschet noch die christilichen Vertreter nahmen Anstoß daran, dass die DITIB, die unmittelbar der türkischen Regierungspartei AKP unterstellt ist,  in letzter Zeit immer wieder in Skandale verwickelt war.  Erst vor einem Monat sorgten die Vorgänge in den DITIB-Moscheen in Herford und Mönchengladbach für Diskussionen. Auf im April in die Öffentlichkeit gelangten Videos, die in diesen Moscheen aufgenommen wurden, waren Kinder zu sehen, die als Soldaten gekleidet mit türkischen Fahnen paradieren und salutieren.

„Man könnte meinen, es hätte all die Vorfälle mit Kinder in Uniformen nicht gegeben“, so die Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann-Marschall gegenüber dem Magazin NRW-Direkt. Auch stoße Laschet durch sein Bekenntnis zur DITIB Aleviten, Kurden und säkulare Türkischstämmige vor den Kopf. Türkischstämmige Muslime seien vielfältig orientiert und würden nicht nur am Tropf der DITIB hängen. Der DITIB-Islam kann nicht zu NRW gehören, weil er Teil der Türkei ist – und zwar selbstgewählt, so Herrmann-Marschall weiter. (SB)

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