SpinWatch veröffentlicht geheime D-Notices zu Causa Skripal

Medienkritik (Foto: Collage)

Die Ermittlungsgruppe SpinWatch hat zwei privaten DSMA-Notices veröffentlicht, die an die britischen Medien wegen der Vergiftung von Sergei und Julia Skripal im März geschickt wurden.
Eine „D-Notice“, offiziell als DMSA-Notice (Defence and Security Media Advisory Notice) bekannt, ist „eine Empfehlung des britischen Defence and Security Media Advisory Committee an die Medien, spezifische Informationen im Interesse der nationalen Sicherheit weder zu senden noch sonst in irgendeiner Form herauszugeben“ (Quelle). D-Notices haben keine Gesetzeskraft, trotzdem wird es erwartet, dass sie beachtet werden.

Von Thea Hinrichs

SpinWatch-Mitbegründer David Miller erklärt, seine Organisation habe Kopien der D-Notices von einer zuverlässigen Quelle erhalten. Sie seien ein Angriff auf die Idee der freien Presse, deshalb wolle er sie veröffentlichen, kommentiert Miller.

Die erste D-Notice kam am 7. März, nachdem die Zeitung „The Daily Telegraph“ Skripal mit einem Sicherheitsberater in Verbindung gebracht hatte, der das sogenannte Trump-Dossier verfasst haben soll.

„The Daily Telegraph“ behauptet, der Sicherheitsberater soll in der Nähe von Skripal gewohnt haben und mit ihm eine Zeitlang bekannt sein.

In der ersten D-Notice, unterzeichnet von Captain John Alexander, hieß es: „Das Problem um die Identität des ehemaligen MI6-Informanten Skripal ist in der Presse bereits beleuchtet. Die mit Sergei Skripal im Zusammenhang stehenden Geheimdienstagenten sind jedoch noch nicht weit bekannt. Die Anweisungen der D-Notice 05 gelten daher für diese Persönlichkeiten“. Im Folgenden wurden Redakteure gebeten, bei Captain Alexander Rat zu suchen, bevor man ein Material zum Thema erscheinen lässt.

In der zweiten D-Notice [14. März] wurden alle Medien und Nachrichtenagenturen aufgefordert, keine personenbezogenen Daten der Mitarbeiter der britischen Sicherheits- und Geheimdienstagenturen, des Verteidigungsministeriums und der Spezialkräfte des Vereinigten Königreichs aufzudecken.

Hätte Miller die D-Notices zum Fall Skripal nicht ans Tageslicht gebracht, hätten wir nie erfahren, dass die britischen Behörden die Medien in Sachen Skripal-Giftanschlag anweisen, was zu schreiben. Es sei wichtig, die D-Notices herauszugeben, weil sie die Pressefreiheit untergraben, so Miller. Trotz des freiwilligen Charakters der D-Notice hielten alle Massenmedien sie strickt ein. Es habe nichts mit freiem Willen zu tun, betont der SpinWatch-Mitbegründer.

Zu Causa Skripal sagt Miller es gebe eindeutig etwas, das die britische Regierung zu verheimlichen versucht. Es sei noch nicht bekannt, was genau, aber je mehr es im Fokus der Öffentlichkeit sei, desto wahrscheinlicher werde es herausgefunden.

Quelle: https://www.commonspace.scot/articles/12746/spinwatch-publish-confidential-media-d-notices-skripal-case

 

 

 

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